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FIFO-Rechner

Berechne deine Krypto-Steuern mit der FIFO-Methode. Trage alle Käufe und Verkäufe ein — der Rechner matcht automatisch die ältesten Lots zuerst.

Steuersatz:
%

Käufe (Lots)

Kaufdatum
Menge (Coins)
Kaufpreis gesamt (€)

Verkäufe

Verkaufsdatum
Menge (Coins)
Verkaufserlös gesamt (€)

FIFO Lot-Matching

Kauf-Lot
0,5 Coins
Gekauft: 1.3.2024 · 10.000,00 €
Verkauf
33.333,33 €
Verkauft: 1.3.2026
23.333,33 €
730 Tage
Steuerfrei
Kauf-Lot
0,1 Coins
Gekauft: 1.3.2025 · 3.000,00 €
Verkauf
6.666,67 €
Verkauft: 1.3.2026
3.666,67 €
365 Tage
Steuerpflichtig

Steuer-Zusammenfassung

Gesamtgewinn/-verlust27.000,00 €
Davon steuerfrei (> 365 Tage)23.333,33 €
Davon steuerpflichtig (< 365 Tage)3.666,67 €
Voraussichtliche Steuer1.100,00 €
Steuerpflichtiger Gewinn: 3.666,67 € × 30% = 1.100,00 € Steuer.
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FIFO-Methode erklärt: So rechnet das Finanzamt

FIFO steht für „First In, First Out“ und ist die steuerlich anerkannte Verbrauchsreihenfolge in Deutschland. Beim Verkauf von Kryptowährungen geht das Finanzamt davon aus, dass die zuerst angeschafften Coins auch zuerst veräußert werden. Dieses Prinzip ist entscheidend für die Berechnung der Haltefrist nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG und den daraus resultierenden Gewinn.

Das BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 (Rz. 44) bestätigt FIFO als Standardmethode für die Zuordnung von Kryptowährungsbeständen. Anders als bei Wertpapieren, wo die Durchschnittsmethode gilt, müssen Krypto-Anleger jeden einzelnen Kauf als separates „Lot“ behandeln. Die chronologische Reihenfolge bestimmt, welche Anschaffungskosten beim Verkauf angesetzt werden.

In der Praxis bedeutet das: Wer 2022 Bitcoin für 20.000 € und 2024 für 60.000 € gekauft hat, verkauft bei einem Teilverkauf steuerlich zuerst die günstigeren 2022er-Coins. Bei einem Kurs von 90.000 € wäre der steuerpflichtige Gewinn somit 70.000 € pro Bitcoin – nicht 30.000 €. Die Reihenfolge macht einen erheblichen Unterschied.

FIFO vs. LIFO vs. Durchschnittsmethode

Theoretisch existieren mehrere Verbrauchsfolgen für die steuerliche Bewertung. In Deutschland hat sich FIFO als Standard durchgesetzt – nicht zuletzt, weil das BMF diese Methode in seinem Krypto-Erlass ausdrücklich benennt. Andere Methoden sind zwar nicht explizit verboten, führen aber regelmäßig zu Rückfragen der Finanzverwaltung.

MethodePrinzipAkzeptanz in DEHaltefrist-Effekt
FIFOÄlteste Coins zuerstStandard (BMF-bestätigt)Alte Lots schneller steuerfrei
LIFONeueste Coins zuerstProblematischNeue Lots steuerpflichtig
DurchschnittMittlerer KaufpreisNicht anerkanntKeine individuelle Zuordnung

Wichtig: Bei Aktien und ETFs gilt in Deutschland die Durchschnittsmethode (§ 20 Abs. 4 Satz 7 EStG). Kryptowährungen fallen aber unter § 23 EStG (private Veräußerungsgeschäfte), weshalb dort FIFO greift. Diese Unterscheidung ist einer der häufigsten Fehler in der Krypto-Steuererklärung.

Praxisbeispiel: FIFO mit mehreren Käufen und Verkäufen

Angenommen, Lisa hat folgende Bitcoin-Transaktionen durchgeführt:

Kauf 1: 15.01.2023 – 0,5 BTC für 8.500 € (17.000 €/BTC)
Kauf 2: 10.07.2023 – 0,3 BTC für 9.000 € (30.000 €/BTC)
Kauf 3: 01.03.2024 – 0,2 BTC für 12.000 € (60.000 €/BTC)
Verkauf: 20.02.2025 – 0,6 BTC für 54.000 € (90.000 €/BTC)

FIFO-Zuordnung: Die 0,6 BTC werden auf die ältesten Lots verteilt:

Match 1: 0,5 BTC aus Kauf 1 → Haltedauer 767 Tage → steuerfrei (über 365 Tage)
Match 2: 0,1 BTC aus Kauf 2 → Haltedauer 590 Tage → steuerfrei (über 365 Tage)
Kauf 3 wird nicht berührt (0,2 BTC verbleiben im Bestand)

Ergebnis: Der gesamte Verkaufserlös von 54.000 € ist steuerfrei, weil beide gematchten Lots die 1-Jahres-Haltefrist überschreiten. Hätte Lisa LIFO verwendet, wären 0,2 BTC aus Kauf 3 (unter 365 Tage) steuerpflichtig gewesen – ein Nachteil von 5.400 € bei 30 % Steuersatz.

