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Krypto, Steuer, DAC83. Februar 2026
Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
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Kryptosteuern 2026 erklärt: Finanzamt, DAC8 und DeFi

Kryptosteuern 2026 erklärt: Finanzamt, DAC8 und DeFi

Kryptosteuern sind eines der meistgesuchten und zugleich meistverunsichernden Themen für Anleger. Gerade mit Blick auf Kryptosteuern 2026 in Deutschland, DAC8, strengere Finanzämter und neue Meldepflichten stellen sich viele die Frage: Was gilt eigentlich wirklich und was ist Panik?

Um genau das einzuordnen, habe ich ein Interview mit Stefan Winheller, Steuerrechtsexperte und Gründer der Kanzlei Winheller, geführt. Wir sprechen darüber, was sich steuerlich 2026 tatsächlich ändert, was gleich bleibt und warum die Praxis der Finanzämter aktuell wichtiger ist als neue Gesetze.

In diesem Artikel findest du die kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus dem Gespräch, verständlich aufbereitet für alle, die Krypto investieren, DeFi nutzen oder langfristig planen.

Die wichtigsten Punkte aus dem Interview

1. Steuerrechtlich bleibt vieles gleich


Die zentrale Botschaft ist überraschend unspektakulär: Am Gesetz selbst hat sich für viele Anleger kaum etwas geändert.

Wichtig bleibt vor allem die Ein Jahres Frist. Wer Krypto kauft, länger als ein Jahr hält und dann verkauft, realisiert den Gewinn in vielen Fällen steuerfrei. Eine Abgeltungssteuer auf Krypto gibt es aktuell weiterhin nicht. Stefan hält es aber für wahrscheinlich, dass das perspektivisch kommt, nur nicht sofort.

2. Was sich deutlich verändert hat, ist die Praxis der Finanzämter

Auch wenn das Gesetz stabil bleibt, wird die Prüfung spürbar strenger. Finanzämter schauen genauer hin, nutzen Software, gleichen Daten ab und stellen deutlich konkretere Rückfragen als noch vor einigen Jahren.

Gerade bei Nachmeldungen oder Korrekturen aus der Vergangenheit wird es häufig zäh und sehr gründlich.

3. Rohdaten werden wichtiger als schöne Steuerreports

Ein klassischer Report mit Endergebnis reicht immer öfter nicht. Finanzämter fragen gezielt nach Rohdaten, zum Beispiel CSV Exporten von Börsen, und zusätzlich nach Transaktionslisten aus Tracking Tools.

Hintergrund ist der Vergleich von Input und Output. Vereinfacht gesagt: Was kam tatsächlich rein und was wurde später daraus gemacht. Dabei entsteht schnell der Verdacht, es sei manuell zu eigenen Gunsten angepasst worden. Das ist einer der Gründe, warum saubere Nachvollziehbarkeit so wichtig wird.

4. Dokumentation ist kein Nice to have mehr

Die Empfehlung aus dem Gespräch ist klar: mehr speichern, mehr belegen, sauberer arbeiten.

Wer viele Transaktionen hat, muss damit rechnen, dass im Zweifel nicht nur Ergebnisse, sondern auch Anpassungen erklärt werden sollen. Das kann sonst Monate an Zusatzaufwand auslösen.

Praktisch heißt das:


  • Rohdaten regelmäßig exportieren und ablegen
  • Reports und Transaktionslisten zusätzlich sichern
  • Änderungen und Korrekturen nachvollziehbar dokumentieren
  • Wenn möglich nicht erst in die Situation kommen, nacherklären zu müssen


5. DAC8: Meldepflichten erhöhen die Transparenz deutlich

DAC8 ist keine Steuerrechtsänderung, sondern Regulierung. Die Wirkung ist dennoch steuerlich relevant, weil Daten automatisiert zwischen Behörden ausgetauscht werden können.

Börsen und Plattformen sammeln Informationen wie Name, Adresse, Steuer ID und Transaktionstypen, und melden diese an die Finanzverwaltung. Der Austausch funktioniert europaweit, perspektivisch auch breiter über internationale Mechanismen.

Für Anleger bedeutet das: Anonymität wird in der Praxis immer weniger. Wer Krypto Vermögen später in Euro oder Dollar nutzen will, kommt an regulierten Schnittstellen kaum vorbei.

6. DeFi und Self Custody bleiben möglich, aber der Ausstieg wird zum Nadelöhr

Ein zentraler Punkt war die Schnittstelle zurück in die regulierte Welt. Spätestens wenn größere Beträge wieder auf eine Börse sollen, kommt die Frage nach Herkunftsnachweisen.

Wer über Jahre in DeFi unterwegs war, viele Wallets genutzt hat oder alte Börsen verwendet hat, die es heute nicht mehr gibt, hat oft Lücken in der Nachweiskette. Genau diese Lücken können später zu Kontosperren, Auszahlungsstopps oder langen Nachfragen führen.

Die wichtigste Leitidee: Wer später ruhig und planbar auf sein Vermögen zugreifen will, braucht einen roten Faden in der Dokumentation.

7. Geltung ab 1. Januar 2026 und der logische Folgeschritt

Im Gespräch wurde erwähnt, dass die Meldelogik nach aktuellem Kenntnisstand ab dem 1. Januar 2026 greift. Gleichzeitig ist der praktische Effekt klar: Wenn ab 2026 Daten sichtbar werden, liegt für Behörden die Vermutung nahe, dass auch vorher Aktivitäten stattgefunden haben.

Wer in der Vergangenheit nie sauber erklärt hat, sollte das Thema ernst nehmen und proaktiv aufräumen.

8. Ausblick: Regulierung, Stablecoins, mögliche Abgeltungssteuer

Zur Entwicklung 2026 wurden drei Themen besonders greifbar:


  • Die EU hat mit MiCA bereits ein Rahmenwerk, vor allem bei Stablecoins sind die Vorgaben streng
  • Verzinsung auf Stablecoins dürfte auf regulierten EU Plattformen schwerer werden
  • Wenn Daten strukturiert vorliegen, ist der Weg zum automatischen Steuerabzug deutlich kürzer. Stefan erwartet deshalb mittelfristig eine Bewegung Richtung Abgeltungssteuer




Fazit

2026 bringt weniger neue Paragrafen, aber deutlich mehr Konsequenz in der Kontrolle. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Gesetz, sondern im Vorgehen der Finanzämter und in der regulatorischen Datenlage.
Wer heute sauber dokumentiert und seine Historie plausibel zusammenhält, erspart sich später Zeit, Stress und im Zweifel den Zugriff auf das eigene Vermögen.
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