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Krypto-Steuer in Gefahr: Was der Haushaltsplan 2027 fuer deine Coins bedeutet

Die steuerfreie Veräusserung von Kryptowährungen nach einem Jahr Haltedauer gilt in Deutschland als einer der grossen Vorteile für Anleger. Genau dieser Vorteil...

Steuer
von Sergej D.
4 Min.
Krypto-Steuer in Gefahr: Was der Haushaltsplan 2027 fuer deine Coins bedeutet

⚡ Quick Takes

  • Der Haushaltsentwurf 2027 sieht ein Ausgabenvolumen von 543,3 Milliarden Euro und eine Nettokreditaufnahme von 110,8 Milliarden Euro vor.
  • Um jährlich rund 4 Milliarden Euro strukturell einzusparen, steht auch die Besteuerung von Kryptogewinnen auf der Liste.
  • Aktuell sind Gewinne nach zwölf Monaten Haltedauer steuerfrei (Paragraf 23 EStG). Diese Regel könnte fallen.
  • Noch ist nichts beschlossen: Ein ähnlicher Vorstoss wurde im Mai 2026 im Finanzausschuss abgelehnt.

Was plant die Bundesregierung?

Die steuerfreie Veräusserung von Kryptowährungen nach einem Jahr Haltedauer gilt in Deutschland als einer der grossen Vorteile für Anleger. Genau dieser Vorteil steht jetzt zur Disposition: Die Bundesregierung hat die Änderung der Krypto-Besteuerung auf ihre Sparliste für den Haushalt 2027 gesetzt.

Deutschland muss sparen. Der Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht Gesamtausgaben von 543,3 Milliarden Euro vor, finanziert unter anderem durch eine Nettokreditaufnahme von 110,8 Milliarden Euro. Um den Haushalt zu konsolidieren, sucht das Bundesfinanzministerium nach zusätzlichen Einnahmen von rund vier Milliarden Euro pro Jahr.

Neben neuen Abgaben auf Kunststoff und Zucker, höheren Steuern auf Alkohol und Tabak sowie einem verschärften Vorgehen gegen Steuerkriminalität nennt das Ministerium ausdrücklich die Änderung der Kryptowährungsbesteuerung als mögliche Einnahmequelle.

543,3 Mrd
Was plant die Bundesregierung?
110,8 Mrd
Was plant die Bundesregierung?
~4 Mrd
Was plant die Bundesregierung?

So werden Kryptogewinne aktuell besteuert

Damit klar wird, was auf dem Spiel steht, lohnt ein Blick auf die geltende Rechtslage. In Deutschland gelten Kryptowährungen steuerlich als "andere Wirtschaftsgüter". Damit fallen Gewinne unter das private Veräußerungsgeschäft nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz:

  • Haltedauer über zwölf Monate: Der Gewinn beim Verkauf ist komplett steuerfrei.

  • Verkauf innerhalb eines Jahres: Der Gewinn wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz von bis zu 45 Prozent versteuert.

  • Freigrenze: Bleiben die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften eines Jahres unter 1.000 Euro, fällt keine Steuer an.

Genau diese Ein-Jahres-Regel ist der Kern der Debatte. Fällt sie, würden auch langfristig gehaltene Kryptowährungen beim Verkauf steuerpflichtig.

Ein Rechenbeispiel: Das steht konkret auf dem Spiel

Angenommen, du hast Bitcoin gekauft, länger als zwölf Monate gehalten und verkaufst mit 10.000 Euro Gewinn.

Heute, mit Haltedauer über zwölf Monate: Dein Gewinn ist steuerfrei. Du zahlst 0 Euro Steuern.

Falls die Jahresfrist fällt und dein Gewinn wie ein kurzfristiger Verkauf mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert würde, sieht die Rechnung so aus:

  • Bei 30 Prozent Steuersatz: 3.000 Euro Steuer

  • Bei 42 Prozent Steuersatz: 4.200 Euro Steuer

  • Bei 45 Prozent Spitzensteuersatz: 4.500 Euro Steuer

Aus 0 Euro würden je nach Einkommen also schnell 3.000 bis 4.500 Euro.

Ein wichtiger Punkt zum Schluss: Die Grenze von 1.000 Euro ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Überschreiten deine privaten Veräußerungsgewinne im Jahr diese 1.000 Euro, ist der komplette Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber.
Zu Steuer Rechner: https://misscrypto.de/steuer-rechner/grundlagen

Die Positionen: Befürworter gegen Kritiker

Der Seeheimer Kreis der SPD argumentiert, Kapitalgewinne sollten gleich behandelt werden, egal wie lange man einen Wert hält:

Gegen eine solche Ausweitung positioniert sich Matthias Steger vom Bundesverband Bitcoin. Er warnt, dass eine Besteuerung bei jeder Transaktion selbst alltägliche Zahlungen zu einem Steuervorgang machen und Unternehmen ins Ausland treiben könnte.

Dass die Debatte offen ist, zeigt ein Blick zurück: Erst im Mai 2026 lehnte der Finanzausschuss des Bundestags einen ähnlichen Vorschlag der Grünen ab, der die Steuerbefreiung abschaffen wollte.

Blick nach Europa

Deutschland steht mit seiner Regelung ziemlich allein da. Innerhalb der EU bietet nur Portugal einen vergleichbaren Vorteil mit voller Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer. Andere Länder sind bereits einen anderen Weg gegangen:

  • Deutschland: Steuerfrei nach 12 Monaten Haltedauer (noch)

  • Portugal: Steuerfrei nach 12 Monaten Haltedauer

  • Österreich: Haltefrist 2022 abgeschafft, pauschal 27,5 Prozent auf neue Bestände

Was bedeutet das für dich als Anleger?

Wichtig zuerst: Noch ist nichts entschieden. Es handelt sich um einen Vorschlag im Rahmen der Haushaltsplanung, nicht um ein beschlossenes Gesetz. Bis daraus geltendes Recht wird, sind Beratungen im Bundestag und im Bundesrat nötig, und wie das Beispiel aus dem Mai 2026 zeigt, ist der Ausgang offen.

Trotzdem lohnt es sich, die Entwicklung im Blick zu behalten. Sollte die Ein-Jahres-Regel fallen, würde sich die Rechnung für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger spürbar ändern. Wer größere Positionen hält oder Verkäufe plant, sollte die Gesetzgebung verfolgen und im Zweifel steuerlichen Rat einholen. Wir halten dich zu dem Thema auf dem Laufenden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Über den Autor

Sergej D.

Sergej D.

Krypto ist schnell, komplex und schläft nie. Ich bin Ende 2020 in den Markt eingestiegen und verfolge die Entwicklungen der Blockchain-Welt seitdem täglich. Mein Ziel hier bei MissCrypto? Den Lärm für dich herauszufiltern.

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