Die Reserve Bank of India (RBI) drängt auf eine Krypto-Politik, die stark in Richtung eines Verbots tendiert. Die Zentralbank will Banken und Finanzinstitute daran hindern, Krypto-Assets oder privat ausgegebene Stablecoins zu halten oder zu handeln. Aktuell notiert BTC bei 62.065 USD (-1,84%) und ETH bei 1.739,35 USD (-2,03%) laut CoinGecko.
Strategie zur Isolation des Finanzsystems
Die RBI strebt eine vollständige Trennung von regulierten Kreditinstituten und digitalen Assets an. Laut Regierungsdokumenten, die Reuters vorliegen, zielt diese Maßnahme darauf ab, Ansteckungsrisiken für Banken zu minimieren. Die Zentralbank will Krypto-Assets konsequent außerhalb des staatlich überwachten Finanzsystems halten.
Diese Position ist eine Wiederholung eines Konflikts aus dem Jahr 2018. Damals hob ein Gericht eine faktische Krypto-Sperre der RBI auf. Seit diesem Urteil befinden sich digitale Assets in Indien in einer rechtlichen Grauzone, obwohl viele Großbanken aufgrund von Warnungen der RBI bereits Distanz wahren.
Besondere Bedenken äußert die RBI bei Stablecoins. Privat ausgegebene Token, die auf Fremdwährungen basieren, gefährden laut RBI die nationale monetäre Souveränität. Zudem könnten Rupie-gestützte Stablecoins die staatlichen Einnahmen aus der Fiat-Währung senken und die Finanzstabilität in Stressphasen gefährden.
Die RBI fordert eine Politik, die eine Tendenz zur Prohibition aufweist, so die in Reuters eingesehenen Dokumente. Diese harte Linie steht im Gegensatz zu globalen Trends, bei denen Regulatoren meist auf eine kontrollierte Integration statt einer vollständigen Isolation setzen.
Steuerflucht und Nutzerzahlen in Indien
Das indische Finanzamt meldet massive Lücken bei der Steuererfassung. Von 645.000 Personen, die im Geschäftsjahr bis März 2023 Krypto-Transaktionen tätigten, gaben weniger als 25% diese in ihren Steuererklärungen an. Transaktionen über ausländische Börsen und private Wallets erschweren die Identifikation der Eigentümer.
Trotz der regulatorischen Unsicherheit bleibt Indien einer der größten Märkte weltweit. Bis Ende Mai hielten schätzungsweise 39 Millionen indische Investoren digitale Assets im Gesamtwert von 2,1 Milliarden USD, basierend auf Daten des Steueramtes, die Reuters zitierte. P2P-Handel in Rupien erschwert die Nachverfolgung steuerpflichtiger Einkünfte zusätzlich.
Fazit: Systemisches Risiko gegen Nutzeradoption
Die angestrebte Isolation von Banken erschwert den institutionellen Zugang zu Krypto-Märkten in Indien erheblich. Wer dort investiert ist, muss mit einer Verschärfung der Steuerüberwachung und einer weiteren Einschränkung der On- und Off-Ramps rechnen, da die RBI die Brücke zwischen Fiat- und Kryptowelt kappen will.
Quelle: The Block






