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Regulierung15. Oktober 2025
Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
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Japan verschärft Regeln gegen Krypto-Insiderhandel

Japan verschärft Regeln gegen Krypto-Insiderhandel

Japan zieht nach: Neue Regeln gegen Insiderhandel im Kryptomarkt

Japan macht ernst – und will den Kryptomarkt künftig genauso streng regulieren wie den Aktienhandel. Die japanische Finanzaufsicht (Financial Services Agency, kurz FSA) arbeitet an einer Gesetzesänderung, die Insiderhandel mit Kryptowährungen erstmals klar unter Strafe stellt.

Bislang gibt es in Japan keine rechtliche Grundlage, um Krypto-Insiderhandel zu ahnden. Selbst die Japan Virtual and Crypto Assets Exchange Association (JVCEA), die als Selbstregulierungsbehörde fungiert, verfügt über kein System, um verdächtige Handelsaktivitäten zu erkennen. Das soll sich nun ändern.

Künftig soll die Securities and Exchange Surveillance Commission (SESC) – also die japanische Wertpapieraufsicht – auch bei Krypto aktiv werden dürfen. Sie soll Untersuchungen durchführen, Verstöße verfolgen und Bußgelder verhängen, die sich an den unrechtmäßig erzielten Gewinnen orientieren. In schweren Fällen sind sogar Strafanzeigen möglich.

Die geplante Reform ist Teil einer größeren Strategie: Die FSA möchte Kryptowährungen unter das Wertpapiergesetz (FIEA) stellen, statt wie bisher unter das Payment Services Act. Damit würden digitale Vermögenswerte rechtlich ähnlich behandelt wie Aktien oder Anleihen. Ziel ist mehr Transparenz, Anlegerschutz und Marktintegrität.

Die Details sollen bis Ende 2025 ausgearbeitet werden. Schon 2026 könnte der Gesetzesentwurf in Kraft treten.

Hintergrund: Japans Krypto-Markt wächst rasant

In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Krypto-Nutzer in Japan vervierfacht – auf 7,88 Millionen Menschen, was rund 6,3 % der Bevölkerung entspricht.

Mit dem starken Wachstum steigt auch das Risiko von Marktmanipulationen und Informationsmissbrauch. Die Regierung reagiert nun mit einem klaren Bekenntnis zu seriösem, regelkonformem Wachstum.

Politischer Rückenwind durch Takaichi

Besonders interessant: Die mögliche künftige Premierministerin Sanae Takaichi gilt als technologieoffen und innovationsfreundlich. Sie setzt sich für „technologische Souveränität“ ein und will digitale Infrastruktur, Blockchain und Tokenisierung gezielt fördern – bei gleichzeitiger Einhaltung klarer Regeln.

Ihre Wirtschaftspolitik sieht zudem niedrige Zinsen, Steuererleichterungen und eine lockere Geldpolitik vor, was zusätzlichen Kapitalfluss in Japans Tech- und Kryptosektor bringen könnte.

Fazit

Japan schafft gerade etwas, woran viele Länder noch scheitern: einen klaren Rechtsrahmen für Innovation.
Wenn Insiderhandel konsequent verfolgt wird und gleichzeitig Offenheit für neue Technologien bleibt, entsteht ein Markt, der Vertrauen schafft – sowohl für Investoren als auch für Unternehmen.

Japan zeigt damit, dass Regulierung nicht das Ende von Krypto ist, sondern die Grundlage für echten Fortschritt.

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