- Der Clarity Act (H.R. 3633) ist ein 278-seitiges US-Gesetz zur Krypto-Regulierung.
- House: mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet. Senat: Stablecoin-Kompromiss auf Senatorenebene, aber noch nicht im finalen Text.
- Senat seit 13. April zurück. Banking-Chair Tim Scott dämpft am 14.04.: Markup braucht „noch zwei Wochen", Ziel ist jetzt Sommer 2026. Harte Deadline: Mai 2026.
- 16 Kryptos bereits als Digital Commodities klassifiziert (BTC, ETH, XRP, SOL + 12 weitere).
- Neu (10.04.): Coinbase-CEO Armstrong dreht um und unterstützt den Act — erstmals kein großer Industry-Gegner mehr. SEC Chair Atkins und Treasury Secretary Bessent fordern gleichzeitig Verabschiedung.
- Neu (13.–14.04.): White-House-Berater Patrick Witt (Nachfolger von Sacks) sagt, DeFi- und Ethik-Hürden seien „very close to closing them out". ABA kontert den White House CEA Report öffentlich. Ripple-CEO Garlinghouse setzt neuen Termin: 31. Mai 2026. SEC CLARITY Act Roundtable am 16.04.
- Prognosen (Stand 15.04.): Polymarket ~58 % (–5 pp seit 11.04.), Kalshi ~69 %, Wintermute (Hammond) nur 30 %.
- Über 11.000 Banken in den USA wären betroffen.
- Quelle: congress.gov
Was ist der Clarity Act?
Der Clarity Act (Digital Asset Market Clarity Act of 2025) ist ein US-Gesetzentwurf, der erstmals festlegt, welche Kryptowährungen unter die SEC (Wertpapieraufsicht) und welche unter die CFTC (Rohstoffaufsicht) fallen.
Stell dir vor, zwei Behörden streiten seit Jahren, wer für Krypto zuständig ist. Die SEC sagt: „Das sind Wertpapiere, wir regulieren das.“ Die CFTC sagt: „Nein, das sind Rohstoffe wie Gold, wir sind zuständig.“ Ergebnis: Keine klaren Regeln, Unternehmen werden verklagt statt reguliert. Der Clarity Act beendet diesen Streit mit einem „Spurensystem“: Token starten als Wertpapier und können zum Commodity reifen, wenn das Netzwerk ausreichend dezentralisiert ist.
Der Clarity Act ist der Nachfolger des FIT21-Gesetzes, das 2024 im Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, aber im Senat nie zur Abstimmung kam. Viele Kernelemente wurden übernommen und weiterentwickelt.
Video: Clarity Act erklärt
Keine Lust zu lesen? In diesem Video erkläre ich dir alles Wichtige zum Clarity Act und seinen Auswirkungen auf dein Portfolio.
Timeline: Wo steht der Clarity Act?
Der Weg durch den US-Kongress ist lang. Hier siehst du jeden Meilenstein, was bereits geschafft ist und welche Hürden noch kommen.
H.R. 3633 eingebracht
House Financial Services Committee und Agriculture Committee bringen den Digital Asset Market Clarity Act of 2025 gemeinsam ein.
House verabschiedet mit 294-134 Stimmen
Das Repräsentantenhaus stimmt mit breiter überparteilicher Mehrheit für den Clarity Act. Der Entwurf geht an den Senat.
Senate Banking Committee verschiebt Markup
Über 100 Amendments eingereicht. Die Bankenlobby fordert ein Verbot von Stablecoin-Zinsen. Chairman Tim Scott verschiebt statt eine gescheiterte Abstimmung zu riskieren.
Senate Agriculture Committee stimmt zu
Der Digital Commodity Intermediaries Act wird am 29. Januar aus dem Agriculture Committee verabschiedet.
SEC und CFTC klassifizieren 16 Kryptos als Commodities
Die gemeinsame 68-Seiten-Guidance stuft Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und 12 weitere Token offiziell als Digital Commodities ein.
