MissCrypto Logo
Bitcoin19. November 2025
Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
← Alle Artikel

Cloudflare-Ausfall, Bitcoin-Rücksetzer und neue Infrastrukturtrends

Cloudflare-Ausfall, Bitcoin-Rücksetzer und neue Infrastrukturtrends
Als Cloudflare gestern fast ein Fünftel des weltweiten Internets lahmlegte, standen Webseiten still, Zahlungen hingen fest und selbst Plattformen wie X oder ChatGPT waren zeitweise nicht erreichbar. Auch der Kryptomarkt bekam die Folgen deutlich zu spüren. Coinbase, Ledger, BitMEX oder Toncoin meldeten Ausfälle, weil ein einziger technischer Baustein ins Stolpern geriet. Ursache war kein Angriff, sondern eine interne Datei, die größer wurde als vorgesehen und das gesamte Bot Management System zum Absturz brachte. Da Cloudflare etwa 20 Prozent des globalen Traffics abwickelt, hatte der Fehler weltweite Auswirkungen.

Das rückt ein Thema neu in den Fokus, das in den letzten Monaten immer lauter diskutiert wird: DePIN, also verteilte Netze für physische Infrastruktur. Die Frage gewinnt an Bedeutung, ob solche Modelle unser Internet künftig widerstandsfähiger machen, weil sie nicht von einzelnen zentralen Dienstleistern abhängen.
1763533555181_G6GMIaeXYAAOIYv.webp

Trotz des Bitcoin-Rücksetzers zeigte sich der Markt überraschend stabil. Der kurze Ausflug unter 90.000 Dollar löste keine typischen Panikreaktionen aus. Beobachter sprechen von einem Übergang in ein Umfeld, das stärker über Fundamentaldaten gesteuert wird statt über reine Liquidität. Anwendungen mit realer Nutzung, Staking-Modelle oder institutionelle Nachfrage halten sich besser, während Projekte ohne substanziellen Nutzen den größten Druck verspüren.

1763533631797_G6GMWE4WUAAZgeP.webp
https://coinmarketcap.com/currencies/bitcoin/

Einige Analysten sehen die aktuelle Phase bereits nahe am Abschluss. Standard Chartered verweist auf Muster früherer Korrekturen von rund 30 Prozent und hebt Signale hervor, die häufig mit lokalen Böden zusammenfallen, darunter Futures in Backwardation oder fallende Bewertungskennzahlen.

Polygon: Mastercard holt Nutzernamen ins Wallet

Eine Meldung, die vor allem Einsteiger freut: Mastercard führt menschlich lesbare Nutzernamen für Self-Custody-Wallets ein. Polygon bildet die technische Grundlage, während Mercuryo die Verifizierung übernimmt und bestätigt, dass eine Wallet wirklich einer Person gehört.

Das umständliche Kopieren kryptischer Adressen entfällt damit, einer der häufigsten Fehlerpunkte im Alltag vieler Nutzer. Auf Wunsch kann sogar ein Soulbound Token ausgestellt werden, der den Wallet-Besitz eindeutig belegt.

1763533781926_G6GIS7-XgAAt8TZ.webp
https://x.com/0xPolygon/status/1990721720978976958

Mastercard baut diesen Bereich seit zwei Jahren konsequent aus: Debitkarten in Kooperation mit Kraken, Self-Custody-Integrationen mit MetaMask und eine Chainlink-gestützte Lösung für direkte Onchain-Käufe für Milliarden Karteninhaber. Der Trend zeigt, dass Self Custody und Benutzerfreundlichkeit zusammenwachsen und der Markt sich in Richtung verifizierter, aber souveräner Nutzung bewegt.

Stablecoins: Paxos bringt Dollarliquidität auf neue Chains

Paxos erweitert mit USDG0 den regulierten Stablecoin auf drei weitere Netzwerke: Hyperliquid, Plume und Aptos. Wichtig dabei: Es entsteht nicht für jedes Netzwerk eine eigene Version des Coins. Möglich wird das durch LayerZero und den OFT-Standard, der einen einzigen Stablecoin über mehrere Chains hinweg beweglich macht.

1763533854870_G6GIm8UXQAAPVL6.webp
https://x.com/paxoslabs/status/1990786568597221728?s=20

Das ist ein bedeutender Schritt, denn er bringt regulierte Dollarliquidität direkt in neue Ökosysteme. Dort ermöglicht er Lending, modulare Finanzanwendungen und den Austausch von Werten ohne klassische Bridges.

Der Tag zeigte einmal mehr, wie stark unser digitales Leben von robuster Infrastruktur abhängt – und welchen wachsenden Beitrag Blockchain dabei leisten kann. Morgen geht es weiter mit neuen Entwicklungen und frischen Einordnungen.

Artikel teilen
← Weitere Artikel entdecken