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Stablecoin, USDT, USDC, RLUSD14. Januar 2026
Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
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Was sind Stablecoins? Alles zu Sicherheit & Risiken (USDT, USDC & RLUSD)

Was sind Stablecoins? Alles zu Sicherheit & Risiken (USDT, USDC & RLUSD)

Wer neu in die Welt der Kryptowährungen eintaucht, lernt schnell eine Lektion: Die Kurse fahren Achterbahn. Bitcoin und Ethereum können an einem Tag zweistellige Gewinne machen oder Verluste. Doch was, wenn du Gewinne sichern möchtest, ohne dein Geld gleich zurück auf das Bankkonto zu überweisen?

Hier kommen Stablecoins ins Spiel. Sie sind das Fundament des modernen Krypto Handels. In diesem Artikel erfährst du, wie sie funktionieren, was die Platzhirsche USDT und USDC unterscheidet und warum der neue RLUSD von Ripple gerade für Furore sorgt.

Was ist ein Stablecoin eigentlich?

Stell dir Stablecoins als die perfekte Verschmelzung aus zwei Welten vor: Sie kombinieren die Geschwindigkeit von Kryptowährungen mit der Stabilität von traditionellem Geld (wie dem Euro oder Dollar).

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Das folgende Bild verdeutlicht das Grundprinzip: Während normale Kryptos wie Bitcoin wild schwanken, wirkt der Stablecoin wie ein Anker für dein Portfolio.

Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Wert fest an einen stabilen Vermögenswert gekoppelt ist („gepegged“), meistens den US-Dollar. Das Ziel ist simpel: 1 Stablecoin soll immer genau 1 US-Dollar wert sein.

Warum nicht einfach „echte“ Dollar auf der Bank lassen?

Hier liegt der entscheidende Vorteil: Stablecoins sind programmierbares, digitales Geld. Im Gegensatz zu einer Banküberweisung, die Tage dauern kann und an Öffnungszeiten gebunden ist, funktioniert ein Stablecoin-Transfer in Sekunden, weltweit und rund um die Uhr.

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Diese Grafik zeigt den Unterschied zwischen der "alten Welt" der Banken und der "neuen Welt" der Stablecoins:
  • Geschwindigkeit: Eine Banküberweisung von Europa in die USA dauert Tage und kostet Gebühren. Ein Stablecoin-Transfer dauert Sekunden bis wenige Minuten – und das für Cent-Beträge.

  • 24/7 Verfügbarkeit: Banken schließen am Wochenende. Die Blockchain schläft nie. Du kannst Stablecoins am Sonntagabend um 23 Uhr genauso schnell versenden wie am Dienstagmorgen.

  • DeFi (Dezentrale Finanzen): Mit "echten" Dollar auf dem Bankkonto kannst du nicht im Krypto-Universum arbeiten (z.B. Zinsen in DeFi-Apps verdienen oder auf dezentralen Börsen wie Uniswap handeln). Dafür musst du dein Geld in einen digitalen Token umwandeln.

Kurz gesagt: Der Stablecoin ist das digitale Abbild des Dollars auf der Blockchain. Er ist dein „Parkplatz“, wenn die Krypto-Märkte wild spielen, und dein „High-Speed-Ticket“, um Werte rund um den Globus zu senden.

Wie funktioniert die Stabilität? (Das „Pegging“)

Damit der Preis stabil bei 1 Dollar bleibt, muss der Herausgeber des Coins Sicherheiten hinterlegen. Diesen Mechanismus nennt man "Pegging". Bei den wichtigsten Stablecoins
(Fiat-Backed) funktioniert das wie eine 1:1-Waage:

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  • Für jeden digitalen Coin (z.B. 1 USDC), der erzeugt wird, legt der Anbieter einen echten US-Dollar (oder extrem sichere Staatsanleihen) in einen Tresor oder auf ein Bankkonto.

  • Willst du deine Stablecoins zurücktauschen, wird der digitale Coin „verbrannt“ und du erhältst den echten Dollar zurück.

Die Marktführer im Vergleich: USDT vs. USDC

Nicht alle Stablecoins sind gleich. Wenn du auf Börsen handelst, wirst du vor allem zwei Kürzeln begegnen.

1. Tether (USDT) – Der Gigant

Tether ist der älteste und mit Abstand meistgenutzte Stablecoin der Welt.

  • Vorteil: Er ist überall. Egal auf welcher Börse du bist, USDT wird akzeptiert. Er hat das höchste Handelsvolumen.