Stablecoin-Kompromiss erreicht
Senatoren Tillis (R) und Alsobrooks (D) einigen sich: Passives Stablecoin-Yield wird verboten, Activity-Based Rewards bleiben erlaubt.
Recess-Woche: gemischte Signale aus Washington
Während der Easter Recess laufen nur Pro-forma-Sitzungen. Coinbase-Chefjurist Paul Grewal sagt am 1. April auf Fox Business, ein Stablecoin-Yield-Deal sei „very close". Am 2. April erhält Coinbase die konditionale OCC-Genehmigung für eine National Trust Bank. Am 6. April signalisieren Senator Hagerty (R-TN) und Senator Lummis (R-WY) Fortschritt: Markup in der zweiten Aprilhälfte, DeFi-Provisions finalisiert. Am 7. April erneuert Senator Moreno seine Warnung: Ohne Senatsabstimmung bis Mai werde digitale Asset-Gesetzgebung jahrelang blockiert.
Durchbruch: White House, SEC und Coinbase stellen sich hinter den Act
Am 8. April veröffentlicht der White House Council of Economic Advisers einen Report, der das Banken-Argument entkräftet: Ein vollständiges Stablecoin-Yield-Verbot würde Verbraucher rund 800 Mio. USD pro Jahr kosten, während Banken nur 0,02 % mehr Kreditvolumen gewinnen würden. Am 9. April veröffentlicht Treasury Secretary Bessent einen WSJ-Op-Ed ("Digital Asset Rules Need Clarity") und framt den Act erstmals als nationale Sicherheitsfrage. SEC Chair Paul Atkins erklärt: "The SEC and the CFTC are ready to implement the Clarity Act — it's time for Congress to future-proof against rogue regulators." Am 10. April vollzieht Coinbase-CEO Brian Armstrong eine Kehrtwende und antwortet direkt auf Bessent: "It's time to pass the Clarity Act." Coinbase hatte den Entwurf im Januar und März wegen Stablecoin-Yield-Regeln blockiert — damit gibt es erstmals 2026 keinen großen Industry-Gegner mehr. Senatorin Lummis verschärft ihre Warnung: "This is our last chance to pass the Clarity Act until at least 2030." Am 11. April schätzt Ron Hammond (Wintermute) die Chancen auf nur 30 %.
Senat zurück — Scott dämpft Markup-Erwartung
Der Senat kehrt am 13. April aus der Easter Recess zurück. Auf dem Semafor World Economy Summit in Washington signalisieren White-House-Krypto-Berater Patrick Witt und Ripple-CEO Brad Garlinghouse Fortschritt: Witt sagt, neben dem Stablecoin-Yield-Streit seien auch DeFi-Illicit-Finance und die demokratische Ethik-Klausel „very close to closing them out"; Garlinghouse verschiebt seinen Forecast erneut, jetzt auf den 31. Mai 2026. Zeitgleich kontert die American Bankers Association öffentlich den White House CEA Report vom 8. April — das CEA habe den falschen Fall modelliert (300 Mrd. USD Status quo statt Expansion Richtung 1 Bio. USD). Am 14. April revidiert Banking-Chair Senator Tim Scott den Hagerty-Forecast für ein Ende-April-Markup: Es brauche „another couple of weeks", um die Republikaner auf eine Linie zu bringen — Ziel sei jetzt der Sommer 2026. Für den 16. April hat die SEC einen eigenen CLARITY Act Roundtable angesetzt. Prognosen (Stand 15.04.): Polymarket 58 % (–5 pp seit 11.04.), Kalshi ~69 %, Wintermute (Hammond) 30 %.
Senate Floor Vote + Reconciliation
Braucht 60 Stimmen im Senat. Danach Abgleich mit der Agriculture-Committee-Version und der House-Version vom Juli 2025.
