Quant Network hat zu Beginn des Jahres mehrere Infrastruktur-Updates für Fusion und Quant Connect veröffentlicht. Der Original-Post ist technisch formuliert und richtet sich primär an Entwickler und institutionelle Partner.
Für viele Leser stellt sich daher weniger die Frage was angekündigt wurde, sondern was das konkret bedeutet. Genau darauf geht dieser Artikel ein.
Fusion Firewall Updates
Das Fusion-Update erweitert die sogenannte Fusion Firewall, also die Kontroll- und Sicherheitslogik zwischen verschiedenen Blockchains und Anwendungen.
Der Kern des Updates liegt in drei Punkten:
Erstens können Institutionen Token-Whitelists künftig selbst verwalten. Das bedeutet, dass Banken oder Asset Manager exakt festlegen können, welche Parteien mit bestimmten Token interagieren dürfen. Diese Kontrolle ist eine Grundvoraussetzung für KYC- und AML-konforme Prozesse.
Zweitens erlaubt das System eine sogenannte privacy-preserving Synchronisation. Whitelists werden On-Chain aktualisiert, ohne dass sensible Geschäftsbeziehungen öffentlich sichtbar werden. Für regulierte Akteure ist das entscheidend, da Compliance nicht mit vollständiger Transparenz gleichzusetzen ist.
Drittens ermöglicht Fusion die Isolation von Liquidität. Gemeinsame Token müssen nicht mehr zwangsläufig in gemeinsamen Liquiditätspools liegen. Risiken lassen sich dadurch klar voneinander trennen.
Was das praktisch bedeutet:
Fusion wird dadurch erstmals zu einer Infrastruktur, die regulatorische Anforderungen nicht umgeht, sondern technisch abbildet. Das ist kein Feature für Retail-Nutzer, sondern eine Eintrittskarte für institutionelle Nutzung.
BYON – Bring your own Node
Mit „Bring Your Own Node“ öffnet Quant seine Infrastruktur erstmals für externe Nodes. Nutzer können über die Quant-Connect-Oberfläche eigene Nodes anbinden, zunächst über ausgewählte Anbieter, perspektivisch auch vollständig selbst betrieben.
Technisch ist das System bewusst generisch aufgebaut. EVM-kompatible Nodes lassen sich ohne größere Anpassungen integrieren, weitere Netzwerke sollen folgen. Aktuell befindet sich BYON in Testnet-Phasen.
Der entscheidende Punkt ist nicht die Technik, sondern die Wirkung:
Quant löst sich damit von einer rein zentral bereitgestellten Infrastruktur. Netzwerklast, Verantwortung und Betrieb werden auf mehrere Akteure verteilt.
Warum das wichtig ist:
Ohne externe Nodes gibt es keine echte Dezentralisierung auf Infrastrukturebene. BYON ist damit kein isoliertes Feature, sondern die Grundlage für alles, was danach kommt.
Staking in der Entwicklung
Das angekündigte Staking-Modell ist direkt an den Betrieb von Nodes gekoppelt. QNT wird dabei als Sicherheit hinterlegt, um die zuverlässige Bereitstellung von Infrastruktur zu gewährleisten.
Wichtig für das Verständnis ist der gewählte Sanktionsmechanismus. In vielen Proof-of-Stake-Netzwerken kommt sogenanntes Slashing zum Einsatz. Dabei kann ein Teil der gestakten Token dauerhaft verloren gehen, selbst wenn der Kapitalgeber keinen direkten Einfluss auf den operativen Betrieb der Node hat.
Beispiel:
Ein Nutzer delegiert seine Token an eine Node. Verhält sich der Node-Betreiber technisch fehlerhaft oder regelwidrig, können Teile des gestakten Kapitals dauerhaft eingezogen werden. Das Risiko entsteht nicht durch das Verhalten des Investors, sondern durch das Verhalten des Betreibers. (Node)
Quant evaluiert stattdessen ein Modell des Reward Withholding, wie es unter anderem bei Avalanche verwendet wird. Bei schlechter Performance werden lediglich die laufenden Belohnungen einbehalten. Das hinterlegte Kapital bleibt erhalten.
Was das bedeutet:
Das Modell trennt Kapitalrisiko von Betriebsrisiko. Für professionelle und institutionelle Akteure ist das eine zentrale Voraussetzung, um sich überhaupt zu beteiligen.
Warum diese Punkte zusammengehören
Fusion Firewall, BYON und Staking sind keine voneinander unabhängigen Updates. Sie bauen logisch aufeinander auf.
Die Firewall schafft regulatorische Anschlussfähigkeit.
BYON ermöglicht eine verteilte Infrastruktur.
Staking sorgt dafür, dass diese Infrastruktur ökonomisch abgesichert wird.
Zur Veranschaulichung: Wenn Nodes eine Sicherheitsleistung hinterlegen müssen, entsteht automatisch eine stärkere Bindung zwischen Netzwerknutzung und Token-Nutzung. Dieser Effekt ist kein Selbstzweck, sondern eine Folge funktionierender Infrastruktur.
Der Fokus liegt dabei nicht auf kurzfristigen Marktmechaniken, sondern auf stabiler, planbarer Netzwerkteilnahme.
Beispiel: Wie QNT-Staking voraussichtlich funktioniert
Wenn man die bisherigen Aussagen von Quant Network korrekt einordnet, könnte sich das QNT-Staking grundlegend von klassischen Proof-of-Stake-Modellen unterscheiden. Der zentrale Unterschied liegt in der Herkunft der Rewards.
Während in vielen Netzwerken neue Token erzeugt werden, um Staking-Erträge auszuschütten, deutet sich bei Quant ein anderes Modell an. Die Rewards sollen nicht inflationär entstehen, sondern aus realen Einnahmen des Netzwerks stammen, etwa aus Lizenzgebühren und Nutzungsentgelten, die Entwickler und Unternehmen für die Nutzung der Infrastruktur bezahlen.
Es würden also keine zusätzlichen QNT erzeugt.
Vereinfacht dargestellt:
Staking wäre keine Token-Vermehrung, sondern eine Beteiligung an operativen Netzwerkumsätzen.
Beispiel zur Veranschaulichung:
Ein Node-Betreiber hinterlegt 100 QNT als Sicherheit und betreibt eine Node innerhalb der Quant-Infrastruktur. Unternehmen nutzen das Netzwerk, zahlen für Lizenzen oder Zugriffe, und ein Teil dieser Einnahmen fließt in einen Reward-Pool für aktive Nodes.
Der Betreiber erhält daraus laufende Erträge, solange die Node zuverlässig arbeitet. Die Anzahl der im Umlauf befindlichen QNT bleibt unverändert. Es kommt zu keiner Verwässerung bestehender Bestände.
Erfüllt die Node die Leistungsanforderungen nicht, greift das Modell des Reward Withholding. In diesem Fall entfallen die laufenden Belohnungen, das hinterlegte Kapital bleibt jedoch erhalten.
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