Was ist der Clarity Act?
Der Clarity Act (Digital Asset Market Clarity Act of 2025) ist ein US-Gesetzentwurf, der erstmals festlegt, welche Kryptowährungen unter die SEC (Wertpapieraufsicht) und welche unter die CFTC (Rohstoffaufsicht) fallen.
Stell dir vor, zwei Behörden streiten seit Jahren, wer für Krypto zuständig ist. Die SEC sagt: „Das sind Wertpapiere, wir regulieren das.“ Die CFTC sagt: „Nein, das sind Rohstoffe wie Gold, wir sind zuständig.“ Ergebnis: Keine klaren Regeln, Unternehmen werden verklagt statt reguliert. Der Clarity Act beendet diesen Streit mit einem „Spurensystem“: Token starten als Wertpapier und können zum Commodity reifen, wenn das Netzwerk ausreichend dezentralisiert ist.
Der Clarity Act ist der Nachfolger des FIT21-Gesetzes, das 2024 im Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, aber im Senat nie zur Abstimmung kam. Viele Kernelemente wurden übernommen und weiterentwickelt.
Video: Clarity Act erklärt
Keine Lust zu lesen? In diesem Video erkläre ich dir alles Wichtige zum Clarity Act und seinen Auswirkungen auf dein Portfolio.
Timeline: Wo steht der Clarity Act?
Der Weg durch den US-Kongress ist lang. Hier siehst du jeden Meilenstein, was bereits geschafft ist und welche Hürden noch kommen.
H.R. 3633 eingebracht
House Financial Services Committee und Agriculture Committee bringen den Digital Asset Market Clarity Act of 2025 gemeinsam ein.
House verabschiedet mit 294-134 Stimmen
Das Repräsentantenhaus stimmt mit breiter überparteilicher Mehrheit für den Clarity Act. Der Entwurf geht an den Senat.
Senate Banking Committee verschiebt Markup
Über 100 Amendments eingereicht. Die Bankenlobby fordert ein Verbot von Stablecoin-Zinsen. Chairman Tim Scott verschiebt statt eine gescheiterte Abstimmung zu riskieren.
Senate Agriculture Committee stimmt zu
Der Digital Commodity Intermediaries Act wird am 29. Januar aus dem Agriculture Committee verabschiedet.
SEC und CFTC klassifizieren 16 Kryptos als Commodities
Die gemeinsame 68-Seiten-Guidance stuft Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und 12 weitere Token offiziell als Digital Commodities ein.
Stablecoin-Kompromiss erreicht
Senatoren Tillis (R) und Alsobrooks (D) einigen sich: Passives Stablecoin-Yield wird verboten, Activity-Based Rewards bleiben erlaubt.
Banking Committee Markup erwartet
Nach der Easter Recess (bis 13. April) soll das Senate Banking Committee den Gesetzentwurf markieren und abstimmen.
Senate Floor Vote + Reconciliation
Braucht 60 Stimmen im Senat. Danach Abgleich mit der Agriculture-Committee-Version und der House-Version vom Juli 2025.
Präsidentenunterschrift
Nach erfolgreicher Reconciliation unterzeichnet der Präsident das Gesetz. Treasury Secretary Bessent nennt Frühling 2026 als Ziel.
Was steht im Clarity Act?
Am 17. März 2026 haben SEC und CFTC eine gemeinsame 68-Seiten-Guidance veröffentlicht, die erstmals fünf Kategorien für digitale Assets definiert. Dieses Klassifizierungssystem bildet das Herzstück des Clarity Act.
| Kategorie | Aufsicht | Beispiele |
|---|---|---|
| Digital Commodities | CFTC | Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana |
| Digital Securities | SEC | Unregistrierte Token Sales |
| Stablecoins | Eigenes Framework | USDC, USDT, RLUSD |
| Digital Collectibles | Keine Wertpapiere | NFTs, Gaming-Token |
| Digital Tools | Keine Wertpapiere | Utility Tokens |
Der Stablecoin-Streit
Der größte Konflikt: Dürfen Krypto-Plattformen Zinsen auf Stablecoin-Guthaben zahlen? Die Bankenlobby sagt Nein, weil Kapital von Bankeinlagen zu Stablecoins abfließen würde. Die Krypto-Industrie sagt Ja, weil es Innovation fördert.
Der Kompromiss vom 22. März 2026: Passives Yield (Zinsen nur fürs Halten) wird verboten. Activity-Based Rewards (Belohnungen für Zahlungen, Transfers oder Plattformnutzung) bleiben erlaubt. Coinbase hat den Entwurf dennoch zweimal abgelehnt.
5 Hürden bis zur Verabschiedung
Welche Coins profitieren vom Clarity Act?