Präsidentenunterschrift
Nach erfolgreicher Reconciliation unterzeichnet der Präsident das Gesetz. Treasury Secretary Bessent nennt Frühling 2026 als Ziel.
Was steht im Clarity Act?
Am 17. März 2026 haben SEC und CFTC eine gemeinsame 68-Seiten-Guidance veröffentlicht, die erstmals fünf Kategorien für digitale Assets definiert. Dieses Klassifizierungssystem bildet das Herzstück des Clarity Act.
| Kategorie | Aufsicht | Beispiele |
|---|---|---|
| Digital Commodities | CFTC | Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana |
| Digital Securities | SEC | Unregistrierte Token Sales |
| Stablecoins | Eigenes Framework | USDC, USDT, RLUSD |
| Digital Collectibles | Keine Wertpapiere | NFTs, Gaming-Token |
| Digital Tools | Keine Wertpapiere | Utility Tokens |
Der Stablecoin-Streit
Der größte Konflikt: Dürfen Krypto-Plattformen Zinsen auf Stablecoin-Guthaben zahlen? Die Bankenlobby sagt Nein, weil Kapital von Bankeinlagen zu Stablecoins abfließen würde — Standard Chartered hat geschätzt, dass offenes Stablecoin-Yield bis zu 500 Milliarden US-Dollar an Bankeinlagen umleiten könnte (crypto.news). Die Krypto-Industrie hält dagegen, dass es Innovation fördert und Verbrauchern Zugang zu fairen Renditen verschafft.
Der Kompromiss vom 20. März 2026 (Tillis/Alsobrooks): Passives Yield (Zinsen nur fürs Halten) wird verboten. Activity-Based Rewards (Belohnungen für Zahlungen, Transfers oder Plattformnutzung) bleiben erlaubt. SEC, CFTC und Treasury bekommen nach Inkrafttreten 12 Monate, um genau zu definieren, welche Rewards zulässig sind (defirate). Senatorin Lummis bezeichnet die Einigung als „zu 99 % gelöst — politisch, nicht technisch". Coinbase und Stripe haben den bankfreundlichen Entwurfstext vom 23. März zunächst privat zurückgewiesen. Am 1. April signalisierte Coinbase-Chefjurist Paul Grewal auf Fox Business jedoch, ein Deal sei„very close".
Update 8.–10. April: White House entkräftet Banken-Argument, Coinbase dreht um
Am 8. April 2026 veröffentlichte der White House Council of Economic Advisers (CEA) einen Report, der das Banken-Argument direkt entkräftet: Ein vollständiges Verbot von Stablecoin-Yield würde Verbraucher rund 800 Millionen US-Dollar pro Jahr an entgangenen Renditen kosten. Dem gegenüber stünde ein Anstieg des Kreditvolumens um lediglich 2,1 Milliarden US-Dollar — das sind 0,02 % der ausstehenden Gesamtkredite. Der CEA-Report validierte damit den Tillis-Alsobrooks-Kompromiss und entzog der Bankenlobby ihr stärkstes Argument.
Am 10. April folgte der Durchbruch: Coinbase-CEO Brian Armstrong antwortete direkt auf Treasury Secretary Bessent: „It’s time to pass the Clarity Act.“ Coinbase hatte den Entwurf im Januar und März blockiert, weil die Yield-Regeln zu restriktiv für das eigene Geschäftsmodell waren — 2025 erzielte Coinbase 1,35 Mrd. USD (19,6 % des Nettoumsatzes) mit Stablecoin-Rewards. Mit der Armstrong-Kehrtwende gibt es erstmals 2026 keinen großen Industry-Gegner mehr.