  • Kritik: In der Vergangenheit gab es oft Diskussionen darüber, wie transparent Tether bezüglich seiner Reserven ist. Mittlerweile veröffentlicht Tether jedoch regelmäßige Berichte.

  • Sitz: Britische Jungferninseln (Offshore).

2. USD Coin (USDC) – Der Liebling der Regulierer

Herausgegeben vom US-Konsortium Circle (u.a. mit Unterstützung von Coinbase).

  • Vorteil: USDC setzt extrem stark auf Transparenz und Einhaltung von US-Regulierungen. Die Reserven bestehen fast ausschließlich aus Cash und kurzlaufenden US-Staatsanleihen.

  • Sitz: USA.

  • Eignung: Wird oft von Institutionen und vorsichtigen Anlegern bevorzugt.

RLUSD: Der neue Spieler von Ripple

Neben den beiden Platzhirschen hat sich ein weiterer Akteur fest etabliert: Ripple USD (RLUSD). Seit seinem Launch Ende 2024 hat er sich rasant entwickelt. Mit einer Marktkapitalisierung von über 1,3 Milliarden Dollar hat er sich bereits in die Top 60 aller Kryptowährungen (laut CoinMarketCap) vorgekämpft.

Was ist RLUSD?

RLUSD wurde von Ripple speziell für Enterprise-Lösungen und hohe regulatorische Standards gebaut. Er ist zu 100 % durch US-Dollar-Einlagen und kurzfristige US-Staatsanleihen gedeckt. Ripple veröffentlicht monatliche Prüfberichte, was gerade bei institutionellen Anlegern für großes Vertrauen sorgt.

Der Mythos: „Ersetzt RLUSD den XRP-Token?“

Auf X und anderen sozialen Medien liest man oft die Sorge, dass RLUSD den XRP überflüssig machen könnte. Das ist falsch. Um das zu verstehen, muss man die unterschiedlichen Aufgaben im Ripple-Netzwerk (XRP Ledger) betrachten:

  • RLUSD ist für Stabilität: Er dient dazu, Werte sicher zu speichern und Zahlungen in einer festen Währung abzuwickeln, ohne Kursschwankungen.

  • XRP ist der Brückenbauer (Bridge Asset): XRP wird benötigt, um verschiedene Währungen effizient ineinander zu tauschen (z.B. Euro in Yen). Außerdem ist XRP der „Treibstoff“ (Gas), um Transaktionsgebühren auf dem Ledger zu bezahlen.

Fazit: Die beiden arbeiten Hand in Hand. RLUSD bringt frische Liquidität in das System, die durch XRP effizient bewegt werden kann. Sie sind Partner, keine Konkurrenten.

Sicherheit und Regulierung: Der MiCA-Faktor

Warum ist das Thema gerade jetzt so wichtig? Die EU hat mit der MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) das weltweit erste umfassende Regelwerk für Krypto eingeführt.

Für uns als Nutzer bedeutet das: Stablecoins, die in der EU gehandelt werden, müssen strenge Auflagen erfüllen (E-Geld-Lizenz, klare Reserven).

  • USDC hat sich hier bereits stark positioniert (durch Circle's EMI-Lizenz in Frankreich).

  • Unregulierte Stablecoins könnten in Zukunft auf europäischen Börsen eingeschränkt werden.

Achte also darauf, welche Stablecoins deine Börse langfristig unterstützt. Mit regulierten Coins wie USDC oder dem auf Compliance ausgerichteten RLUSD bist du auf der sichereren Seite.

Zusammenfassung

Stablecoins sind kein Investment, um reich zu werden (da sie im Wert nicht steigen), sondern ein Werkzeug.

  1. Sicherheit: Nutze sie, um Gewinne aus volatilen Coins zu sichern ("Cash out").

  2. Auswahl: Achte auf Transparenz. USDC und der kommende RLUSD punkten hier mit klaren Audits. USDT punktet mit Verfügbarkeit.

  3. Verwahrung: Auch Stablecoins bergen ein Restrisiko (z.B. wenn der Herausgeber Probleme bekommt). Lagere große Summen am besten auf einer eigenen Hardware-Wallet (Cold Storage) und nicht dauerhaft auf einer Börse.

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Jetzt verstehst du die Mechanik hinter USDT und USDC. Die gute Nachricht: Für deinen Start musst du dich damit gar nicht stressen.

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