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US-Bitcoin-Diebstahl 2026: Wer wirklich zugriff

Der größte US- Bitcoin -Diebstahl 2026 kam nicht von einem Hacker aus Pjöngjang , sondern aus dem Inneren eines Regierungs-Vertragspartners. Der mutmaßliche Tät...

Bitcoin
von David B.
4 Min.
US-Bitcoin-Diebstahl 2026: Wer wirklich zugriff

⚡ Quick Takes

  • 46 Millionen Dollar in beschlagnahmtem Krypto wurden aus Wallets des U.S. Marshals Service abgezogen. Mutmaßlicher Täter ist der Sohn eines Custody-Vertragspartners.
  • Der Diebstahl flog auf, weil der Verdächtige in einem Telegram-Streit live seine eigene Wallet auf dem Bildschirm zeigte.
  • Das Weiße Haus verknüpft den Fall jetzt direkt mit der geplanten US-Bitcoin-Reserve.

Der größte US-Bitcoin-Diebstahl 2026 kam nicht von einem Hacker aus Pjöngjang,
sondern aus dem Inneren eines Regierungs-Vertragspartners. Der mutmaßliche Täter ist der 21-jährige Sohn des Vorstandschefs einer Firma, die im Auftrag US-amerikanischer Behörden beschlagnahmte Krypto-Vermögen verwahrt. Der Schaden liegt nach offizieller Untersuchung bei rund 46 Millionen Dollar. Das eigentliche Signal steckt aber nicht im Diebstahl selbst, sondern in dem, was er über die Verwahrungs-Praxis amerikanischer Behörden offenlegt.

Wie der US-Bitcoin-Diebstahl auf Telegram aufflog

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Im Januar 2026 veröffentlichte der bekannte Blockchain-Ermittler ZachXBT die ersten Hinweise. Auslöser war ein „band for band"-Streit auf Telegram, also ein Wettstreit darum, wer mehr Geld besitzt. Der 21-jährige John „Lick" Daghita teilte dabei live seinen Bildschirm und zeigte eine Exodus-Wallet mit rund 23 Millionen Dollar.

Um seinen Gegenüber zu beeindrucken, transferierte er 12.540 Ether, also etwa 36 Millionen Dollar, in einer einzigen Bewegung. Wer Wallet-Adressen verfolgt, konnte den Stream nachvollziehen. ZachXBT brauchte wenige Stunden, um die Beträge mit Wallets zu verknüpfen, in denen die US-Regierung Krypto-Vermögen aus Beschlagnahmungen verwahrt.

Im März folgte die Verhaftung auf der Karibik-Insel Saint Martin, durch französische Behörden in Zusammenarbeit mit dem FBI. FBI-Direktor Kash Patel bestätigte den Zugriff öffentlich. CMDSS, die Firma seines Vaters, hat seither die eigene Webseite offline genommen und alle Social-Media-Kanäle geschlossen.

Wer im Hintergrund die Schlüssel verwaltete

Die Verbindung zur Regierung ist direkt. Daghitas Vater Dean ist Vorstandschef der Firma CMDSS aus Haymarket im Bundesstaat Virginia. CMDSS hatte im Oktober 2024 einen Vertrag mit dem U.S. Marshals Service abgeschlossen. Diese Behörde verwahrt unter anderem beschlagnahmtes Vermögen aus Strafverfahren.

Konkret war CMDSS für die so genannten Klasse-2 bis 4-Coins zuständig, also weniger gängige Krypto-Vermögenswerte, die nicht ohne Weiteres über große Handelsplätze abgewickelt werden können. Damit waren die Schlüssel zu Wallets in der Sphäre der Familie. Wie genau John Daghita Zugang erhielt, ist nicht abschließend belegt.

Klar ist: Die Sicherungsstruktur reichte nicht aus, um den Zugriff einer einzelnen Person abzufangen. ZachXBT geht inzwischen davon aus, dass der tatsächliche US-Bitcoin-Diebstahl über 90 Millionen Dollar betragen könnte, wenn weitere verdächtige Wallet-Bewegungen aus Ende 2025 mit eingerechnet werden.

Warum das Weiße Haus den US-Bitcoin-Diebstahl jetzt aufgreift

Am 7. Mai 2026 sprach Patrick Witt, Krypto-Berater im Weißen Haus, auf der Konferenz Consensus in Miami. Innerhalb weniger Wochen werde die Trump-Administration eine große Ankündigung zur strategischen Bitcoin-Reserve machen, erklärte er.

Die Reserve war bereits im März 2025 per Executive Order beschlossen worden und soll im Wesentlichen aus beschlagnahmten Bitcoin gespeist werden. Witt verknüpfte die Ankündigung in seiner Rede direkt mit dem Daghita-Fall. Der Diebstahl unterstreiche die Notwendigkeit, die Verwahrung von Regierungsbeständen rechtlich und technisch neu aufzustellen.

Das ist die Pointe: Genau die Behörde, deren Beschlagnahmungen den Grundstock für die größte staatliche Bitcoin-Position der Welt bilden sollen, hat über Monate nicht bemerkt, dass aus den eigenen Wallets Millionen abflossen, bis ein Streit auf Telegram es offenbarte.

Mein Blick darauf

Der US-Bitcoin-Diebstahl ist auf den ersten Blick eine Geschichte über einen 21-Jährigen, der seinen Reichtum nicht für sich behalten konnte. Auf den zweiten Blick ist er ein Custody-Skandal, und der trifft nicht nur die US-Regierung. Wer Krypto bei einer dritten Partei hält, sei es eine Börse, ein Verwahrer oder eine Bank, verlässt sich auf eine Kette von Personen, die alle privilegierten Zugang haben. Genau dort liegt das eigentliche Risiko.

Die einfachste Antwort darauf wird in der Krypto-Szene seit Jahren wiederholt, sie kommt vielen Anlegern aber immer noch zu umständlich vor: Coins selbst verwahren. Eine Hardware-Wallet entkoppelt das eigene Vermögen vom Zugriff Dritter. Die Recovery-Phrase muss man sicher verwahren, jede Transaktion bewusst bestätigen. Aber das ist genau der Punkt.

Wenn es einen 21-Jährigen mit Telegram-Zugang braucht, um aus den Wallets der US-Regierung 46 Millionen Dollar zu ziehen, ist die Frage nicht mehr, wem man bei der Verwahrung vertraut, sondern ob man überhaupt jemandem vertrauen muss.

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Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Über den Autor

David B.

David B.

Seit drei Jahren beschäftige ich mich täglich mit Krypto. Hier auf MissCrypto schreibe ich, was gerade in der Kryptowelt passiert und schaue dabei hinter die Schlagzeilen.

Risikohinweis: Meine Inhalte dienen ausschließlich zur Information und stellen keine Anlageberatung dar.

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