Update 13.–15. April: Witt meldet Fortschritt, Scott dämpft die Timeline
Der Senat kehrt am 13. April aus der Easter Recess zurück. Auf dem Semafor World Economy Summit in Washington meldet Patrick Witt — der als aktiver Nachfolger von David Sacks die Verhandlungen aus dem Weißen Haus führt — dass neben dem Stablecoin-Yield-Streit auch die beiden anderen offenen Punkte im Hintergrund weit vorangetrieben wurden: DeFi-Illicit-Finance-Schutz und die demokratische Ethik-Klausel gegen persönliches Profitieren hochrangiger Regierungsbeamter. Witt wörtlich: „We’re very close to closing them out." Auf demselben Panel setzt Ripple-CEO Brad Garlinghouse einen neuen Forecast: Verabschiedung bis zum 31. Mai 2026 — seine dritte Timeline-Verschiebung in diesem Jahr.
Noch am selben 13. April kontert die American Bankers Association den White House CEA Report öffentlich: Das CEA habe die falsche Frage modelliert. Gerechnet worden sei der Effekt eines Yield-Verbots auf den heutigen ~300-Mrd.-USD-Stablecoin-Markt — nicht das Szenario einer Expansion Richtung 1 Billion US-Dollar, bei dem der Deposit-Flight-Effekt laut ABA materiell anders aussähe. Der Yield-Streit ist damit nicht beigelegt, nur verlagert.
Am 14. April revidiert Banking-Chair Senator Tim Scott den Hagerty-Forecast für ein Ende-April-Markup deutlich nach hinten: Es brauche „another couple of weeks", um die Republikaner auf eine Linie zu bringen — er hoffe, „by the time summer comes, we’ll be done with the Clarity Act." Scott benennt erstmals öffentlich drei offene Hürden: (1) den finalen Gesetzestext zum Stablecoin-Yield, (2) die DeFi-Provisionen und (3) die GOP-interne Uneinigkeit. Polymarket reagiert sofort und rutscht von 63 % (11.04.) auf ~58 % (Stand 15.04.). Der Worst-Case gilt ab jetzt konkret: Kommt bis zum 20.–25. April kein Markup-Datum, gerät das Gesetz in den Midterm-Freeze und wird erst jenseits der November-Wahlen wieder verhandelbar. Für den 16. April hat die SEC parallel einen eigenen CLARITY Act Roundtable angesetzt — operative Umsetzung der Atkins-Zusage vom 10. April.
Die vier Fronten im Senate Banking Committee
Der Clarity Act steckt nicht in einem einfachen Banken-vs.-Krypto-Streit fest. Im Senate Banking Committee ringen vier Fraktionen um die finale Fassung — jede mit eigener Veto-Drohung über ihren Teilbereich:
5 Hürden bis zur Verabschiedung
Welche Coins profitieren vom Clarity Act?
Am 17. März 2026 haben SEC und CFTC in einer gemeinsamen 68-Seiten-Guidance 16 Kryptowährungen offiziell als Digital Commodities eingestuft. Das bedeutet: CFTC-Aufsicht statt SEC-Enforcement, niedrigeres regulatorisches Risiko und ebnet den Weg für weitere ETF-Produkte.
