FIFO-Rechner: Krypto-Steuer nach Lot-Matching
Trage alle Käufe und Verkäufe ein, der Rechner matcht automatisch die ältesten Lots zuerst.
FIFO Lot-Matching
Käufe (Lots)
Verkäufe
| Datum | Menge | Kaufpreis |
|---|---|---|
| 2024-01-15 | 0.5 | 12500 |
| 2024-06-01 | 0.3 | 9000 |
| Datum | Menge | Verkaufspreis |
|---|---|---|
| 2025-06-01 | 0.3 | 45000 |
| 2025-08-15 | 0.2 | 30000 |
Steuer-Zusammenfassung
Was ist die FIFO-Methode bei Krypto-Steuern?
FIFO (First In, First Out) ist die vom Bundesfinanzministerium anerkannte Verbrauchsreihenfolge für die steuerliche Bewertung von Kryptowährungen in Deutschland. Beim Verkauf geht das Finanzamt davon aus, dass die zuerst angeschafften Coins auch zuerst veräußert werden.
Das BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 (Rz. 44) bestätigt FIFO als Standardmethode für die Zuordnung von Kryptowährungsbeständen. Anders als bei Aktien und ETFs, wo die Durchschnittsmethode gilt (§ 20 Abs. 4 Satz 7 EStG), müssen Krypto-Anleger jeden einzelnen Kauf als separates „Lot“ behandeln. Die chronologische Reihenfolge bestimmt, welche Anschaffungskosten beim Verkauf angesetzt werden.
In der Praxis bedeutet das: Wer 2022 Bitcoin für 20.000 EUR und 2024 für 60.000 EUR gekauft hat, verkauft bei einem Teilverkauf steuerlich zuerst die günstigeren 2022er-Coins. Bei einem Kurs von 90.000 EUR wäre der steuerpflichtige Gewinn somit 70.000 EUR pro Bitcoin, nicht 30.000 EUR.
FIFO vs. LIFO vs. Durchschnittsmethode
Die Verbrauchsreihenfolge bestimmt, welche Anschaffungskosten beim Verkauf von Kryptowährungen angesetzt werden, und hat direkten Einfluss auf Haltefrist und Steuerlast. In Deutschland hat sich FIFO als Standard durchgesetzt, nicht zuletzt weil das BMF diese Methode in seinem Krypto-Erlass ausdrücklich benennt.
FIFO (Standard)
Älteste Coins zuerst verkauft. Alte Lots erreichen schneller die 365-Tage-Haltefrist. BMF-bestätigt und finanzamtkonform.
LIFO (problematisch)
Neueste Coins zuerst verkauft. Nicht explizit verboten, führt aber zu Rückfragen. Wird oft als Steuervermeidung gewertet.
| Methode | Prinzip | Akzeptanz | Haltefrist-Effekt |
|---|---|---|---|
| FIFO | Älteste zuerst | BMF-Standard | Alte Lots schneller steuerfrei |
| LIFO | Neueste zuerst | Problematisch | Neue Lots steuerpflichtig |
| Durchschnitt | Mittlerer Kaufpreis | Nicht anerkannt | Keine individuelle Zuordnung |
Bei Aktien und ETFs gilt die Durchschnittsmethode (§ 20 Abs. 4 Satz 7 EStG). Kryptowährungen fallen unter § 23 EStG (private Veräußerungsgeschäfte), weshalb dort FIFO greift. Diese Unterscheidung ist einer der häufigsten Fehler in der Krypto-Steuererklärung.
Praxisbeispiel: FIFO mit mehreren Käufen und Verkäufen
Ein FIFO-Praxisbeispiel zeigt, wie das Lot-Matching bei mehreren Käufen eines Coins funktioniert und warum die Kaufreihenfolge über die Steuerlast entscheidet.
Szenario 1: Lisa (steuerfrei durch FIFO)
Kauf 2: 10.07.2023 – 0,3 BTC für 9.000 EUR (30.000 EUR/BTC)
Kauf 3: 01.03.2024 – 0,2 BTC für 12.000 EUR (60.000 EUR/BTC)
Verkauf: 20.02.2025 – 0,6 BTC für 54.000 EUR (90.000 EUR/BTC)
Ergebnis: 42.500 EUR Gewinn, komplett steuerfrei (beide Lots über 365 Tage).
Szenario 2: Markus (teilweise steuerpflichtig)
Kauf 2: 15.12.2024 – 0,5 ETH für 1.900 EUR (3.800 EUR/ETH)
Verkauf: 01.03.2025 – 1,2 ETH für 5.400 EUR (4.500 EUR/ETH)
Ergebnis: 1.440 EUR steuerpflichtiger Gewinn (über 1.000-EUR-Freigrenze). Bei 30 % Steuersatz: 432 EUR Steuer.
Lot-Matching: So ordnet FIFO deine Coins zu
Lot-Matching ist der Prozess, bei dem jeder Verkauf den ältesten noch vorhandenen Kauf-Lots (Tranchen) zugeordnet wird, um Gewinn, Haltedauer und Steuer-Status zu berechnen.
