Ethereum steht unter Druck und notiert am 23. April bei 2.337,94 USD. Ein erneutes Auftreten einer bärischen Divergenz im Relative Strength Index signalisiert ein nachlassendes Momentum. Während Bitcoin bei 77.937 USD stabil bleibt, verliert ETH in 24 Stunden rund 1,98 % an Wert.
RSI-Divergenz und technische Warnsignale
Der Relative Strength Index zeigt zum zweiten Mal innerhalb von fünf Wochen eine reguläre bärische Divergenz. Am 16. März erreichte der Indikator einen Höchstwert von 66,54. Beim Kursanstieg am 22. April konnte der RSI diesen Spitzenwert nicht mehr erreichen, was auf eine Schwächung des Aufwärtstrends hindeutet.
Dieses spezifische Muster löste bereits zwischen dem 16. März und dem 17. April eine deutliche Marktreaktion aus. Damals führte die Divergenz zu einer Korrektur von 8,88 %. Der Kurs stabilisierte sich in dieser Phase erst bei der Marke von 2.252 USD, bevor eine Erholung einsetzte.
Aktuelle Marktdaten von CoinGecko zeigen eine breitere Schwäche bei Altcoins. Während BTC nur minimal um 0,05 % nachgab, sank SOL um 2,17 % auf 85,76 USD. Diese Korrelation deutet darauf hin, dass Ethereum derzeit stärkeren Verkaufsdruck erfährt als der Marktführer Bitcoin.
Die technische Analyse fokussiert sich nun auf die Kostenbasis von 1,4 Millionen ETH. Sollten die Verkäufe anhalten, könnte der Kurs erneut die Unterstützung bei 2.252 USD testen. Analysten beobachten dabei insbesondere die Kombination aus Momentum-Verlust und dem Handelsvolumen der letzten Tage.
Ein Blick auf die Orderbücher zeigt eine erhöhte Liquidität im Bereich von 2.300 USD. Diese Zone fungiert derzeit als psychologische Grenze für kurzfristige Trader. Ein dauerhaftes Unterschreiten dieser Marke könnte die Verkaufsdynamik beschleunigen und weitere Stop-Loss-Orders auslösen.
Akkumulation durch Ethereum-Großhalter
Trotz der technischen Warnsignale ändern große Halter ihre Strategie. Laut Daten von Santiment stiegen die Bestände der Wale vom 19. April bis zum 22. April von 123,75 Millionen auf 123,91 Millionen ETH. Diese Akkumulation steht im Gegensatz zur Entwicklung der Vorwoche.
Während der Abwärtsbewegung vom 16. bis 19. April reduzierten Großhalter ihre Positionen massiv. "Das Muster großer Halter sieht diesmal allerdings anders aus", stellte Ananda Banerjee von BeInCrypto fest. Die aktuelle Zukaufstrategie könnte als Puffer gegen weitere starke Kursstürze fungieren.
Die Finanzierungsraten im Derivatemarkt zeigen ebenfalls eine veränderte Positionierung im Vergleich zur Mitte des Aprils. Ein geringeres Open Interest in Long-Positionen reduziert das Risiko eines abrupten Long-Squeezes. Dies könnte die Volatilität in den kommenden Handelstagen dämpfen.
Dennoch bleibt die Warnung vor plötzlichen Bestandsverringerungen durch Wale bestehen. Die Gruppe neigt dazu, Reserven schnell abzubauen, was oft kurzfristige Preisstürze auslöst. Die Beobachtung der On-Chain-Daten bleibt daher für die kurzfristige Richtung des ETH-Kurses entscheidend.
Die Verschiebung von ETH aus zentralisierten Börsen auf Cold Wallets hat im April zugenommen. Diese Tendenz deutet darauf hin, dass langfristige Investoren den aktuellen Preisrückgang als Kaufgelegenheit nutzen. Die Netto-Outflows aus den Exchanges stützen das Argument einer langfristigen Akkumulation.
Fazit: Spannungsfeld zwischen Technik und On-Chain-Daten
Für dich bedeutet das, dass die technischen Indikatoren derzeit eher negativ gestimmt sind. Die RSI-Divergenz deutet auf weitere Verluste hin. Gleichzeitig senden die Wale durch ihre Akkumulation ein positives Signal, was den Kurs stabilisieren könnte.
Beobachte die Marke von 2.252 USD genau. Ein Durchbrechen dieser Unterstützung könnte neue Verkäufe auslösen. Solange die Großhalter jedoch weiterhin ETH sammeln, bleibt die Chance auf eine schnelle Erholung trotz der kurzfristigen bärischen Signale bestehen.
Quelle: BeInCrypto DE
