Ein parteiübergreifender Kompromiss im US-Senat ebnet den Weg für den CLARITY Act. Die Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks einigten sich auf einen Text, der passive Stablecoin-Renditen untersagt. Damit wird ein zentrales Hindernis für die Regulierung digitaler Assets im Jahr 2026 beseitigt.
Regulierung passiver Stablecoin-Erträge
Der neue Gesetzestext verbietet Auszahlungen, die funktional wie Zinsen auf einem Bankkonto wirken. Die Einigung zielt auf die Trennung von klassischen Bankprodukten und Krypto-Anreizen ab. Stablecoin-Bestände dürfen nur dann in Belohnungen einfließen, wenn sie einen spezifischen Gleichwertigkeitstest bestehen. Dies verhindert eine direkte Konkurrenz zu traditionellen Einlagen.
Die US-Behörden müssen nun einen Rahmen für Offenlegungen bei Stablecoins erstellen. Zudem wird eine Liste erlaubter Belohnungsaktivitäten veröffentlicht. Diese Leitlinien bestimmen künftig, wie Börsen und Broker Anreize für Kunden gestalten. Der Fokus liegt dabei auf der Unterscheidung zwischen passiven Zinsen und echter Plattformbeteiligung durch Nutzer.
Der Markt reagiert ruhig auf diese Entwicklungen. Bitcoin (BTC) notiert aktuell bei 78.204 USD mit einem Plus von 0,33 Prozent. Ethereum (ETH) verzeichnet einen minimalen Rückgang von 0,12 Prozent auf 2.303,73 USD. Diese stabilen Kurse spiegeln die Erwartung einer klareren regulatorischen Landschaft in den USA wider.
Bank-Lobbyisten übten massiven Druck auf Senator Tillis aus, um die Zinsähnlichkeit zu unterbinden. Die Trader auf Polymarket bewerten die Chance einer Verabschiedung des CLARITY Act in diesem Jahr mit 68 Prozent. Der Senate Banking Committee wird voraussichtlich ab dem 11. Mai mit dem Markup des Gesetzes beginnen.
Analysten weisen darauf hin, dass dieser Schritt die Integration von Stablecoins in den regulierten Zahlungsverkehr beschleunigt. Durch die Entfernung der Zinskomponente verlieren Stablecoins ihren Charakter als Investmentprodukt und rücken näher an die Funktion einer digitalen Währung heran. Dies reduziert das Risiko von SEC-Klagen wegen nicht registrierter Wertpapiere.
Strategische Positionierung von Coinbase
Coinbase unterstützt die Einigung öffentlich und sieht darin einen Erfolg für die Branche. "Dieses Ergebnis erhält Belohnungen, die auf echter Teilnahme an Krypto-Plattformen und Netzwerken beruhen", sagte Paul Grewal, Chefjustiziar bei Coinbase. Die Börse setzt auf eine klare Trennung zwischen passiven Einkünften und aktiven Netzwerkbeiträgen.
Faryar Shirzad, der Policy-Chef von Coinbase, hob zudem Fortschritte bei der Token-Klassifizierung hervor. Das größere Gesetzespaket umfasst auch DeFi-Schutzmaßnahmen und Regeln zur Tokenisierung. Diese Punkte sollen die rechtliche Sicherheit für institutionelle Anleger erhöhen. Damit wird die Grundlage für eine breitere Adaption digitaler Assets in den USA geschaffen.
Die aktuelle Marktdynamik zeigt eine leichte Stärke bei TRON (TRX), das bei 0,33 USD mit einem Plus von 1,23 Prozent notiert. Im Gegensatz dazu sinkt Solana (SOL) um 0,60 Prozent auf 83,9 USD. Diese Schwankungen stehen im Schatten der regulatorischen Weichenstellung durch den US-Senat und die Treasury.
Nach der Klärung der Rendite-Frage verschiebt sich der Fokus auf die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC. Weitere Kernpunkte sind Staking-Schutzbestimmungen und Regeln zur Kapitalbildung. Diese Bestimmungen werden die Zeitlinie bis zum Sommer prägen. Die Branche erwartet nun eine finale Abstimmung im Plenum des Senats.
Die Tokenisierung von Real-World Assets (RWA) profitiert ebenfalls von diesem rechtlichen Rahmen. Durch die Definition klarer Regeln für die Ausgabe und den Handel von tokenisierten Wertpapieren können institutionelle Verwahrer ihre Infrastruktur anpassen. Dies könnte den Zustrom von Kapital aus traditionellen Portfolios in On-Chain-Assets im Jahr 2026 massiv steigern.
Fazit: Ende der einfachen Stablecoin-Zinsen
Für dich bedeutet dieser Kompromiss, dass passive Erträge auf Stablecoins in den USA bald verschwinden könnten. Du musst künftig auf aktivitätsbasierte Belohnungen setzen, um Renditen zu erzielen. Die regulatorische Klarheit könnte jedoch langfristig mehr institutionelles Kapital in den Markt ziehen und die Volatilität senken.
Beobachte die Sitzungen des Senate Banking Committee ab dem 11. Mai genau. Sollte der CLARITY Act wie erwartet Gesetz werden, ändert sich die Struktur von Stablecoin-Produkten grundlegend. Deine Strategie sollte daher einen Wechsel von reinem Halten hin zu aktiver Plattformnutzung vorsehen.
Quelle: BeInCrypto DE
