DAC8-Check: Meldepflicht ab 2026
Welche deiner Krypto-Börsen melden ab 2026 automatisch an das Finanzamt?
DAC8 Timeline
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Was ist DAC8? Die EU-Meldepflicht ab 2026
DAC8 steht für die 8. Änderung der EU-Richtlinie zur Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden (Directive on Administrative Cooperation). Sie verpflichtet alle EU-lizenzierten Krypto-Dienstleister, Transaktionsdaten ihrer Nutzer automatisch an die nationalen Steuerbehörden zu melden. Die Daten werden anschließend zwischen den EU-Mitgliedstaaten ausgetauscht.
Die Richtlinie wurde im Oktober 2023 vom EU-Rat verabschiedet und muss bis Dezember 2025 in nationales Recht umgesetzt werden. Ab dem 1. Januar 2026 sind die Meldepflichten verbindlich. Die erste Meldung an die Steuerbehörden erfolgt 2027 für das Steuerjahr 2026. DAC8 baut auf dem OECD Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) auf und ist der europäische Compliance-Standard für Krypto-Transparenz.
Welche Daten werden gemeldet?
Die Meldepflicht umfasst deutlich mehr als nur Käufe und Verkäufe. Hier ist eine Übersicht der gemeldeten Datenkategorien:
| Datenkategorie | Details | Frequenz |
|---|---|---|
| Identitätsdaten | Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuer-ID | Einmalig |
| Transaktionen | Käufe, Verkäufe, Tausch, Transfers | Jährlich |
| Volumina | Gesamtvolumen pro Kryptowährung in EUR | Jährlich |
| Wallet-Adressen | Ein- und Auszahlungsadressen | Pro Transaktion |
Es gibt keine Mindestgrenze – auch Micro-Transaktionen und Dust-Beträge werden gemeldet. Die Daten werden mindestens 5 Jahre aufbewahrt und stehen den Steuerbehörden aller EU-Mitgliedstaaten zur Verfügung.
DEX, Self-Custody & Privacy Coins: Die Grauzonen
DAC8 erfasst nur Dienstleister mit EU-Lizenz (MiCA-reguliert). Dezentrale Exchanges (DEX) wie Uniswap oder dYdX haben keine rechtliche Entität in der EU und fallen daher nicht direkt unter die Meldepflicht. Allerdings: Jede On-/Off-Ramp über eine regulierte Börse – also der Wechsel zwischen Fiat und Krypto – wird erfasst. Wer auf einer DEX handelt, muss irgendwann über eine regulierte Plattform ein- oder auszahlen.
Self-Custody ist von DAC8 nicht direkt betroffen: Wer Coins auf einer Hardware-Wallet hält, ohne mit regulierten Diensten zu interagieren, wird nicht gemeldet. Aber: Die EU plant bereits Erweiterungen (MiCA 2.0), die auch unhosted Wallets stärker in den Fokus nehmen könnten. Die Travel Rule (TFR) verlangt bereits jetzt, dass Börsen bei Transfers zu externen Wallets die Empfängeradresse und den Eigentümer identifizieren.
Privacy Coins (Monero, Zcash) werden zunehmend problematisch: Mehrere EU-regulierte Börsen haben Monero bereits delisted, weil die Nachverfolgung von Transaktionen für DAC8-Compliance nicht möglich ist. Wer Privacy Coins über regulierte Plattformen handelt, wird dennoch gemeldet – mindestens mit Volumen und Wallet-Adresse der Börse.
So bereitest du dich auf DAC8 vor
Die wichtigste Maßnahme: Dokumentiere alle Transaktionen lückenlos – auch auf Nicht-EU-Börsen und DEXes. Denn das Finanzamt wird die gemeldeten Daten (von EU-Börsen) mit deiner Steuererklärung abgleichen. Diskrepanzen führen zu Rückfragen, Nachzahlungen und im schlimmsten Fall zu Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung.
Konkrete Schritte: Exportiere die Transaktionshistorie aller genutzten Börsen (CSV, API). Importiere die Daten in eine Steuer-Software wie CoinTracking, Blockpit oder Koinly. Berechne Gewinne und Verluste nach der FIFO-Methode. Deklariere alles in der Steuererklärung (Anlage SO für § 22 und § 23 EStG). Bei größeren Portfolios (ab ca. 50.000 €) empfiehlt sich die Konsultation eines auf Krypto spezialisierten Steuerberaters.
Börsen-Konsolidierung kann sinnvoll sein: Wer auf 5-6 verschiedenen Plattformen handelt, hat einen deutlich höheren Dokumentationsaufwand. Die Zusammenführung auf 1-2 EU-regulierte Hauptbörsen vereinfacht die Compliance und reduziert das Risiko von Lücken in der Transaktionshistorie.
Häufige Fragen zu DAC8

Promovierte Medizinerin und Krypto-Autorin seit 2021. Erklärt Bitcoin, Blockchain und DeFi verständlich für Einsteiger und Profis.