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CARF-Check: Globale Krypto-Meldepflicht ab 2027

In welchen Ländern nutzt du Krypto-Börsen? Prüfe den CARF-Status und ob deine Transaktionen automatisch an das Finanzamt gemeldet werden.

CARF-Timeline

Aug. 2022
OECD veröffentlicht CARF
Crypto-Asset Reporting Framework vorgestellt
Nov. 2023
52 Early Adopters verpflichten sich
Inkl. alle G20-Staaten außer USA, Russland, China
2024–2026
Nationale Umsetzung
Länder setzen CARF in nationales Recht um
01. Jan. 2027
Erste CARF-Meldungen
Early-Adopter-Länder beginnen Datenaustausch
2028+
Weitere Länder folgen
Committed-Länder starten, OECD prüft DeFi-Erweiterung

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Kurz & Knapp

CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) ist der internationale OECD-Standard f\ür den automatischen Austausch von Steuerdaten zu Krypto-Transaktionen. Ab dem 1. Januar 2027 melden Krypto-Dienstleister in 52 Early-Adopter-L\ändern alle Transaktionsdaten automatisch an nationale Steuerbeh\örden.

  • Erste Meldungen ab 01.01.2027, insgesamt 67 Jurisdiktionen verpflichtet
  • Gemeldet werden: Identitätsdaten, Transaktionen, Volumina, Wallet-Adressen, Bestände
  • Ergänzt DAC8 (EU-intern ab 2026) um den globalen Datenaustausch
  • Keine Mindestgrenze: Auch Micro-Transaktionen werden gemeldet
CARF-ready: CoinTracking importiert Daten von über 100 Börsen weltweit und erstellt automatisch steuerrelevante Berichte.CoinTracking testen

Was ist CARF? Das OECD Crypto-Asset Reporting Framework erklärt

CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) ist ein internationaler Standard der OECD, der seit August 2022 den automatischen Austausch von steuerrelevanten Informationen zu Krypto-Transaktionen zwischen teilnehmenden Ländern regelt und ab dem 1. Januar 2027 in 52 Early-Adopter-Ländern in Kraft tritt.

Traditionelle Finanzinstrumente wie Bankkonten und Wertpapiere werden bereits seit Jahren über den Common Reporting Standard (CRS) international gemeldet. Krypto-Assets fielen bisher durch das Raster, da sie weder als Bankguthaben noch als traditionelle Wertpapiere klassifiziert werden konnten. Mit dem exponentiellen Wachstum des Krypto-Marktes erkannten die Steuerbehörden, dass ein neuer Rahmen notwendig ist.

CARF baut auf den Erfahrungen des CRS auf und verpflichtet sogenannte Reporting Crypto-Asset Service Providers (RCASPs), also Krypto-Börsen, Broker und Verwahrstellen, Transaktionsdaten ihrer Nutzer an die jeweilige nationale Steuerbehörde zu melden. Diese tauscht die Daten dann automatisch mit den Behörden anderer teilnehmender Länder aus. So kann das deutsche Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) erfahren, dass ein deutscher Steuerpflichtiger auf einer Schweizer Krypto-Börse gehandelt hat.

Im November 2023 verpflichteten sich 52 Jurisdiktionen als Early Adopters zur frühzeitigen Umsetzung. Darunter alle G20-Staaten außer USA, Russland und China. Insgesamt haben sich 67 Jurisdiktionen zur Umsetzung verpflichtet, weitere folgen ab 2028.

CARF schließt die CRS-LückeDer CRS (Common Reporting Standard) erfasst seit 2017 automatisch Bankkonten und Wertpapiere. CARF erweitert dieses System ab 2027 auf Krypto-Assets. Damit gibt es erstmals einen globalen Standard für die steuerliche Transparenz bei digitalen Vermögenswerten.

Wie funktioniert der automatische Informationsaustausch unter CARF?

Der automatische Informationsaustausch unter CARF folgt einem vierstufigen Prozess: Nutzeridentifizierung, Transaktionserfassung, Meldung an die nationale Steuerbehörde und internationaler Datenaustausch zwischen teilnehmenden Ländern.

SCHRITT 1

Identifizierung

Der Krypto-Dienstleister verifiziert Name, Adresse, Steuer-ID und Geburtsdatum bei Kontoeröffnung. Bestehende Konten werden nachidentifiziert.