Jeder Kauf bildet ein eigenes Lot mit drei Informationen: Kaufdatum, Menge und Kaufpreis. Beim Verkauf wird die Menge chronologisch auf die Lots verteilt. Ein Verkauf kann mehrere Lots betreffen, wenn die Verkaufsmenge größer ist als das älteste verbleibende Lot.
Lot 1 (ältestes)
0,5 BTC
15.01.2023 · 8.500 EUR
Wird zuerst verbraucht
Lot 2
0,3 BTC
10.07.2023 · 9.000 EUR
Wird als zweites verbraucht
Lot 3 (neuestes)
0,2 BTC
01.03.2024 · 12.000 EUR
Wird zuletzt verbraucht
Häufige FIFO-Fehler und wie du sie vermeidest
Die häufigsten FIFO-Fehler entstehen durch unvollständige Dokumentation, separate Pools pro Börse oder das Ignorieren von Krypto-zu-Krypto-Tauschgeschäften.
Haltefrist und Steuerfreiheit nach § 23 EStG
Die Haltefrist für Kryptowährungen beträgt nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG mehr als ein Jahr (365 Tage), danach ist der Gewinn steuerfrei. FIFO bestimmt, ab welchem Datum die Haltefrist läuft: Es zählt das Kaufdatum des zugeordneten Lots, nicht das neueste Kaufdatum.
Die 1.000-EUR-Freigrenze (seit 2024, vorher 600 EUR) gilt für alle privaten Veräußerungsgewinne zusammen. Bei Überschreitung wird der gesamte Betrag steuerpflichtig (Freigrenze, kein Freibetrag). Verluste können mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet oder ins Folgejahr vorgetragen werden.
| Situation | Steuer-Status | Steuersatz |
|---|---|---|
| Haltefrist über 365 Tage | Steuerfrei | 0 % |
| Gewinn unter 1.000 EUR (unter 365 Tage) | Freigrenze | 0 % |
| Gewinn über 1.000 EUR (unter 365 Tage) | Steuerpflichtig | 14–45 % (pers. ESt-Satz) |
| Verlust (unabhängig von Haltefrist) | Verlustverrechnung | Verlustvortrag möglich |
DAC8 ab 2026: Warum korrekte FIFO-Dokumentation wichtiger wird
Die EU-Richtlinie DAC8 verpflichtet ab 2026 alle EU-regulierten Krypto-Börsen, sämtliche Transaktionen automatisch an die Steuerbehörden zu melden. Das Finanzamt kann dadurch prüfen, ob FIFO korrekt angewendet wurde.
Meldepflichtig sind: Käufe, Verkäufe, Tauschgeschäfte und Transfers ab bestimmten Schwellenwerten. EU-Börsen wie Bitvavo, Bitpanda und Kraken sind DAC8-ready. Bei Nicht-EU-Börsen (Binance, Bybit) liegt die Dokumentationspflicht vollständig beim Nutzer.
Staking und DeFi im FIFO-Kontext
Staking-Rewards und DeFi-Erträge erzeugen neue FIFO-Lots mit Anschaffungskosten gleich dem Fair Market Value zum Zufluss-Zeitpunkt. Diese Lots werden am Ende der FIFO-Queue eingereiht und beim Verkauf erst berücksichtigt, wenn alle älteren Lots aufgebraucht sind.
Staking unterliegt zusätzlich § 22 EStG (sonstige Einkünfte) mit einer eigenen Freigrenze von 256 EUR pro Jahr. Das kann zu einer doppelten Besteuerung führen: einmal beim Zufluss (§ 22 EStG) und erneut beim Verkauf (§ 23 EStG), wenn die Haltefrist nicht überschritten ist. Liquidity Providing, Yield Farming und Bridge-Transfers erzeugen ebenfalls steuerlich relevante FIFO-Vorgänge.
Zusammenfassung: FIFO-Rechner für Krypto-Steuern
Der FIFO-Rechner berechnet automatisch das Lot-Matching nach dem First-In-First-Out-Prinzip und zeigt Haltefrist, Gewinn und Steuer-Status für jeden zugeordneten Kauf-Lot.
Was bedeutet FIFO bei Krypto-Steuern?
▾Muss ich in Deutschland die FIFO-Methode verwenden?
▾Wie funktioniert Lot-Matching bei FIFO?
▾Gilt FIFO pro Börse oder wallet-übergreifend?
▾Gilt die 1.000-EUR-Freigrenze pro Coin oder insgesamt?
▾Was ist der Unterschied zwischen FIFO und LIFO?
▾Wie werden Staking-Rewards in der FIFO-Kette behandelt?
▾Was passiert bei einem Krypto-zu-Krypto-Tausch im FIFO?
▾Kann ich den FIFO-Rechner für meine Steuererklärung verwenden?
▾Meldet das Finanzamt ab 2026 automatisch meine Krypto-Trades (DAC8)?
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Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.
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