In den USA wird aktuell über ein Gesetz beraten, das auf den ersten Blick technisch wirkt, für Krypto-Investoren aber eine enorme Bedeutung haben kann. Der Digital Asset Market Clarity Act of 2025, kurz Clarity Act, soll erstmals klar regeln, wie digitale Vermögenswerte rechtlich behandelt werden. Damit geht es um die Frage, wie frei Krypto, DeFi und Selbstverwahrung in Zukunft tatsächlich sein dürfen.
Der Hintergrund ist eine jahrelange Unsicherheit. Entwickler wussten oft nicht, ob ihr Code sie rechtlich angreifbar macht. Unternehmen konnten nie sicher sein, ob ihr Token heute oder morgen als Wertpapier eingestuft wird. Und Nutzer hatten keine verlässliche Garantie, dass Selbstverwahrung von Coins dauerhaft erlaubt bleibt. Genau hier setzt der Clarity Act an.
Was ist der Clarity Act?
Der Clarity Act versucht, Ordnung in ein regulatorisches Durcheinander zu bringen, das den US-Kryptomarkt lange gebremst hat. Sein Ansatz ist vergleichsweise pragmatisch: Er schaut nicht zuerst auf Namen oder Marketingbegriffe, sondern auf die tatsächliche Funktion eines digitalen Assets.
1. Zuständigkeiten der Behörden
Ein zentraler Punkt ist die klarere Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen den US-Aufsichtsbehörden. Digitale Assets sollen nicht mehr pauschal unter das Wertpapierrecht fallen, sondern je nach Funktion eingeordnet werden.
Frühphasige Tokenverkäufe zur Projektfinanzierung können weiterhin als Wertpapiere gelten, während Tokens in offenen, funktionierenden Netzwerken eher als digitale Commodities behandelt werden. Das schafft Planbarkeit für Projekte und Investoren.
2. Selbstverwahrung:
Besonders wichtig ist außerdem der ausdrückliche Schutz der Selbstverwahrung. Der Clarity Act stellt klar, dass Privatpersonen ihre Coins in eigenen Hardware- oder Software-Wallets halten dürfen und Peer-to-Peer-Transaktionen grundsätzlich erlaubt sind.
Damit wird etwas gesetzlich festgeschrieben, das viele bislang nur als stillschweigend geduldet empfunden haben.
3. Entwickler & Software:
Wer Code schreibt, Wallets programmiert oder Open-Source-Infrastruktur bereitstellt, ohne fremde Vermögenswerte zu kontrollieren, soll nicht wie eine Bank oder ein Broker behandelt werden.
Für die Praxis bedeutet das: Ein Entwickler haftet nicht automatisch für das Verhalten der Nutzer seines Protokolls. Diese Trennung ist essenziell, damit offene Blockchain-Systeme überhaupt weiterentwickelt werden können.
Warum ist der Clarity Act brisant?
Der Clarity Act ist deshalb so umkämpft, weil er tief in bestehende Machtstrukturen eingreift. Im Kern geht es um die Kontrolle von Geldflüssen. Klassische Finanzakteure verdienen ihr Geld damit, Konten zu führen, Transaktionen zu vermitteln und Einlagen zu verwalten. Krypto, DeFi und Stablecoins ermöglichen dagegen, Werte direkt zu halten und zu übertragen, oft ohne Mittelsmann.
Der Stablecoin Konflikt:
Besonders deutlich wird dieser Konflikt bei Stablecoins. Zwar dürfen Stablecoin-Emittenten selbst keine Zinsen zahlen, doch Plattformen oder Protokolle können Nutzern sogenannte Rewards anbieten. Für Anleger fühlt sich das wie ein Ertrag auf digitales Dollar-Guthaben an. Für Banken entsteht dadurch eine ernsthafte Konkurrenz zu klassischen Einlagen. Entsprechend groß ist der politische Druck, solche Modelle einzuschränken.
Eine machtpolitische Debatte:
Auch große Akteure der Wall Street mischen hier mit. Marktteilnehmer wie Citadel argumentieren gegenüber den Aufsichtsbehörden, dass viele DeFi-Protokolle faktisch wie Handelsplätze funktionieren und deshalb stärker reguliert werden sollten.
Aus Krypto-Sicht greift diese Argumentation zu kurz, weil ein offenes Protokoll keine zentrale Kontrolle über Nutzervermögen ausübt. Genau an dieser Stelle wird der Clarity Act wichtig, weil er diese Unterschiede erstmals klar im Gesetz verankern soll.
Für Investoren ist das relevant, weil es darüber entscheidet, ob Krypto langfristig als offene Infrastruktur wachsen kann oder ob es in ein enges, bankenähnliches Korsett gezwängt wird.
Ausblick & Fazit
Der Clarity Act hat das US-Repräsentantenhaus bereits passiert und liegt nun im Senat. Dort steht er in den zuständigen Ausschüssen vor sogenannten Markups. In dieser Phase wird der Gesetzestext im Detail durchgearbeitet, geändert und präzisiert. Hier entscheidet sich, wie stark Selbstverwahrung geschützt bleibt und wie klar die Regeln für Entwickler tatsächlich formuliert werden.
Nach diesen Markups wird es deutlich schwieriger, grundlegende Änderungen am Gesetz vorzunehmen. Deshalb gelten die kommenden Wochen als besonders entscheidend. Für den Kryptomarkt sind sie ein wichtiger Moment, weil hier die Weichen für die regulatorische Zukunft gestellt werden.
Wir sollten daraus eine Sache für uns Krypto Anleger ableiten: Die Diskussion im Space dreht sich um Machtpolitik.
Es geht darum, wie sicher Selbstverwahrung künftig ist, wie innovationsfreundlich das Umfeld für neue Projekte bleibt und ob digitale Assets in den USA auf einer klaren, nachvollziehbaren Grundlage reguliert werden.
Wenn die roten Linien wie Self-Custody oder Software-Neutralität gehalten werden, wäre der Clarity Act ein massiver Fortschritt. Wenn nicht, wäre er ein Präzedenzfall für regulatorische Überdehnung.
Der Clarity Act zeigt klar, dass Krypto ernst genommen wird und gekommen ist, um zu bleiben. Die Zeiten der Unsicherheit weichen Schritt für Schritt klaren Regeln.
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