FIFO-Rechner
Berechne deine Krypto-Steuern mit der FIFO-Methode. Trage alle Käufe und Verkäufe ein — der Rechner matcht automatisch die ältesten Lots zuerst.
Käufe (Lots)
Verkäufe
FIFO Lot-Matching
Steuer-Zusammenfassung
FIFO-Methode erklärt: So rechnet das Finanzamt
FIFO steht für „First In, First Out“ und ist die steuerlich anerkannte Verbrauchsreihenfolge in Deutschland. Beim Verkauf von Kryptowährungen geht das Finanzamt davon aus, dass die zuerst angeschafften Coins auch zuerst veräußert werden. Dieses Prinzip ist entscheidend für die Berechnung der Haltefrist nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG und den daraus resultierenden Gewinn.
Das BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 (Rz. 44) bestätigt FIFO als Standardmethode für die Zuordnung von Kryptowährungsbeständen. Anders als bei Wertpapieren, wo die Durchschnittsmethode gilt, müssen Krypto-Anleger jeden einzelnen Kauf als separates „Lot“ behandeln. Die chronologische Reihenfolge bestimmt, welche Anschaffungskosten beim Verkauf angesetzt werden.
In der Praxis bedeutet das: Wer 2022 Bitcoin für 20.000 € und 2024 für 60.000 € gekauft hat, verkauft bei einem Teilverkauf steuerlich zuerst die günstigeren 2022er-Coins. Bei einem Kurs von 90.000 € wäre der steuerpflichtige Gewinn somit 70.000 € pro Bitcoin – nicht 30.000 €. Die Reihenfolge macht einen erheblichen Unterschied.
FIFO vs. LIFO vs. Durchschnittsmethode
Theoretisch existieren mehrere Verbrauchsfolgen für die steuerliche Bewertung. In Deutschland hat sich FIFO als Standard durchgesetzt – nicht zuletzt, weil das BMF diese Methode in seinem Krypto-Erlass ausdrücklich benennt. Andere Methoden sind zwar nicht explizit verboten, führen aber regelmäßig zu Rückfragen der Finanzverwaltung.
| Methode | Prinzip | Akzeptanz in DE | Haltefrist-Effekt |
|---|---|---|---|
| FIFO | Älteste Coins zuerst | Standard (BMF-bestätigt) | Alte Lots schneller steuerfrei |
| LIFO | Neueste Coins zuerst | Problematisch | Neue Lots steuerpflichtig |
| Durchschnitt | Mittlerer Kaufpreis | Nicht anerkannt | Keine individuelle Zuordnung |
Wichtig: Bei Aktien und ETFs gilt in Deutschland die Durchschnittsmethode (§ 20 Abs. 4 Satz 7 EStG). Kryptowährungen fallen aber unter § 23 EStG (private Veräußerungsgeschäfte), weshalb dort FIFO greift. Diese Unterscheidung ist einer der häufigsten Fehler in der Krypto-Steuererklärung.
Praxisbeispiel: FIFO mit mehreren Käufen und Verkäufen
Angenommen, Lisa hat folgende Bitcoin-Transaktionen durchgeführt:
Kauf 2: 10.07.2023 – 0,3 BTC für 9.000 € (30.000 €/BTC)
Kauf 3: 01.03.2024 – 0,2 BTC für 12.000 € (60.000 €/BTC)
Verkauf: 20.02.2025 – 0,6 BTC für 54.000 € (90.000 €/BTC)
FIFO-Zuordnung: Die 0,6 BTC werden auf die ältesten Lots verteilt:
Match 2: 0,1 BTC aus Kauf 2 → Haltedauer 590 Tage → steuerfrei (über 365 Tage)
Kauf 3 wird nicht berührt (0,2 BTC verbleiben im Bestand)
Ergebnis: Der gesamte Verkaufserlös von 54.000 € ist steuerfrei, weil beide gematchten Lots die 1-Jahres-Haltefrist überschreiten. Hätte Lisa LIFO verwendet, wären 0,2 BTC aus Kauf 3 (unter 365 Tage) steuerpflichtig gewesen – ein Nachteil von 5.400 € bei 30 % Steuersatz.
Typische FIFO-Fallen und wie du sie vermeidest
1. Börsen-übergreifende Buchführung vergessen
FIFO gilt pro Coin über alle Wallets und Börsen hinweg. Wer auf Binance und Kraken Bitcoin kauft, darf nicht zwei separate FIFO-Pools führen. Alle Käufe müssen chronologisch zusammengeführt werden. Ein Transfer zwischen Wallets ist kein steuerrelevantes Ereignis – er ändert nur den Aufbewahrungsort, nicht die FIFO-Reihenfolge.
2. Krypto-zu-Krypto-Tausch unterschätzen
Jeder Tausch von Bitcoin in Ethereum (oder umgekehrt) ist steuerlich ein Verkauf der abgebenden und ein Kauf der empfangenden Währung. Das erzeugt neue Lots und kann die FIFO-Kette empfindlich durcheinanderbringen. Besonders kritisch: Wer über DeFi-Protokolle häufig swappt, hat am Jahresende Dutzende Lots pro Coin.
3. Staking-Rewards in der FIFO-Queue
Erhaltene Staking-Rewards werden als Neuzugang mit dem Fair Market Value zum Zufluss-Zeitpunkt am Ende der FIFO-Kette eingereiht. Da sie erst nach allen bereits vorhandenen Lots verbraucht werden, sind sie beim Verkauf häufig noch innerhalb der Haltefrist. Zusätzlich greift beim Zufluss § 22 EStG (sonstige Einkünfte mit 256 €-Freigrenze), was zu einer doppelten Steuerpflicht führen kann.
4. Dokumentationslücken bei DeFi-Transaktionen
On-Chain-Transaktionen (Liquidity Providing, Yield Farming, Bridge-Transfers) erzeugen steuerlich relevante Vorgänge, die in der FIFO-Berechnung berücksichtigt werden müssen. Wer diese nicht lückenlos dokumentiert, riskiert Schätzungen durch das Finanzamt – im Zweifel zu deinem Nachteil. Tools wie CoinTracking importieren On-Chain-Daten direkt von der Blockchain.
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FIFO-Methode FAQ
Häufige Fragen zur FIFO-Berechnung

Promovierte Medizinerin und Krypto-Autorin seit 2021. Erklärt Bitcoin, Blockchain und DeFi verständlich für Einsteiger und Profis.