Bitcoin: Die Marktreaktion nach Nvidia und Powell
Der Markt startete nervös in den Tag. Starke Nvidia-Zahlen und neue Signale von Jerome Powell trafen auf ein Umfeld, das bereits angespannt wirkte. Bitcoin fiel kurzzeitig unter 89 000 Dollar und die Unsicherheit war spürbar. Die Nachfragewelle, die zu Jahresbeginn noch für Rückenwind sorgte, ist abgeklungen und viele Frühkäufer haben in den vergangenen Tagen verkauft.
Gleichzeitig bleiben die ETF-Zuflüsse schwach und die Absicherungen im Derivatemarkt nehmen weiter zu. Die Erwartungen für eine Zinssenkung im Dezember liegen laut CME derzeit nur bei etwa 30 Prozent. In so einer Marktlage wird jeder kleine Impuls als Richtungswechsel interpretiert.

Trotzdem gab es gestern ein interessantes Gegengewicht. Nvidia meldete Rekordumsätze und zeigte, dass die Nachfrage nach Rechenkapazität ungebrochen hoch ist. Das stabilisierte nicht nur den Tech-Sektor, sondern hob auch Bitcoin aus seiner Schwäche. Der Markt reagierte mit einem stillen Aufatmen und der Kurs kletterte wieder über 92 000 Dollar.
Parallel nahm die Aktivität großer Bitcoin-Wallets deutlich zu. Santiment meldet über 100 000 Transaktionen mit mehr als 100 000 Dollar und fast 30 000 Transaktionen über einer Million Dollar, der höchste Wert des Jahres. Die Analysten sehen eine klare Verschiebung von Verkäufen hin zu Käufen und sprechen von einer der aktivsten Whale-Wochen seit Langem.
Auch Glassnode bestätigt, dass Wallets mit mehr als tausend Bitcoin seit Ende Oktober wieder akkumulieren und stärker auftreten als zuvor. Das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen lag gestern in den Orderbüchern bei zehn zu eins, ein Wert weit über dem üblichen Durchschnitt.
Während kurzfristige Trader unter Druck verkaufen, nutzen große Anleger die Marktverwerfungen zum Aufstocken. Die Liquidationen der letzten Wochen haben überzogene Hebel aus dem Markt genommen und viele riskante Positionen geschlossen. Solche Resets haben in der Vergangenheit oft den Boden für stabilere Aufwärtsphasen gelegt, weil der Markt danach entspannter agieren kann.
BlackRock: Neuer staked Ethereum ETF in Vorbereitung
Auch bei Ethereum gibt es Bewegung. BlackRock hat in Delaware ein neues Produkt registriert, das einen staked Ethereum ETF vorbereitet. Der bestehende ETH-ETF bringt zwar Kapital ins Netzwerk, bietet aber keine laufenden Erträge. Ein Produkt mit Ausschüttungen wäre besonders für konservative Anleger attraktiv, die sich bisher nicht an Ethereum herangetraut haben.
Bei einer durchschnittlichen Staking-Rendite von rund vier Prozent würde aus einem reinen Preis-ETF erstmals ein Gesamt-Rendite-Produkt. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig. Die SEC arbeitet seit der Trump-Regierung mit einem schnelleren Standard für neue Krypto-Produkte, und aktuell warten über siebzig Anträge auf Entscheidungen.
Sollte dieses Produkt durchgehen, öffnet das eine neue Tür für Ethereum und erweitert die Art, wie institutionelles Kapital Zugang zum Netzwerk findet.