Am 17. März 2026 haben SEC und CFTC in einer gemeinsamen 68-Seiten-Guidance 16 Kryptowährungen offiziell als Digital Commodities eingestuft. Das bedeutet: CFTC-Aufsicht statt SEC-Enforcement, niedrigeres regulatorisches Risiko und ebnet den Weg für weitere ETF-Produkte.
| # | Coin | Warum Commodity? |
|---|---|---|
| 1 | Bitcoin (BTC) | Dezentral seit 2009, kein zentraler Emittent, Spot-ETFs in den USA seit 2024 zugelassen |
| 2 | Ethereum (ETH) | Dezentrale L1 mit Proof-of-Stake. Guidance stellt klar: Staking ist kein Wertpapier-Angebot |
| 3 | XRP | Torres-Urteil (2023) bestätigt Non-Security-Status. Spot-ETFs seit November 2025 live (u.a. Franklin XRPZ) |
| 4 | Solana (SOL) | Dezentrale L1, Spot-ETFs seit Oktober 2025 live, erster Krypto-ETF mit integriertem Staking |
| 5 | Cardano (ADA) | Dezentrale L1, on-chain Governance, kein zentraler Akteur mit Gewinnversprechen |
| 6 | Chainlink (LINK) | Dezentrales Oracle-Netzwerk, Wert aus funktionaler Nutzung in DeFi und Tokenisierung |
| 7 | Avalanche (AVAX) | Dezentrale L1 mit Subnet-Architektur, kein zentraler Emittent |
| 8 | Polkadot (DOT) | Multi-Chain-Protokoll mit dezentraler Governance |
| 9 | Stellar (XLM) | Dezentrales Zahlungsnetzwerk, betrieben von Non-Profit-Stiftung |
| 10 | Hedera (HBAR) | DLT mit verteiltem Governing Council aus 39 Organisationen |
| 11 | Litecoin (LTC) | Dezentrale PoW-Blockchain seit 2011, kein Unternehmen oder Gründerteam dahinter |
| 12 | Dogecoin (DOGE) | Community-getriebener PoW-Coin seit 2013, dezentrales Mining |
| 13 | Shiba Inu (SHIB) | Community-Token auf Ethereum, anonymer Gründer, kein zentrales Gewinnversprechen |
| 14 | Tezos (XTZ) | On-chain Governance, dezentrales Staking, selbstaktualisierendes Protokoll |
| 15 | Bitcoin Cash (BCH) | Dezentrale PoW-Blockchain, Bitcoin-Fork seit 2017 |
| 16 | Algorand (ALGO) | Dezentrale L1 mit Pure Proof-of-Stake-Konsens |
Tiefergehende Kurs-Analysen findest du hier: XRP Prognose bis 2030, Chainlink Prognose und Dogecoin Prognose.
Profiteure
- Reife L1-Blockchains erhalten Commodity-Status
- DeFi-Protokolle bekommen eigene Regulierung statt SEC-Enforcement
- Stablecoin-Emittenten arbeiten in einem klaren Framework
- Weitere ETF-Produkte werden ermöglicht (nach BTC, ETH, XRP, SOL)
Risiken bleiben
- Neue Token-Launches fallen weiterhin unter die SEC
- Yield-basierte Stablecoins werden verboten
- Unregistrierte Token Sales bleiben illegal
- Senat-Abstimmung kann noch scheitern
Du willst von der Regulierung profitieren?
Wenn der Clarity Act Bitcoin, Ethereum und XRP offiziell als Commodities einstuft, sinkt das regulatorische Risiko für diese Assets. Hier sind die Schritte, mit denen du dich positionieren kannst.
Was bedeutet der Clarity Act für deutsche Anleger?
Der Clarity Act ist ein US-Gesetz und gilt nicht direkt in der EU. In Europa reguliert seit Dezember 2024 die MiCA-Verordnung den Kryptomarkt. Trotzdem hat der Clarity Act indirekte Auswirkungen auf deinen Krypto-Alltag in Deutschland.
| MiCA (EU) | Clarity Act (USA) | |
|---|---|---|
| Gültig seit | Dezember 2024 | Noch offen |
| Aufsicht | ESMA + BaFin | SEC + CFTC |
| Stablecoins | Reguliert (Reserve-Pflicht) | Yield verboten, Rewards erlaubt |
| DeFi | Weitgehend ausgeklammert | Eigene Regulierung geplant |
| NFTs | Einzelfallprüfung | Keine Wertpapiere |
Was passiert wenn der Clarity Act scheitert?
Der Clarity Act ist nicht garantiert. Der Senat braucht 60 Stimmen, und die Midterm-Wahlen im November 2026 setzen eine politische Deadline. Drei mögliche Szenarien:
Scheitert im Senat
Die SEC reguliert weiterhin durch Enforcement-Aktionen. Keine klaren Regeln, Unternehmen ziehen ins Ausland. Die Guidance vom März 2026 bleibt als Orientierung, hat aber keine Gesetzeskraft.
Mehrheitswechsel
Bei den Midterm-Wahlen im November 2026 verlieren die Republikaner die Senatsmehrheit. Ein komplett neuer Gesetzentwurf wäre nötig, mit anderen politischen Prioritäten.
"Clarity Act Light"
Das Gesetz wird stark verwässert verabschiedet, ohne DeFi-Regelung und ohne klare Token-Klassifizierung. Besser als nichts, aber ohne die erhoffte regulatorische Klarheit.
Was ist der Clarity Act?
▾Wann wird der Clarity Act verabschiedet?
▾Welche Kryptowährungen profitieren vom Clarity Act?
▾Gilt der Clarity Act auch in Europa?
▾Was passiert wenn der Clarity Act scheitert?
▾Was ist der Unterschied zwischen Clarity Act und MiCA?
▾Weiterführende Ratgeber

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.
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