⚡ Quick Takes
- XRP-Spot-ETFs entziehen dem Markt reale Liquidität
- Erste ETFs binden bereits Millionen XRP pro Tag
- ETF-Nachfrage trifft auf begrenztes XRP-Angebot
- Schon kleine AUM-Quoten haben große Wirkung
- Reale Supply ist kleiner als die Total Supply aussieht
Mit den ersten XRP-Spot-ETFs in den USA beginnt ein neues Kapitel: Erstmals kaufen regulierte Fonds echte XRP, lagern sie bei lizenzierten Verwahrstellen ein und entziehen sie damit dem offenen Markt.
Für viele Anleger ist das ein wichtiger Schritt Richtung institutionelle Akzeptanz.
In diesem Artikel schauen wir nüchtern darauf, wie ETFs funktionieren, wie viel Nachfrage realistisch entstehen kann und welche zusätzlichen Faktoren eine Angebotsverknappung verstärken können. Ziel ist es, ein realistisches Bild zu zeichnen.
Was ist ein Spot-ETF
Ein Spot-ETF ist ein reguliertes Finanzprodukt, das den Preis eines Vermögenswertes 1:1 abbildet, indem es tatsächlich die zugrunde liegenden Assets kauft.
Im Fall eines XRP-Spot-ETFs bedeutet das:
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Es werden echte XRP am Markt gekauft
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Diese werden bei lizenzierten Custody-Anbietern verwahrt
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Anleger besitzen indirekt echte XRP, ohne Wallet oder Private Key
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Verkäufe finden nur statt, wenn ETF-Anteile zurückgegeben werden
Spot-ETFs unterscheiden sich damit klar von Futures-ETFs, die ausschließlich Terminprodukte handeln und keine realen Token halten.
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Warum investieren viele Menschen lieber in einen ETF?
Weil ein Spot-ETF die Hürde senkt. Nicht jeder möchte sich mit Wallets, privaten Schlüsseln, Verwahrung, Backup oder der technischen Seite von Krypto auseinandersetzen. Ein ETF ermöglicht es, am Markt teilzunehmen, ohne selbst Coins zu kaufen oder zu verwahren. Für viele Anleger zählt die einfache Abwicklung über das eigene Bankdepot, inklusive Steuerausweis, Regulierung und einer gewohnten Infrastruktur.
Bitcoin als Beispiel: Was Spot-ETFs im Markt bewirken
Bitcoin liefert den besten praktischen Vergleich.
Seit dem Start der US-Spot-ETFs Anfang 2024 sind innerhalb weniger Monate:
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über 1 Million BTC in ETF-Custody verschwunden
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die ETF-Bestände wachsen täglich
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die Nachfrage übersteigt regelmäßig das Miner-Angebot
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über 100 Milliarden USD sind in die Produkte geflossen
Der Effekt war eindeutig:
ETF-Nachfrage zieht Liquidität aus dem Markt, während neues Angebot nicht schnell genug nachkommt.
Das führt zu einem strukturellen Kaufdruck, der den Markt fundamental verändert hat.
Für XRP gilt dieselbe Mechanik, allerdings mit einer Besonderheit:
XRP wird nicht „produziert“ wie Bitcoin, sondern ist eine fixe Ressource.
Was einmal gekauft wird, kehrt oft nicht in den freien Markt zurück.
Die aktuellen XRP-Spot-ETF-Anträge in den USA
Stand heute liegen mehrere Anträge vor, teils bereits live, teils kurz vor Genehmigung. Gemäß den aktuellsten öffentlichen Daten (SEC-Filings, Bloomberg, Stedas-Übersichten) gehören dazu:
Die spotrelevanten Produkte (also jene, die echte XRP kaufen würden) umfassen AUM-Volumen von rund 1,7 Billionen USD über die jeweiligen Produktfamilien der Anbieter.
Natürlich wird dieses Vermögen nicht komplett in XRP fließen.
Relevant ist, wie viel Prozent die Anbieter typischerweise in neue Produkte lenken.
Canary Capital
Der erste live gegangene XRP-Spot-ETF liefert bereits konkrete Zahlen.
Canary Capital hat in den ersten fünf Handelstagen 138.582.415 XRP akkumuliert.
Das entspricht rund 300 Millionen US-Dollar an gekaufter XRP-Menge.