SCHRITT 2

Datenerfassung

Alle Transaktionen (Käufe, Verkäufe, Tausch, Transfers) werden mit Zeitpunkt, Volumen und Fiat-Gegenwert erfasst. Am Jahresende wird ein aggregierter Bericht erstellt.

SCHRITT 3

Nationale Meldung

Der Dienstleister übermittelt die Daten in standardisiertem XML-Format an die Steuerbehörde seines Sitzlandes. Meldefrist: 12 Monate nach Berichtszeitraum.

SCHRITT 4

Internationaler Austausch

Die Steuerbehörde verteilt die Daten an die Behörden der Länder, in denen die gemeldeten Steuerpflichtigen ansässig sind. Automatisch, ohne Einzelanfrage.

Konkret: Handelt ein deutscher Bürger auf einer japanischen Börse, sendet Japan die Daten an die japanische Steuerbehörde, die sie an das BZSt weiterleitet. Das deutsche Finanzamt erhält somit ein umfassendes Bild aller Krypto-Aktivitäten weltweit, sofern diese über Dienstleister in CARF-Teilnehmerländern abgewickelt werden.

Welche Daten werden unter CARF gemeldet?

CARF verpflichtet Krypto-Dienstleister zur Meldung von sechs Datenkategorien: Identitätsdaten, Transaktionsarten, Volumina pro Asset, Wallet-Adressen, Staking-Erträge und Bestandsdaten zum Jahresende.

DatenkategorieDetailsFrequenz
IdentitätsdatenName, Adresse, Steuer-ID, Geburtsdatum, GeburtsortEinmalig + Updates
TransaktionsartenKäufe, Verkäufe, Crypto-to-Crypto-Tausch, TransfersJährlich aggregiert
Volumina pro AssetGesamtvolumen pro Kryptowährung in lokaler Fiat-WährungJährlich
Wallet-AdressenEin- und Auszahlungsadressen, EmpfängeradressenPro Transaktion
Staking & RewardsStaking-Erträge, Airdrops, Mining-RewardsJährlich
BestandsdatenBestand pro Coin zum 31.12. (Anzahl + Fiat-Gegenwert)Jährlich
Keine MindestgrenzeCARF sieht keine Mindestgrenze vor. Ein Kauf über 10 EUR wird ebenso gemeldet wie einer über 100.000 EUR. Auch Dust-Beträge und Airdrops sind enthalten. Die Daten werden mindestens 5 Jahre aufbewahrt.

CARF vs. DAC8: Unterschiede und Überlappungen

CARF und DAC8 verfolgen dasselbe Ziel, Steuertransparenz bei Krypto-Vermögen, unterscheiden sich aber in Reichweite, Zeitplan und rechtlicher Grundlage: DAC8 ist die EU-interne Richtlinie ab 2026, CARF der globale OECD-Standard ab 2027.

MerkmalCARF (OECD)DAC8 (EU)
HerausgeberOECD (international)Europäische Union
RechtsformInternationaler Standard (Soft Law)EU-Richtlinie (verbindlich)
Startdatum01.01.2027 (Early Adopters)01.01.2026
Teilnehmer52+ Länder (inkl. CH, GB, SG, JP)27 EU-Mitgliedstaaten
Gemeldete DatenIdentität, Transaktionen, Volumina, Wallets, BeständeIdentität, Transaktionen, Volumina, Wallets
DeFi-AbdeckungErweiterung geplant (2028+)Nicht direkt erfasst
MiCA-VerbindungKeine direkteEng verknüpft mit MiCA-Lizenz

Für deutsche Anleger bedeutet das eine Doppelabdeckung: Innerhalb der EU greift DAC8 (ab 2026), für den internationalen Austausch mit Nicht-EU-Ländern greift CARF (ab 2027). Die EU hat bei der Ausgestaltung von DAC8 bewusst die CARF-Vorgaben übernommen, um Doppelmeldungen zu minimieren. Der zusätzliche CARF-Nutzen liegt im Austausch mit Drittländern wie der Schweiz, Großbritannien oder Singapur.

Praxisbeispiele: So wirkt sich CARF auf dich aus

CARF verändert die steuerliche Situation für Krypto-Anleger mit internationalen Börsen-Accounts grundlegend: Das Finanzamt erhält erstmals automatisch Daten aus Nicht-EU-Ländern und kann diese mit der Steuererklärung abgleichen.

