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Open Interest: wie viel Kapital in offenen Wetten steckt

Wie die Zahl offener Derivate-Kontrakte die Marktaktivität zeigt, wie es sich vom Volumen unterscheidet und warum sehr hohes Open Interest auf Crash-Gefahr hindeutet

TradingProfi3 Min. Lesezeit

Definition

Open Interest beschreibt die Anzahl offener, noch nicht geschlossener Derivatekontrakte in einem Markt. Für Trader ist das wichtig, weil Open Interest zeigt, ob Kapital und Aktivität in Futures oder andere Kontrakte hinein- oder aus ihnen herausfließen.

Open Interest (offenes Interesse) ist die Gesamtzahl aller noch offenen Derivate-Kontrakte, etwa Futures oder Optionen, zu einem bestimmten Zeitpunkt. Es zeigt, wie viel Kapital insgesamt in offenen Wetten auf Kursbewegungen steckt. Open Interest ist eine wichtige Kennzahl, um die Aktivität und das Risiko im Derivatemarkt einzuschätzen.

Was Open Interest aussagt

Anders als das Handelsvolumen (das alle Trades zählt) misst Open Interest die Zahl der noch nicht geschlossenen Kontrakte. Steigt das Open Interest, fließt neues Geld in den Markt und es werden neue Positionen eröffnet. Fällt es, werden Positionen geschlossen. In Kombination mit dem Kurs liefert das Hinweise darauf, ob ein Trend von frischem Kapital getragen wird oder ausläuft.

Open Interest und Liquidationsgefahr

Ein sehr hohes Open Interest bedeutet, dass viel gehebeltes Kapital im Markt ist, das erhöht die Gefahr von Liquidations-Kaskaden. Kippt der Kurs, können viele gehebelte Positionen gleichzeitig zwangsgeschlossen werden, was die Bewegung dramatisch verstärkt. Hohes Open Interest ist daher oft ein Zeichen für ein „aufgeladenes“, anfälliges Marktumfeld.

Steffis Tipp

Open Interest ist eine Profi-Kennzahl, die du nicht brauchst, um vernünftig in Krypto zu investieren. Aber sie hilft, gefährliche Marktphasen zu erkennen: Ein extrem hohes Open Interest signalisiert viel Hebel im System und damit erhöhte Crash-Gefahr durch Liquidationen. Für langfristige Spot-Anleger ist das vor allem ein Grund, in solchen überhitzten Phasen besonnen zu bleiben. Keine Anlageberatung.

Die Mechanik dahinter ist einfacher, als sie klingt. Entspricht ein Kontrakt einem Bitcoin, dann ergeben 10 gegeneinander eröffnete Positionen bei einem Kurs von 50.000 Euro ein Open Interest von 10 Kontrakten oder 500.000 Euro Nominalwert. Verkauft einer seine Position später an einen neuen Teilnehmer, bleibt das Open Interest unverändert, es wechselt lediglich der Besitzer. Erst wenn beide Seiten schließen, sinkt es. Deshalb ist steigendes Open Interest bei steigendem Kurs ein Zeichen für frisches Kapital, während fallendes Open Interest bedeutet, dass Positionen aufgelöst werden, unabhängig davon, wohin der Kurs läuft.

Häufige Fragen zu Open Interest

Was ist Open Interest?

Open Interest ist die Gesamtzahl aller noch offenen Derivate-Kontrakte wie Futures oder Optionen zu einem Zeitpunkt. Es zeigt, wie viel Kapital insgesamt in offenen Wetten auf Kursbewegungen steckt, und ist eine wichtige Kennzahl, um Aktivität und Risiko im Derivatemarkt einzuschätzen.

Was ist der Unterschied zwischen Open Interest und Volumen?

Das Handelsvolumen zählt alle Trades in einem Zeitraum. Open Interest misst dagegen die Zahl der noch nicht geschlossenen Kontrakte. Steigendes Open Interest bedeutet neues Geld und neue Positionen, fallendes bedeutet, dass Positionen geschlossen werden. Zusammen mit dem Kurs zeigt es, ob ein Trend getragen wird.

Warum ist hohes Open Interest riskant?

Weil es bedeutet, dass viel gehebeltes Kapital im Markt ist. Kippt der Kurs, können viele gehebelte Positionen gleichzeitig liquidiert werden (Liquidations-Kaskade), was die Bewegung dramatisch verstärkt. Ein sehr hohes Open Interest ist daher oft ein Zeichen für ein aufgeladenes, anfälliges Marktumfeld.

Fun Fact

Ein Markt kann nach außen ruhig aussehen und intern trotzdem voll unter Spannung stehen, wenn Open Interest und Hebel im Hintergrund stark aufgeladen sind.

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