Damit hat ein einziger ETF in etwa einer Woche:
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0,14 % der gesamten XRP-Supply gebunden
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über 20 Millionen XRP pro Tag aus dem Markt genommen
Dieser reale Datenpunkt zeigt, wie schnell sich XRP aus dem offenen Markt herausbewegt, sobald institutionelle Produkte live sind.
Bitwise
Nur eine Woche nach Canary ist mit Bitwise der zweite große Spot-ETF gestartet.
Noch am ersten vollständigen Handelstag erreichte der ETF laut Bloomberg-Daten:
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21,7 Millionen USD Tagesvolumen
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bei nur wenigen Stunden Handelszeit
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und steigender Nachfrage über den Tag hinweg
Damit zeigt Bitwise schon zu Beginn, dass die Nachfrage nicht auf einen einzelnen Anbieter beschränkt ist. Der Markt absorbiert aktiv XRP über regulierte Vehikel – und das bereits vor dem Start großer Häuser wie Franklin Templeton.
ETPs außerhalb der USA: Europa, Asien, Australien, Kanada
XRP ist bereits heute in verschiedenen regulierten ETP-/ETP-Strukturen gelistet, unter anderem in:
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Europa (z. B. 21Shares, CoinShares)
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Schweiz (z. B. SIX-Börse über europäische ETP-Emissionen)
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Kanada (z. B. 3iQ)
Diese Produkte entziehen bereits heute kleine, aber stetige Mengen XRP dem offenen Markt.
Was passiert, wenn BlackRock und Vanguard einsteigen?
BlackRock und Vanguard verwalten zusammen rund 19 Billionen USD.
Schon minimale Allokationen — etwa 0,05–0,25 % — entsprechen mehreren Milliarden USD.
Kommt ein XRP-ETF dieser Anbieter, bewegt sich der Kapitalfluss automatisch auf einem völlig anderen Niveau.
Drei Szenarien: Wie viel XRP könnten ETFs dem Markt entziehen?
Wir nutzen:
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AUM-Basis: 1,7 Billionen USD der bestehenden US-ETF-Anträge
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XRP-Preis: Ø 2,50 USD
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Total Supply: 100 Milliarden XRP
Und berechnen drei Szenarien, um ein Gefühl für das Potenzial zu geben.
Fazit: Warum diese Zahlen sogar konservativ sind
Alle drei Szenarien basieren auf einem einfachen Modell:
Wir betrachten die Nachfrage der ETF-Anbieter und rechnen diese Nachfrage gegen die Total Supply von 100 Milliarden.
Was in diesen Szenarien nicht berücksichtigt wurde und was die Marktverknappung langfristig sogar deutlich verstärkt, sind mehrere strukturelle Faktoren:
Ripple-Escrow
Ein großer Teil der Gesamtmenge ist in Escrow gebunden und kommt nur in begrenzten Monatsraten frei. Diese XRP werden überwiegend für Partnerschaften, ODL-Liquidität und Netzwerkentwicklung genutzt, nicht als frei handelbares Marktangebot.
Burn und verlorene Coins
Transaktionsgebühren auf dem XRPL werden permanent verbrannt. Zusätzlich gehen – wie bei Bitcoin – Wallets verloren, Schlüssel verlegt oder Konten nie wieder genutzt. Diese XRP sind dauerhaft aus dem System entfernt.
Corporate Treasuries, die XRP langfristig halten
Immer mehr Unternehmen kündigen an, XRP als Teil ihrer Treasury-Strategie zu halten, nicht als Spekulation, sondern als Infrastruktur-Asset.
Die Liste umfasst (Stand Oktober 2025) unter anderem:
Über alle Firmen ergibt sich bereits heute ein potenzielles Treasury-Volumen von 2,06 Milliarden USD, Tendenz steigend. Diese XRP bleiben in der Regel langfristig gebunden.
Selbst wenn man die gesamte Total Supply von 100 Milliarden ansetzt, zeigen die drei Szenarien, dass ETFs zwischen 6,8 % und über 40 % der Supply absorbieren könnten.
Unter realen Marktbedingungen mit Escrow, Burn, verlorenen Coins, Treasuries und Infrastrukturbindung, ist die tatsächlich verfügbare Menge jedoch deutlich niedriger.
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