| # | Coin | Warum Commodity? |
|---|---|---|
| 1 | Bitcoin (BTC) | Dezentral seit 2009, kein zentraler Emittent, Spot-ETFs in den USA seit 2024 zugelassen |
| 2 | Ethereum (ETH) | Dezentrale L1 mit Proof-of-Stake. Guidance stellt klar: Staking ist kein Wertpapier-Angebot |
| 3 | XRP | Torres-Urteil (2023) bestätigt Non-Security-Status. Spot-ETFs seit November 2025 live (u.a. Franklin XRPZ) |
| 4 | Solana (SOL) | Dezentrale L1, Spot-ETFs seit Oktober 2025 live, erster Krypto-ETF mit integriertem Staking |
| 5 | Cardano (ADA) | Dezentrale L1, on-chain Governance, kein zentraler Akteur mit Gewinnversprechen |
| 6 | Chainlink (LINK) | Dezentrales Oracle-Netzwerk, Wert aus funktionaler Nutzung in DeFi und Tokenisierung |
| 7 | Avalanche (AVAX) | Dezentrale L1 mit Subnet-Architektur, kein zentraler Emittent |
| 8 | Polkadot (DOT) | Multi-Chain-Protokoll mit dezentraler Governance |
| 9 | Stellar (XLM) | Dezentrales Zahlungsnetzwerk, betrieben von Non-Profit-Stiftung |
| 10 | Hedera (HBAR) | DLT mit verteiltem Governing Council aus 39 Organisationen |
| 11 | Litecoin (LTC) | Dezentrale PoW-Blockchain seit 2011, kein Unternehmen oder Gründerteam dahinter |
| 12 | Dogecoin (DOGE) | Community-getriebener PoW-Coin seit 2013, dezentrales Mining |
| 13 | Shiba Inu (SHIB) | Community-Token auf Ethereum, anonymer Gründer, kein zentrales Gewinnversprechen |
| 14 | Tezos (XTZ) | On-chain Governance, dezentrales Staking, selbstaktualisierendes Protokoll |
| 15 | Bitcoin Cash (BCH) | Dezentrale PoW-Blockchain, Bitcoin-Fork seit 2017 |
| 16 | Algorand (ALGO) | Dezentrale L1 mit Pure Proof-of-Stake-Konsens |
Tiefergehende Kurs-Analysen findest du hier: XRP Prognose bis 2030, Chainlink Prognose und Dogecoin Prognose.
Vorteile
- Reife L1-Blockchains erhalten Commodity-Status
- DeFi-Protokolle bekommen eigene Regulierung statt SEC-Enforcement
- Stablecoin-Emittenten arbeiten in einem klaren Framework
- Weitere ETF-Produkte werden ermöglicht (nach BTC, ETH, XRP, SOL)
Nachteile
- Neue Token-Launches fallen weiterhin unter die SEC
- Yield-basierte Stablecoins werden verboten
- Unregistrierte Token Sales bleiben illegal
- Senat-Abstimmung kann noch scheitern
Du willst von der Regulierung profitieren?
Wenn der Clarity Act Bitcoin, Ethereum und XRP offiziell als Commodities einstuft, sinkt das regulatorische Risiko für diese Assets. Hier sind die Schritte, mit denen du dich positionieren kannst.
Was bedeutet der Clarity Act für deutsche Anleger?
Der Clarity Act ist ein US-Gesetz und gilt nicht direkt in der EU. In Europa reguliert seit Dezember 2024 die MiCA-Verordnung den Kryptomarkt. Trotzdem hat der Clarity Act indirekte Auswirkungen auf deinen Krypto-Alltag in Deutschland.
| MiCA (EU) | Clarity Act (USA) | |
|---|---|---|
| Gültig seit | Dezember 2024 | Noch offen |
| Aufsicht | ESMA + BaFin | SEC + CFTC |
| Stablecoins | Reguliert (Reserve-Pflicht) | Yield verboten, Rewards erlaubt |
| DeFi | Weitgehend ausgeklammert | Eigene Regulierung geplant |
| NFTs | Einzelfallprüfung | Keine Wertpapiere |
PARITY Act: Steuerliche Ergänzung zum Clarity Act
Neben dem Clarity Act (Marktstruktur) arbeitet der Kongress am PARITY Act (Digital Asset Protection, Accountability, Regulation, Innovation, Taxation and Yields Act). Dieser bipartisane Entwurf von den Representatives Miller (R) und Horsford (D) vom 26. März 2026 regelt die steuerliche Behandlung digitaler Assets: Stablecoin-Transaktionen würden wie Bargeld behandelt (deemed-basis rule), professionelle Trader könnten eine Mark-to-Market-Wahl treffen, und das sogenannte Phantom-Income-Problem für Miner und Staker würde durch eine klare Wahlmöglichkeit gelöst. Für deutsche Anleger relevant: Wenn die USA Staking-Rewards steuerlich klar regeln, steigt der Druck auf die EU, ihre eigene — bisher uneinheitliche — Behandlung von Staking-Erträgen zu harmonisieren.