Typische FIFO-Fallen und wie du sie vermeidest

1. Börsen-übergreifende Buchführung vergessen

FIFO gilt pro Coin über alle Wallets und Börsen hinweg. Wer auf Binance und Kraken Bitcoin kauft, darf nicht zwei separate FIFO-Pools führen. Alle Käufe müssen chronologisch zusammengeführt werden. Ein Transfer zwischen Wallets ist kein steuerrelevantes Ereignis – er ändert nur den Aufbewahrungsort, nicht die FIFO-Reihenfolge.

2. Krypto-zu-Krypto-Tausch unterschätzen

Jeder Tausch von Bitcoin in Ethereum (oder umgekehrt) ist steuerlich ein Verkauf der abgebenden und ein Kauf der empfangenden Währung. Das erzeugt neue Lots und kann die FIFO-Kette empfindlich durcheinanderbringen. Besonders kritisch: Wer über DeFi-Protokolle häufig swappt, hat am Jahresende Dutzende Lots pro Coin.

3. Staking-Rewards in der FIFO-Queue

Erhaltene Staking-Rewards werden als Neuzugang mit dem Fair Market Value zum Zufluss-Zeitpunkt am Ende der FIFO-Kette eingereiht. Da sie erst nach allen bereits vorhandenen Lots verbraucht werden, sind sie beim Verkauf häufig noch innerhalb der Haltefrist. Zusätzlich greift beim Zufluss § 22 EStG (sonstige Einkünfte mit 256 €-Freigrenze), was zu einer doppelten Steuerpflicht führen kann.

4. Dokumentationslücken bei DeFi-Transaktionen

On-Chain-Transaktionen (Liquidity Providing, Yield Farming, Bridge-Transfers) erzeugen steuerlich relevante Vorgänge, die in der FIFO-Berechnung berücksichtigt werden müssen. Wer diese nicht lückenlos dokumentiert, riskiert Schätzungen durch das Finanzamt – im Zweifel zu deinem Nachteil. Tools wie CoinTracking importieren On-Chain-Daten direkt von der Blockchain.

📋FIFO-FAQ

FIFO-Methode FAQ

Häufige Fragen zur FIFO-Berechnung

FIFO steht für „First In, First Out". Beim Verkauf gelten steuerlich immer die Coins als zuerst verkauft, die du zuerst gekauft hast. Das ist relevant für die Berechnung der Haltefrist und des Einstandskurses.
In Deutschland ist FIFO der Standard und wird von Finanzämtern akzeptiert. LIFO ist theoretisch nicht verboten, führt aber häufig zu Rückfragen und wird als Steuervermeidung interpretiert. Wir empfehlen, bei FIFO zu bleiben.
Jeder Kauf bildet ein „Lot". Beim Verkauf werden zuerst die ältesten Lots aufgebraucht. Ein Verkauf kann mehrere Lots betreffen, wenn die Menge größer ist als das älteste Lot. Unser Rechner zeigt dir exakt, welches Lot bei jedem Verkauf verbraucht wird.
Steuerlich bilden alle Coins einer Kryptowährung einen gemeinsamen Bestand – unabhängig davon, auf welcher Börse sie liegen. Du musst also alle Käufe chronologisch zusammenführen und dann FIFO anwenden.
Die Freigrenze von 1.000 € pro Jahr gilt für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen – nicht pro Coin. Wenn du mit Bitcoin 800 € und mit Ethereum 300 € Gewinn machst, liegst du über der Grenze und der gesamte Betrag ist steuerpflichtig.
Das Finanzamt prüft deine Aufstellung in der Anlage SO. Seit DAC8 (ab 2026) melden EU-Börsen deine Transaktionen automatisch. Tools wie CoinTracking erstellen FIFO-konforme Berichte, die du als Nachweis beifügen kannst.
FIFO wird wallet-übergreifend für jede Kryptowährung angewendet. Du kannst nicht FIFO pro Börse anwenden. Alle Bitcoin-Käufe bilden einen Pool, alle Ethereum-Käufe einen anderen Pool – unabhängig von der Plattform.
Staking-Rewards gelten als neue Coins mit Anschaffungspreis = Fair Market Value zum Zeitpunkt des Zuflusses. Sie werden am Ende der FIFO-Queue eingereiht. Beim Verkauf werden sie erst berücksichtigt, wenn alle älteren Lots aufgebraucht sind.
Ein Teilverkauf wird anteilig berechnet. Beispiel: Du hast 1 BTC für 10.000 € gekauft und verkaufst 0,5 BTC. Dein anteiliger Kaufpreis ist 5.000 €. Der Gewinn ist: (Verkaufspreis für 0,5 BTC) minus 5.000 €.
Unser Rechner gibt dir eine erste Einschätzung und hilft beim Verständnis der FIFO-Logik. Für die offizielle Steuererklärung empfehlen wir ein spezialisiertes Tool wie CoinTracking, das alle Börsen automatisch importiert und einen finanzamtkonformen FIFO-Bericht erstellt.
Dr. Stephanie Morgenroth
Dr. Stephanie Morgenroth

Promovierte Medizinerin und Krypto-Autorin seit 2021. Erklärt Bitcoin, Blockchain und DeFi verständlich für Einsteiger und Profis.

Dr. med.Autorin seit 2021100K+ Follower