Bitcoin steht zu Wochenbeginn stabil bei knapp 90.000 Dollar. Die Schwankungen vom Wochenende spiegeln die dünne Liquidität wider, die zum Jahresende typischerweise entsteht. QCP meldet, dass das offene Interesse bei Bitcoin und Ether seit Oktober fast halbiert wurde. Jede Marktbewegung gewinnt dadurch an Relevanz, während Händler bereits eine Zinssenkung der Federal Reserve für Mittwoch eingepreist haben. Entscheidend wird, welche Signale Jerome Powell zum geldpolitischen Kurs ins Jahr 2026 setzt, denn die großen Notenbanken senden derzeit sehr unterschiedliche Botschaften. Japan bewegt sich Richtung Straffung, Europa verharrt im Stillstand und die USA suchen ihren Pfad durch ein volatiles Umfeld. Das macht den Markt besonders anfällig für Aussagen der Fed.
Parallel steigen weltweit die Anleiherenditen und entziehen Risikoanlagen Kapital. In den USA kletterte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe auf ein Drei-Monats-Hoch. Auch britische und europäische Staatsanleihen stehen unter Druck. Besonders deutlich fällt die Entwicklung in Japan aus, wo die Rendite der zehnjährigen Anleihe in Richtung zwei Prozent läuft, ein Wert, der seit fast zwanzig Jahren nicht mehr erreicht wurde. Europa erlebte im November den stärksten Verkaufsdruck seit Jahren. Zudem befinden sich über sieben Millionen Bitcoin im Verlust. Beides erzeugt ein Marktklima, das von Vorsicht geprägt bleibt.
Während Bitcoin auf neue Impulse wartet, sorgt Tether mit der StableChain für Aufsehen. Das Netzwerk geht live und ermöglicht erstmals die Nutzung von USDT direkt als Gasgebühr. Dieser Schritt reduziert die Abhängigkeit von volatilen Tokens und erleichtert digitale Zahlungen. Zum Start werden mehr als zwei Milliarden Dollar an Vermögenswerten hinterlegt. Der Fokus liegt klar auf schneller Abwicklung und unmittelbarer Nutzbarkeit. Zusätzlich erreicht USDT in Abu Dhabi einen regulatorischen Durchbruch. Die Finanzaufsicht stuft den Stablecoin als offiziellen fiat-referenzierten Token ein. Das schafft neue Möglichkeiten für Verwahrung, institutionelle Abwicklung und internationale Zahlungswege. Die Region entwickelt sich damit zu einem wichtigen Zentrum für regulierte Stablecoins und zu einem Knotenpunkt für die entstehende globale Zahlungsinfrastruktur. Auch BlackRock setzt ein Zeichen. Der Vermögensverwalter hat bei der SEC einen Antrag für einen Staked-Ether-ETF eingereicht, der unter dem Ticker ETHB an der Nasdaq laufen soll. Das Produkt würde sowohl den Ether-Preis als auch die laufenden Staking-Erträge abbilden und richtet sich an Investoren, die regulierten Zugang zu Erträgen aus dem Ethereum-Netzwerk suchen. BlackRock, das bereits den größten Bitcoin-ETF verwaltet, öffnet damit den Markt für professionelle Staking-Modelle. Der Trend verschiebt sich spürbar hin zu Produkten, die Infrastruktur, Funktionalität und Ertrag in den Vordergrund rücken. Der Tag vor der Fed-Entscheidung zeigt erneut, wie sehr Krypto von globaler Politik und institutioneller Entwicklung beeinflusst wird. Morgen könnte mehr Klarheit bringen, für Bitcoin, für den Markt und für die Erzählung eines zunehmend strukturierten Ökosystems.