Was passiert wenn der Clarity Act scheitert?
Der Clarity Act ist nicht garantiert. Der Senat braucht 60 Stimmen, und die Midterm-Wahlen im November 2026 setzen eine politische Deadline. Senator Bernie Moreno hat seine Warnung am 7. April erneuert: Wird das Gesetz nicht bis Mai verabschiedet, sei mit seriöser digitaler Asset-Gesetzgebung jahrelang nicht mehr zu rechnen. Gleichzeitig hat die Exekutive in der Woche vom 8.–10. April einen beispiellosen Druck aufgebaut: Treasury Secretary Bessent veröffentlichte einen WSJ-Op-Ed („Digital Asset Rules Need Clarity“), in dem er den Act als nationale Sicherheitsfrage framt und vor Offshore-Abwanderung warnt. SEC Chair Atkins erklärte gleichzeitig, SEC und CFTC seien bereit zur Umsetzung — erstmals signalisieren beide Regulatoren gleichzeitig Implementierungsbereitschaft. Ob dieser Druck reicht, ist offen: Erschwerend kommen drei zusätzliche Faktoren hinzu, die weiterhin wirken:
- Witt übernimmt nach Sacks — aber ohne formelle Amtszeit: Die 130-Tage-Amtszeit von Krypto-Beauftragtem David Sacks lief am 26. März 2026 aus. De facto führt seit Anfang April Patrick Witt die Verhandlungen aus dem Weißen Haus. Auf dem Semafor World Economy Summit am 13. April sagt er, DeFi-Illicit-Finance und die Ethik-Klausel seien „very close to closing them out". Ohne formellen Nachfolger-Titel bleibt seine Verhandlungsmacht allerdings begrenzt.
- Community-Bank-Deregulierung als politischer Trade: Republikanische Senatoren diskutieren, Deregulierungsbestimmungen für Gemeindebanken an den Clarity Act zu koppeln (FinTech Weekly). Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Demokraten zusätzliche Forderungen stellen und die Verhandlungen erneut komplizieren.
- State-Regulator-Widerstand: Die North American Securities Administrators Association (NASAA) hat am 13. Januar 2026 formale Bedenken angemeldet — State-Securities-Regulatoren sehen ihre Befugnisse durch die föderale Neuordnung beschnitten (NASAA-Stellungnahme, PDF).
Drei mögliche Szenarien:
Scheitert im Senat
Die SEC reguliert weiterhin durch Enforcement-Aktionen. Keine klaren Regeln, Unternehmen ziehen ins Ausland. Die Guidance vom März 2026 bleibt als Orientierung, hat aber keine Gesetzeskraft.
Mehrheitswechsel
Bei den Midterm-Wahlen im November 2026 verlieren die Republikaner die Senatsmehrheit. Ein komplett neuer Gesetzentwurf wäre nötig, mit anderen politischen Prioritäten.
"Clarity Act Light"
Das Gesetz wird stark verwässert verabschiedet, ohne DeFi-Regelung und ohne klare Token-Klassifizierung. Besser als nichts, aber ohne die erhoffte regulatorische Klarheit.
Was ist der Clarity Act?
▾Wann wird der Clarity Act verabschiedet?
▾Welche Kryptowährungen profitieren vom Clarity Act?
▾Gilt der Clarity Act auch in Europa?
▾Was passiert wenn der Clarity Act scheitert?
▾Was ist der PARITY Act und wie hängt er mit dem Clarity Act zusammen?
▾Was ist der Unterschied zwischen Clarity Act und MiCA?
▾Warum steckt der Clarity Act im Senat fest?
▾Wie stehen die Chancen, dass der Clarity Act 2026 unterzeichnet wird?
▾Weiterführende Ratgeber

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.
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