In wenigen Tagen beginnt das Ripple Swell 2025 – und kaum ein Jahr war technologisch so spannend wie dieses für den XRPL!
Während Ripple sich auf die große Bühne vorbereitet, laufen im Hintergrund Entwicklungen, die das gesamte XRP-Ökosystem verändern könnten: der neue MPT-Token-Standard und das geplante Batch-Upgrade (XLS-56).
Beide Upgrades greifen ineinander und bilden das Fundament für eine neue Ära, in der der XRP Ledger vom Zahlungsnetzwerk zunehmend zur vollwertigen Finanzplattform reift. Warum das für XRP Investoren auch interessant sein dürfte, wirst du gleich feststellen. Zunächst zu den Upgrades:MPT – der neue institutionelle Token-Standard
Mit der seit Oktober aktivierten Amendment MPTokensV1 hat der XRPL einen historischen Schritt vollzogen.
Der neue Multi-Purpose Token (MPT)-Standard erlaubt es erstmals, fungible Token direkt im Ledger-Protokoll auszugeben, also ohne Smart Contracts oder externe Logik.
Bisher basierten Token auf sogenannten Trustlines (gegenseitigen Vertrauensverbindungen zwischen Konten). Das war funktional, aber kompliziert und schwer skalierbar.
MPTs ersetzen dieses System durch ein einheitliches, regelbasiertes Framework, das speziell für institutionelle Tokenisierung entwickelt wurde.
Institutionen können nun mit eingebauten Sicherheits-und Compliance-Funktionen Stablecoins, Fondsanteile, Anleihen oder Real-World-Assets (RWA) direkt auf dem Ledger emittieren:
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KYC/AML-Autorisierung (Zulassung geprüfter Investoren)
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Freeze-Funktion (Einfrieren von Konten bei Verstößen)
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Clawback-Option (Rückholung von Token in Ausnahmefällen)
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On-chain-Metadaten für rechtliche Dokumente, ISINs oder Fondsinformationen
Damit wird der XRPL zu einer Blockchain, die regulatorische Anforderungen nativ erfüllt, also direkt auf Protokollebene.
Für interessierte XRP Anleger heißt das:
Jede MPT-Transaktion nutzt XRP als Transaktionsgebühr (Fee) und Abwicklungswährung (Settlement Asset), was die Nachfrage nach XRP im institutionellen Umfeld weiter stärkt.
Hier findest du alle Infos.
Batch (XLS-56) – mehrere Transaktionen als eine Einheit
Parallel dazu steht das Batch-Upgrade kurz vor der Aktivierung.
Der neue Standard erlaubt es, mehrere Transaktionen in einem Schritt auszuführen als ein sogenanntes atomisches Paket.
Das Prinzip: Entweder alles passiert oder nichts.
Wenn eine Teilaktion fehlschlägt, wird die gesamte Transaktion zurückgerollt.
Diese sogenannte atomare Ausführung (englisch atomic execution) bringt eine Wenn-Dann-Logik direkt ins Protokoll und auch hier ohne Smart Contracts, die häufig fehleranfällig oder regulatorisch schwer zu prüfen sind.
Damit lassen sich erstmals komplexe Abläufe vollständig on-chain ausführen, etwa:
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Trustless Swaps (Tauschgeschäfte) zwischen Stablecoins, RWAs oder Bonds
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NFT-zu-NFT-Trades in einem einzigen Schritt
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Zinszahlungen, Rückkäufe oder Escrow-Abläufe
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oder mehrstufige Geschäftsprozesse mit vollständiger Sicherheit
Beispiel gefällig?
Eine Bank kann theoretisch einen digitalen Geldmarktfonds über den Standard MPTokensV1 ausgeben und gleichzeitig per Batch-Transaktion in einem einzigen Schritt die Ausgabe, Zahlung und Gebührenabwicklung durchführen.
Der MPT enthält alle relevanten Metadaten wie Wertpapier-Kennnummer und Fondsprospekt. Der Investor will einen Fondsanteil kaufen:
Der Investor sendet RLUSD (Stablecoin von Ripple) an die Bank.
Die Bank sendet MPT-Fondsanteile an den Investor.
Gleichzeitig wird die Gebühr in XRP abgewickelt.
Alle Teilschritte laufen über eine Batch-Transaktion atomar ab.
So entsteht ein sicherer, vollautomatischer Handel ohne Zwischenrisiko und ohne manuelles Nachclearing.
Der größere Kontext: Ripple baut ein Finanzökosystem
Diese Entwicklungen sind Teil einer langfristigen Strategie.
Ripple baut derzeit ein komplettes On-Ledger-Finanzsystem, das Handel, Treasury, Custody und Reporting nahtlos miteinander verbindet.
Mit der Übernahme von Hidden Road, inzwischen vollständig in Ripple Prime integriert, verfügt Ripple über einen globalen Prime Broker für Devisen, Anleihen, Derivate und digitale Assets.
Die jüngste Akquisition von GTreasury (2025) stärkt das Cash-Management und erlaubt Unternehmen, ihre Treasury-Prozesse direkt auf dem Ledger zu führen.
Dazu kommen Unternehmen wie Metaco (2023) und Standard Custody (2024) als Verwahrungspartner für Banken und Fonds.
Selbst Privacy-Tools auf dem XRPL werden bereits entwickelt, um vertrauliche, aber auditierbare Finanztransaktionen zu ermöglichen.
Alles zusammen zeigt: Ripple positioniert sich nicht mehr nur als Zahlungsanbieter, sondern als Architekt eines globalen Finanzökosystems auf Blockchain-Basis.
Fazit
Mit MPT und Batch vollzieht der XRP Ledger einen weiteren wichtigsten Schritt seit seiner Gründung. Der Ledger kann damit denkbare Anwendungsfälle wie institutionelle Asset-Swaps oder automatisiertes Market-Making reguliert, sicher und in Echtzeit anbieten.
Während das MPT-Upgrade bereits in einer ersten Version live ist, steht Batch zum Zeitpunkt des Schreibens kurz vor der finalen Abstimmung. Im Devnet wird das Feature bereits aktiv getestet.
Gemeinsam bilden beide die Basis für eine neue Generation institutioneller Anwendungen, eine Form, die es bisher wohl kaum auf öffentlichen Blockchains gibt.

