Bitcoin rutscht vor Weihnachten ab – doch das große Bild bleibt komplex
Bitcoin rutscht vor Weihnachten ab – doch das große Bild bleibt komplex
Kurz vor Weihnachten gleitet Bitcoin in den letzten 24 Stunden unter die Marke von 90.000 Dollar. Während der Kurs nachgibt, bleibt das Umfeld vielschichtig. Besonders bemerkenswert ist, dass der Bitcoin-ETF weiterhin zu den zentralen Investmentthemen von BlackRock zählt.
Am Dienstag, dem 23. Dezember, notiert Bitcoin bei rund 87.000 Dollar. Ethereum steht bei 2.972 Dollar, XRP bei 1,88 Dollar.
Bitcoin steuert damit auf eines der schwächsten vierten Quartale seit 2018 zu. Ein Rückgang von über 20 Prozent im Q4 wirkt auf den ersten Blick ernüchternd. Betrachtet man den Kontext, zeigt sich jedoch weniger ein klassischer Absturz als vielmehr eine Phase der Ermüdung nach einem sehr langen und intensiven Jahr. Der Gesamtmarkt hält sich weiterhin bei knapp drei Billionen Dollar. Kapital verlässt den Markt nicht fluchtartig, sondern agiert zurückhaltender. Viele große Coins bewegen sich seit Tagen in engen Spannen. Solche Phasen sind typisch, wenn Erwartungen und Realität zeitweise auseinanderdriften.
Derivatemärkte bauen Spannung auf
Parallel dazu ziehen die Derivatemärkte an. Das Open Interest bei Bitcoin-Perpetuals steigt deutlich, die Funding Rates haben sich nahezu verdoppelt. Viele Trader positionieren sich für eine Bewegung zum Jahresende, obwohl der Spotmarkt diese Erwartungen bislang nicht bestätigt.
Genau hier entsteht ein zentrales Risiko. Viel gehebelte Hoffnung trifft auf vergleichsweise wenig frische Nachfrage. Verstärkt wird diese Situation durch den massiven Optionsverfall nach Weihnachten mit einem Volumen von über 23 Milliarden Dollar. Solche Termine führen häufig zu abrupten Bewegungen, insbesondere wenn die US-Märkte öffnen und größere Positionen glattgestellt werden.
Miner unter Druck – ein oft unterschätzter Stabilitätsfaktor
Ein weiterer wichtiger Baustein im aktuellen Marktumfeld sind die Miner. Die Hashrate ist zuletzt spürbar gefallen. Steigende Kosten setzen ineffiziente Kapazitäten unter Druck, erste Abschaltungen sind die Folge. Historisch betrachtet waren genau solche Phasen häufig Teil einer Marktbereinigung. Risiko verlässt das System, der Verkaufsdruck nimmt ab und die Basis wird stabiler. Kein schneller Befreiungsschlag, aber zumindest mehr Ordnung auf dieser Ebene.
BlackRock setzt bewusst ein Gegengewicht
Während der Kurs schwächelt, sendet BlackRock ein starkes Signal. Der Bitcoin-ETF wird vom größten Vermögensverwalter der Welt neben Staatsanleihen und den größten US-Technologieaktien als zentrales Investmentthema geführt.
Zuflüsse von über 25 Milliarden Dollar in einem schwierigen Marktjahr zeigen, dass institutionelles Kapital nicht kurzfristig denkt. Bewertet werden Marktstruktur, Liquidität und die langfristige Einbindung von Bitcoin in bestehende Finanzsysteme. Diese ruhige und kapitalstarke Nachfrage unterscheidet die aktuelle Phase fundamental von früheren Marktzyklen.
Altcoins: Warum 2026 kein Gießkannenmarkt mehr wird
Für den Altcoin-Markt erwarten manche Analysten im Jahr 2026 keine klassische breite Season. Stattdessen zeichnet sich ein Markt ab, der deutlich selektiver agiert. Kapital fließt nicht mehr automatisch in alles, was kleiner als Bitcoin ist, sondern gezielt in Projekte mit realer Nutzung, ausreichender Liquidität und klarer Positionierung.
Gewinner dieser Entwicklung könnten jene Projekte sein, die Infrastruktur bereitstellen, echte Nachfrage bedienen oder regulatorisch sauber aufgestellt sind. Das gilt für große Netzwerke ebenso wie für ausgewählte Anwendungen. Für Anleger würde das bedeuten, den Fokus stärker auf Qualität und Themen mit Substanz zu legen, anstatt auf kurzfristige Effekte zu hoffen. Ob sich diese These im neuen Jahr bestätigt, bleibt eine der spannendsten Fragen für 2026.
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