Es ist die Überraschung der Woche: Der Videospielhändler GameStop hat ein offizielles, unaufgefordertes Angebot zur kompletten Übernahme von eBay vorgelegt. Mit einem gebotenen Preis von 125 US-Dollar pro Aktie bewertet GameStop das Unternehmen mit stolzen 56 Milliarden US-Dollar.
Der Deal soll zur Hälfte in bar und zur Hälfte in eigenen GME-Aktien finanziert werden. Was viele nicht wussten: GameStop hat im Hintergrund bereits still und heimlich einen Anteil von 5 % an eBay aufgebaut.
Was steckt hinter dem Milliarden-Plan?
GameStop-CEO Ryan Cohen verfolgt eine klare Strategie. Er möchte die Online-Reichweite von eBay mit dem massiven Filialnetz von GameStop verknüpfen. Besonders im lukrativen Bereich der Sammlerstücke und Trading Cards sieht Cohen riesiges Potenzial.
Die GameStop-Stores könnten künftig als physische Anlaufstellen dienen – etwa, um den Zustand teurer Sammlerstücke vor Ort auf ihre Echtheit zu prüfen.
Die Krypto-Brücke: Bringt GameStop Bitcoin zu eBay?
Der Deal ist besonders für den Krypto- und Web3-Sektor relevant. GameStop führt bereits Bitcoin in der eigenen Bilanz und hält aktuell über 4.700 BTC als Unternehmensreserve.
Bei einer erfolgreichen Übernahme dürfte die Web3-Integration auf eBay deutlich an Fahrt gewinnen. Die Kombination aus eBays Reichweite, GameStops Krypto-Strategie und dem potenziellen Ausbau von tokenisierten Assets (NFTs/RWA) schafft für Nutzer eine direkte Verbindung in das Bitcoin-Ökosystem.
Neue Einnahmequellen durch Blockchain-Integration
Sollte die Übernahme erfolgreich über die Bühne gehen, könnte das den E-Commerce-Sektor nachhaltig verändern. Branchenexperten spekulieren, dass die Integration von Blockchain-Technologie völlig neue Auktionsmodelle auf eBay ermöglichen würde. Beispielsweise könnten physische Trading-Cards und Sammlerstücke direkt beim Verkauf an digitale Echtheitszertifikate (NFTs) gekoppelt werden. Das würde nicht nur Fälschungen auf dem Marktplatz nahezu unmöglich machen, sondern auch massiv jüngere, web3-affine Zielgruppen anziehen. Für GameStop wäre dieser Schritt der endgültige Wandel vom reinen stationären Einzelhändler hin zu einem modernen Tech-Giganten.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Finanzierung steht größtenteils: Neben Barreserven hat sich GameStop bereits eine Kreditzusage über 20 Milliarden Dollar gesichert. Jetzt liegt der Ball beim eBay-Vorstand. Lehnt dieser ab, könnte sich Cohen für eine feindliche Übernahme direkt an die Aktionäre wenden.

