Eine unabhängige Studie der Frankfurt School of Finance & Management und intas.tech zeigt: Die Gesamtkosten beim Krypto-Handel unterscheiden sich zwischen Anbietern um mehr als das Zehnfache. Bitvavo schneidet mit 0,53% am günstigsten ab, Coinbase liegt bei 6,45%.
So wurde getestet
Die Forscher führten 432 echte Roundtrip-Trades durch: Kryptowährungen kaufen und sofort wieder verkaufen. So lassen sich die tatsächlichen Kosten messen, nicht nur die beworbene Gebühr. Getestet wurden sechs Kryptowährungen bei Ordergrößen von 100 und 500 EUR bei neun MiCAR-regulierten Anbietern.
Der entscheidende Punkt: Viele Anbieter werben mit niedrigen Trading-Gebühren, verstecken aber einen erheblichen Teil der Kosten im Spread. Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis und für Nutzer oft nicht direkt sichtbar.
Die Ergebnisse im Überblick

Die Roundtrip-Kosten der jeweiligen Dienstleister im direkten Vergleich. Bei einem Roundtrip wird dieselbe Kryptowährung gekauft und sofort wieder verkauft, um die tatsächlichen Gesamtkosten inklusive Spread zu erfassen.
Warum Bitvavo so günstig abschneidet
Bitvavo arbeitet mit einem transparenten Maker/Taker-Modell. Die offizielle Taker-Gebühr liegt bei 0,25% pro Trade. Im Roundtrip-Test ergaben sich durchschnittlich 0,53% Gesamtkosten, der Spread ist also minimal.
Bei Coinbase lagen die Gesamtkosten für einen 100-EUR-Bitcoin-Kauf bei circa 8%. Bei 500 EUR sanken sie auf 4,94%, was auf eine hohe Mindestgebühr-Komponente hindeutet. Trade Republic kam auf 2,77% im Durchschnitt. Die Kosten entstehen dort hauptsächlich durch den Spread, da Trade Republic keine explizite Handelsgebühr erhebt.
Was das für dich bedeutet
Wer regelmäßig Kryptowährungen kauft, sollte auf die Gesamtkosten achten, nicht nur auf die beworbene Gebühr. Ein Sparplan bei einem Anbieter mit hohem Spread kann über Jahre tausende Euro an versteckten Kosten verursachen.

Kostendifferenz nach Ordervolumen und Kryptowährung. Die relativen Kosten ändern sich zwischen 100 und 500 EUR bei den meisten Anbietern nur geringfügig. Coinbase zeigt den stärksten Volumeneffekt.
Rechenbeispiel: Wer monatlich 200 EUR in Bitcoin investiert, zahlt bei Bitvavo circa 12,72 EUR Gebühren pro Jahr (0,53%). Bei Coinbase wären es circa 154,80 EUR (6,45%). Das ist eine Differenz von über 142 EUR pro Jahr.
Die vollständige Studie wurde von der Frankfurt School Blockchain Center in Zusammenarbeit mit intas.tech und Statista veröffentlicht.
Mehr zum Thema: Gebühren-Vergleich | Krypto-Börsen-Vergleich | Krypto-App-Vergleich | Steuer-Rechner