Lisa handelt auf einer Schweizer Börse (CARF-Land)

Lisa kauft 2026 Bitcoin auf einer Schweizer Börse für 20.000 EUR und verkauft 4 Monate später für 28.000 EUR. Die Schweizer Börse meldet an die ESTV. Die ESTV leitet die Daten über CARF an das deutsche BZSt weiter. Das Finanzamt erwartet 8.000 EUR Gewinn in Lisas Steuererklärung (steuerpflichtig, da Haltefrist unter 1 Jahr).

Markus nutzt eine US-Börse (Nicht-CARF-Land)

Markus handelt auf einer US-Börse (kein CARF-Teilnehmer). Es erfolgt keine automatische Meldung an Deutschland. Markus ist komplett selbst verantwortlich für die Dokumentation. Das Finanzamt kann über Rechtshilfeersuchen, Blockchain-Analyse oder das US-Meldesystem (IRS Form 1099-DA) dennoch von seinen Trades erfahren.

Early Adopters, Committed und Nicht-Teilnehmer

Die OECD unterscheidet bei CARF drei Kategorien von Ländern: Early Adopters (52 Länder ab 2027), Committed (Umsetzung zugesagt, ab 2028+) und Nicht-Teilnehmer (keine Verpflichtung).

Early Adopters (52 Länder)

Melden ab 01.01.2027. Alle EU-Staaten, Schweiz, UK, Singapur, Japan, Südkorea, Australien, Kanada, Brasilien, Norwegen, Island.

Committed (ab 2028+)

Umsetzung zugesagt, noch kein festes Startdatum. Türkei und Indien gehören zu dieser Kategorie. Dokumentation jetzt schon empfohlen.

Nicht-Teilnehmer

USA (eigenes IRS-System), Russland (kein OECD-Mitglied), China (Krypto verboten). Volle Eigenverantwortung für Steuerdokumentation.

Für deutsche Anleger ist besonders die Schweiz relevant: Als Nicht-EU-Land war die Schweiz bisher eine Lücke in der Meldekette, da DAC8 dort nicht gilt. Mit CARF wird diese Lücke geschlossen. Schweizer Krypto-Börsen melden ab 2027 an die ESTV, die die Daten an das deutsche BZSt weiterleitet.

Häufige Fehler bei der CARF-Vorbereitung

Viele Krypto-Anleger unterschätzen die Reichweite des globalen Datenaustausches und bereiten sich unzureichend auf die automatische Meldung ab 2027 vor.

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CARF ignorieren, weil DAC8 schon gilt: DAC8 deckt nur den EU-internen Austausch ab. Wer auf Schweizer, britischen oder japanischen Börsen handelt, wird erst durch CARF ab 2027 erfasst. Beide Regelwerke laufen parallel.
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Nur aktuelle Börsen dokumentieren: CARF erfasst auch historische Transaktionen. Alte Accounts bei internationalen Börsen müssen ebenfalls lückenlos dokumentiert werden, auch wenn das Konto inzwischen geschlossen ist.
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Auf DeFi als Lücke setzen: DeFi ist aktuell nicht direkt von CARF erfasst. Die OECD plant eine DeFi-Erweiterung für 2028/2029. On- und Off-Ramps über regulierte Börsen werden bereits jetzt gemeldet.
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Nicht-CARF-Länder als sicher betrachten: Auch ohne automatischen Datenaustausch kann das Finanzamt über Spontanauskünfte, Rechtshilfeersuchen und Blockchain-Analyse Transaktionen nachvollziehen.
!
Steuererklärung nicht anpassen: Wer bisher Krypto-Gewinne auf ausländischen Börsen nicht deklariert hat, sollte spätestens jetzt handeln. Eine Selbstanzeige vor der ersten CARF-Meldung kann Straffreiheit sichern.
Tipp: Jetzt vorbereiten statt reagierenExportiere regelmäßig Transaktionshistorien von allen Börsen, auch internationalen. Eine Steuersoftware wie CoinTracking importiert Daten von über 100 Börsen per API und erstellt automatisch steuerrelevante Berichte.

CARF und DeFi: Self-Custody, DEX und die geplante Erweiterung

CARF erfasst in seiner aktuellen Fassung ausschließlich zentralisierte Krypto-Dienstleister. Rein dezentrale Protokolle und Self-Custody (Hardware-Wallets, eigene Nodes) fallen nicht direkt unter die Meldepflicht, On- und Off-Ramps über regulierte Plattformen werden jedoch erfasst.

