Das US-Justizministerium (DOJ) hat ein offizielles Entschädigungsverfahren für Opfer des OneCoin-Betrugs gestartet. Aktuell stehen über 40 Millionen USD aus beschlagnahmten Vermögenswerten zur Verfügung. Die Auszahlungen richten sich an Anleger, die zwischen 2014 und 2019 Nettoverluste erlitten haben.
Entschädigungsprozess für OneCoin-Anleger
Das DOJ nutzt ein sogenanntes Remissionsverfahren, um beschlagnahmte Gelder an geschädigte Personen zurückzugeben. Die Mittel stammen aus Strafverfolgungsmaßnahmen im Southern District of New York. Betroffene müssen ihre Anträge bis zum 30. Juni über den Administrator Kroll einreichen, um einen Anspruch auf die verfügbaren 40 Millionen USD zu prüfen.
Die verfügbare Summe steht in einem extremen Missverhältnis zum Gesamtschaden. Das Justizministerium schätzt, dass die Betrüger zwischen 2014 und 2016 über 4 Milliarden USD von rund 3,5 Millionen Opfern weltweit entwendeten. Einige Schätzungen beziffern die weltweiten Verluste sogar auf bis zu 19 Milliarden USD, was die geringe Rückzahlung verdeutlicht.
„Dies ist ein wichtiger Schritt, um Gelder an die Geschädigten zurückzugeben"
Er betonte, dass keine Rückzahlung den entstandenen Schaden vollständig beheben könne. Dennoch priorisiert sein Büro die Sicherstellung krimineller Erlöse, um zumindest Teilbeträge an die betrogenen Anleger weltweit auszuschütten.
OneCoin wurde 2014 in Bulgarien gestartet und versprach, den Bitcoin zu übertreffen. Das Projekt stieg zeitweise zur zweitgrößten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung auf. Später kollabierte das System, als Nutzer feststellten, dass die Coins keinerlei technologischen Nutzen besaßen. Zentralbanken aus Schweden, Norwegen und Lettland warnten bereits früh vor dem Ponzi-Schema.
Strafverfolgung der OneCoin-Architekten
Die rechtliche Aufarbeitung des Falls zieht sich über mehrere Jahre und Länder. Mitgründer Karl Sebastian Greenwood wurde im September 2023 zu 20 Jahren Haft verurteilt. Zudem wurde er zu einer Strafzahlung von 300 Millionen USD verpflichtet. Die bulgarische Polizei hatte Greenwood bereits 2018 im Rahmen einer Razzia in der Zentrale verhaftet.
Eine weitere Schlüsselfigur ist die ehemalige Leiterin für Recht und Compliance, Irina Dilkinska. Sie wurde im April 2024 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht ordnete zudem die Einziehung von 111,44 Millionen USD an. Dilkinska hatte sich zuvor im November 2023 der Verschwörung zum Betrug und der Geldwäsche durch Drahtbetrug schuldig bekannt.
Die Mitgründerin Ruja Ignatova bleibt hingegen seit 2017 auf der Flucht. Sie ist auf der Liste der zehn meistgesuchten Personen des FBI. Das FBI bietet eine Belohnung von bis zu 250.000 USD für Informationen zu ihrem Aufenthaltsort. Das US-Außenministerium hat die Belohnung für ihre Festnahme auf bis zu 5 Millionen USD erhöht.
Aktuelle Ermittlungen konzentrieren sich auf weitere Geldwäsche-Netzwerke. So wurde William Morro im April 2024 verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, 35 Millionen USD über ein Konto in Hongkong verschleiert zu haben. Weitere 6 Millionen USD flossen laut Anklage auf ein US-Konto, um die Herkunft der OneCoin-Gelder vor Banken zu verbergen.
Fazit: Lehre aus dem größten Krypto-Betrug
Für dich bedeutet dieser Fall eine wichtige Erinnerung an die Bedeutung von technischem Nutzen. OneCoin besaß keine Blockchain und keine echte Utility, was den Kollaps unvermeidlich machte. Die geringe Rückzahlung von 40 Millionen USD bei Milliardenverlusten zeigt, dass staatliche Entschädigungen oft nur einen Bruchteil des Kapitals retten.
Die breitere Akzeptanz von Kryptowährungen hängt stark von der Unterscheidung zwischen echten Protokollen und Marketing-Versprechen ab. Während BTC bei 74.678 USD und ETH bei 2.390,4 USD auf echter Technologie basieren, bleibt OneCoin ein Mahnmal für blindes Vertrauen in unrealistische Renditeversprechen ohne Open-Source-Nachweise.
Quelle: Decrypt




