Was ist Quellensteuer?
Warum ein Teil von Dividenden oder Zinsen oft schon vor der Auszahlung steuerlich einbehalten wird
Definition
Quellensteuer ist eine Steuer, die direkt an der Quelle eines Ertrags einbehalten wird, bevor das Geld beim Empfänger ankommt.
Die Quellensteuer ist eine Steuer, die direkt an der Quelle der Einkünfte einbehalten wird, bevor das Geld beim Empfänger ankommt. In Deutschland ist die Abgeltungsteuer (25 % auf Kapitalerträge) eine Quellensteuer: Deine Bank behält sie automatisch ein. Für Krypto-Anleger wird die Quellensteuer relevant bei ausländischen Dividenden, Staking-Rewards auf zentralen Plattformen und bei der Frage, ob Krypto-Börsen in Zukunft Steuern direkt einbehalten müssen.
Quellensteuer-Sätze für Krypto-relevante Einkünfte
| Einkunftsart | Quellensteuer in DE | Wer behält ein? | Anrechenbar? |
|---|---|---|---|
| Dividenden (deutsche Aktien) | 25 % + Soli = 26,375 % | Depotbank | Abgeltend (fertig) |
| Dividenden (US-Aktien, nach DBA) | 15 % (USA) + ggf. 11,375 % (DE) | US-Broker + dt. Bank | Ja (15 % anrechenbar) |
| Zinsen (Tagesgeld, Festgeld) | 25 % + Soli = 26,375 % | Bank | Abgeltend |
| Krypto-Gewinne (< 1 Jahr) | Keine Quellensteuer (aktuell) | Niemand (Selbsterklärung) | Pflicht: Steuererklärung |
| Staking-Rewards (Börse) | Keine Quellensteuer (aktuell) | Niemand | Pflicht: Steuererklärung |
| Krypto-Gewinne (ab 2027, geplant) | Unklar (DAC8-Reporting) | Ggf. Krypto-Börsen | Noch nicht beschlossen |
Warum Krypto (noch) keine Quellensteuer hat
Bei Aktien und Zinsen ist die Quellensteuer einfach: Die Bank weiß, wie viel Dividende du erhältst, und behält 25 % ein. Bei Krypto ist das komplizierter:
Kein einheitlicher Broker: Du kannst Krypto auf verschiedenen Börsen, DEXs und in eigenen Wallets halten. Keine einzelne Stelle hat den Überblick über alle Transaktionen.
FIFO-Berechnung: Die Steuer auf Krypto-Gewinne hängt von der Haltedauer und dem Einstandspreis ab (FIFO-Methode). Das kann keine Börse automatisch berechnen, wenn du Coins von verschiedenen Quellen einzahlst.
1-Jahres-Frist: Krypto-Gewinne sind nach 1 Jahr Haltedauer steuerfrei (§ 23 EStG). Eine pauschale Quellensteuer bei Verkauf wäre unfair für langfristige Halter.
DAC8 und die Zukunft der Krypto-Quellensteuer
Die EU-Richtlinie DAC8 (ab 2026) verpflichtet Krypto-Dienstleister, Transaktionsdaten automatisch an die Steuerbehörden der EU-Mitgliedstaaten zu melden. Das ist noch keine Quellensteuer, aber der erste Schritt: Wenn das Finanzamt weiß, was du gehandelt hast, wird die Durchsetzung deutlich einfacher.
Ob daraus eine automatische Quellensteuer auf Krypto-Gewinne wird (wie bei Aktien), ist noch offen. In Indien gibt es das bereits: 1 % TDS (Tax Deducted at Source) auf alle Krypto-Transaktionen seit 2022.
Solange es keine Quellensteuer auf Krypto gibt, bist du selbst verantwortlich für die korrekte Versteuerung. Nutze ein Steuer-Tool (CoinTracking, Blockpit, Koinly), das alle deine Trades, Staking-Rewards und DeFi-Aktivitäten erfasst und den FIFO-Gewinn berechnet. Ab DAC8 (2026) werden Börsen deine Daten ans Finanzamt melden, verschwiegene Gewinne werden dann schnell auffliegen.
Häufige Fragen zur Quellensteuer
Muss meine Krypto-Börse Steuern einbehalten?
Aktuell (2025) nicht. In Deutschland gibt es keine Quellensteuer auf Krypto-Transaktionen. Du musst Gewinne selbst in der Steuererklärung angeben. Das kann sich mit der Umsetzung von DAC8 und möglicher nationaler Gesetzgebung ändern.
Wie vermeide ich Doppelbesteuerung bei ausländischen Krypto-Börsen?
Wenn eine ausländische Börse Quellensteuer einbehält (z. B. bei Staking-Rewards in den USA), kannst du diese in Deutschland anrechnen lassen, sofern ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) besteht. Trage die einbehaltene Quellensteuer in der Anlage KAP deiner Steuererklärung ein.
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Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.
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