Wer auf Uniswap oder dYdX handelt, wird dort nicht gemeldet. Allerdings: Der Wechsel zwischen Fiat und Krypto erfordert immer eine regulierte Plattform. Diese Ein- und Auszahlungen werden gemeldet. Die Travel Rule verlangt zusätzlich, dass regulierte Dienstleister bei Transfers zu externen Wallets den Eigentümer identifizieren.

Die OECD hat angekündigt, CARF in zukünftigen Revisionen um DeFi-Komponenten zu erweitern. Mögliche Ansätze: Meldepflicht für Frontend-Betreiber, Identifizierung kontrollierender Personen hinter dezentralen Protokollen und verpflichtende Identitätsprüfungen. Eine erste Erweiterung wird für 2028 oder 2029 erwartet. Für Self-Custody findest du weitere Informationen in unserem Hardware-Wallet-Vergleich.

Regulierte Börse (CARF-meldend)

Automatische Meldung aller Transaktionen an die nationale Steuerbehörde. Internationaler Datenaustausch mit allen CARF-Teilnehmerländern.

DEX / Self-Custody (keine Meldung)

Keine automatische Meldung. Eigenverantwortung bei Dokumentation. On-/Off-Ramps über regulierte Börsen werden erfasst. DeFi-Erweiterung geplant.

So bereitest du dich auf CARF vor

Die wichtigste Maßnahme für CARF-Compliance ist die lückenlose Dokumentation aller Krypto-Transaktionen, auch auf Börsen in Nicht-CARF-Ländern und dezentralen Exchanges.

Exporte sichern

CSV-Exporte und API-Daten von allen genutzten Börsen weltweit herunterladen und archivieren.

Steuersoftware nutzen

Daten in CoinTracking importieren, Gewinne/Verluste nach FIFO berechnen lassen.

Steuererklärung prüfen

Alle Krypto-Einkünfte in Anlage SO deklarieren, auch von ausländischen Börsen.

Krypto-Gewinne aus Veräußerungen innerhalb der Haltefrist von einem Jahr sind als private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG steuerpflichtig. Die Freigrenze beträgt 1.000 EUR pro Jahr. Staking-Erträge werden als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG besteuert. Einen Überblick bietet der Steuer-Rechner. Einen Vergleich regulierter Börsen findest du in unserem Börsenvergleich.

Doppelmeldung ab 2027Ab 2027 greifen DAC8 und CARF gleichzeitig. Deutsche Anleger mit Konten bei EU-Börsen werden sowohl über DAC8 (EU-intern) als auch über CARF (global) gemeldet. Auch Schweizer Börsen melden dann über CARF an Deutschland.

Zusammenfassung: CARF-Meldepflicht

CARF verpflichtet Krypto-Dienstleister in 52 Early-Adopter-Ländern ab dem 1. Januar 2027 zur automatischen Meldung aller Transaktionsdaten an nationale Steuerbehörden.
Gemeldet werden Identitätsdaten, Transaktionen, Volumina, Wallet-Adressen, Staking-Erträge und Bestände zum Jahresende, ohne Mindestgrenze.
CARF ergänzt DAC8 (EU-intern ab 2026) um den globalen Datenaustausch mit Nicht-EU-Ländern wie Schweiz, UK, Singapur und Japan.
DEX und Self-Custody sind nicht direkt betroffen, On-/Off-Ramps über regulierte Börsen werden jedoch erfasst. DeFi-Erweiterung geplant.
Die Meldung entbindet nicht von der eigenen Steuerpflicht: Krypto-Gewinne müssen weiterhin in der Anlage SO deklariert werden.
Nicht-CARF-Länder (USA, Russland, China) melden nicht automatisch, die Steuerpflicht besteht dennoch vollständig.
Häufige Fragen zu CARF

Was ist CARF?

Ab wann gilt CARF?

Was ist der Unterschied zwischen CARF und DAC8?

Welche Daten werden unter CARF gemeldet?

Sind dezentrale Exchanges (DEX) von CARF betroffen?

Muss ich als deutscher Anleger etwas tun?

Was passiert bei Nutzung einer Börse in einem Nicht-Teilnehmer-Land?

Werden auch NFTs und Stablecoins von CARF erfasst?

Was bedeutet CARF für Self-Custody und Hardware-Wallets?

Wie kann ich mich auf CARF vorbereiten?

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Dr. Stephanie Morgenroth
Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

Dr. med.5+ Jahre Krypto100K+ Community

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