Adam Back, CEO von Blockstream, warnt vor systemischen Fehlern bei der Verwahrung von Kryptowährungen. Während Bitcoin aktuell 64.094 USD notiert, sieht Back Parallelen zwischen dem Kollaps von Mt. Gox und FTX. Er fordert eine strikte Trennung von Handelsplattformen und privaten Vaults.
Systemische Risiken zentraler Börsen
Die Struktur zentraler Börsen birgt laut Adam Back hohe Risiken. Er kritisierte auf der BTC Prague 2026, dass Plattformen Kundengelder halten und gleichzeitig gegen diese handeln. Diese Praxis führte bei Mt. Gox zum Verlust von 850.000 BTC im Jahr 2014 und blockierte Gläubiger für fast ein Jahrzehnt.
Back berichtet von persönlichen Verlusten bei Mt. Gox, als er eine vermeintliche 10-prozentige Arbitrage-Chance nutzte, die sich als Risikoaufschlag entpuppte. "Krypto macht immer noch die Verwahrungsfehler, die FTX zum Verhängnis wurden", sagte Adam Back, CEO von Blockstream, während des Interviews.
Der Markt spürt die Auswirkungen dieser Altlasten bis heute. Eine Übertragung von 739 Millionen USD im Juni drückte den Bitcoin-Kurs zeitweise unter die Marke von 70.000 USD. FTX wiederholte das Muster der Fehlverwaltung 2022, was zu langwierigen Rückzahlungen an die Betroffenen führte.
Im März 2026 erfolgte die vierte Rückzahlungsrunde für FTX-Gläubiger in Höhe von 2,2 Milliarden USD. Diese zeitliche Verzögerung von über drei Jahren verdeutlicht die Ineffizienz von Insolvenzverfahren bei zentralisierten Anbietern. Back sieht hierin die Notwendigkeit für eine radikale Änderung der Nutzerstrategie.
Strategische Verschiebung zur Selbstverwahrung
Institutionelle Akteure reagieren bereits auf diese Risiken. Laut Back fordern Trader zunehmend trilaterale Vereinbarungen. Dabei lagern unabhängige Verwahrer die Vermögenswerte, während die Börsen lediglich das Handelsguthaben bereitstellen. Dies verhindert, dass Plattformen über Kundengelder für eigene Wetten verfügen können.
Für Einzelanleger empfiehlt Back den Verzicht auf Hebelprodukte und das Ignorieren kurzfristiger Marktschwankungen. Während Ethereum bei 1.802,54 USD und Solana bei 82,07 USD liegen, bleibt die langfristige Selbstverwahrung das einzige Mittel gegen Plattformrisiken. Die Trennung von Trading-Konten und Cold-Wallets minimiert das Totalverlustrisiko.
Fazit: Risikomanagement durch Architektur
Die Trennung von Handel und Verwahrung schützt dein Kapital vor Insolvenzen zentraler Anbieter. Wer Bitcoin langfristig hält, sollte Bestände auf eigenen Hardware-Wallets sichern und Börsen nur für aktive Trades nutzen. Die Historie von Mt. Gox und FTX belegt, dass Vertrauen in Plattformen oft zu Totalverlusten führt.
Quelle: BeInCrypto DE






