Selbstverwahrung ist längst kein Nischenthema mehr. Wer Kryptowährungen besitzt, steht früher oder später vor der Frage, wie sicher diese eigentlich aufbewahrt sind. Börsen sind bequem, bedeuten aber immer auch, die Kontrolle abzugeben. Klassische Wallets bieten zwar Selbstverwahrung, sind für viele Einsteiger jedoch noch zu anspruchsvoll und fehleranfällig. Genau deshalb bin ich mittlerweile ein echter Fan davon, mit welcher Einfachheit sich moderne Hardware-Wallets weiterentwickeln.
Da ich Tangem auch auf MissCrypto.de empfehle, möchte ich euch heute das Tangem Wallet vorstellen und erklären, warum Tangem mit der aktuellen Weiterentwicklung einen wichtigen Schritt gemacht hat. Der Artikel ist als Review und Tutorial gedacht und soll euch helfen, das Wallet besser einzuordnen.
Das Tangem Wallet
Tangem ist eine Self-Custody-Wallet in Form einer physischen Karte. Alternativ gibt es Tangem auch als Ring, die technische Funktionsweise ist dabei identisch. Die Entscheidung zwischen Karte und Ring ist vor allem eine Frage der persönlichen Präferenz. Ich selbst nutze die Kartenvariante, da sie für mich vollkommen ausreicht.
Wichtig ist dabei nicht die Form, sondern das Innenleben. Im Kern arbeitet Tangem mit einem speziellen Sicherheitschip. Die privaten Schlüssel werden direkt auf diesem Chip erzeugt und verlassen ihn nicht. Sie können weder exportiert noch kopiert werden.
Tangem ist keine Börse, kein Verwahrer und kein Finanzdienstleister. Es handelt sich um ein Werkzeug zur sicheren Aufbewahrung und Nutzung von Kryptowährungen, bei dem die privaten Schlüssel ausschließlich beim Nutzer liegen.
Ursprünglich wurde Tangem als Hardware-Wallet entwickelt. Der Kern des Konzepts war von Anfang an klar definiert: hohe Sicherheit bei möglichst einfacher Bedienung. Tangem verzichtet standardmäßig auf den klassischen Umgang mit Seed Phrases, erlaubt diesen aber bewusst als Option, etwa bei der Migration bestehender Wallets.
Dadurch reduziert Tangem eine der häufigsten Fehlerquellen bei der Selbstverwahrung, nämlich den unsachgemäßen Umgang mit Seed Phrases. Standardmäßig ist keine klassische Seed Phrase nötig, sie bleibt aber bewusst optional.
Vorteile und Nachteile im Überblick
Vorteile
Intuitive Einrichtung: In wenigen Minuten startklar, einfach per Smartphone-Tap.
Hohe Sicherheit (Hardware-Modus): Die privaten Schlüssel werden im EAL6+ Secure Element erzeugt und verlassen den Chip niemals.
Robuster Formfaktor: Die Karte ist wasserdicht, staubgeschützt und passt in jeden Geldbeutel (keine Kabel, keine Akkus).
Smartes Backup-Konzept: Sicherheit durch weitere Karten statt Papier-Notizen (Seed-Phrase ist optional aber möglich).
Kostenloser Einstieg möglich: Durch das neue „Mobile Wallet“-Feature kann jeder die App sofort nutzen, ohne Hardware kaufen zu müssen.
Preis: Das 2-er Karteset gibt es bereits für 54,90 USD (ca.45-50€)
Nachteile
Kein eigenes Display („Blind Signing“): Die Verifizierung der Transaktion findet nur auf dem Smartphone-Screen statt, nicht auf der Hardware selbst.
Verwechslungsgefahr (Hot vs. Cold): Nutzer müssen verstehen, dass der kostenlose App-Modus (Hot Wallet) nicht die gleiche Sicherheit bietet wie der Karten-Modus (Cold Wallet).
Reiner Mobile-Fokus (Keine direkte PC-Nutzung): Die Karte funktioniert nur im Zusammenspiel mit einem Smartphone. Eine direkte Nutzung am Desktop per Kabel ist nicht möglich.
Das Update im Februar 2026: Warum diese Entwicklung sinnvoll ist
Mit einer grundlegenden Weiterentwicklung hat Tangem sein ursprüngliches Konzept erweitert. Aus einer reinen Hardware-Wallet ist ein Wallet-System geworden, das unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten bietet.
Besonders relevant ist dabei die Einführung der Tangem Mobile Wallet. Die Entwicklung erlaubt es, direkt in der App ein Wallet zu erstellen oder ein bestehendes Wallet über eine Seed Phrase zu importieren, ohne zunächst eine physische Tangem-Karte zu besitzen.
Technisch werden die privaten Schlüssel dabei verschlüsselt in der sicheren Umgebung des Smartphones gespeichert, also in Bereichen wie der Keychain oder dem StrongBox. Bei einer Transaktion werden die Schlüssel kurzfristig zur Signatur verwendet und anschließend wieder aus dem Arbeitsspeicher entfernt.
Der Vorteil dieses Ansatzes liegt auf der Hand. Nutzer können sofort mit Selbstverwahrung starten, ohne Hardware kaufen zu müssen. Gleichzeitig bleibt die Kontrolle vollständig beim Nutzer, da auch hier keine zentrale Verwahrung stattfindet.
Besonders wichtig ist, dass diese Mobile Wallet kein Ersatz für die Hardware darstellt, sondern eine Erweiterung. Wer möchte, kann das Wallet später nahtlos auf eine Tangem-Karte übertragen und so das Sicherheitsniveau erhöhen, ohne die Adresse wechseln oder Guthaben umziehen zu müssen.
Diese Entwicklung senkt die Einstiegshürde für Einsteiger erheblich, ohne das Grundprinzip der Self-Custody aufzugeben.
Zwei Sicherheitswege, ein Prinzip
Tangem unterscheidet nicht zwischen richtig oder falsch, sondern zwischen unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnissen.
Für den Alltag oder kleinere Beträge kann ein Wallet rein appbasiert genutzt werden. Die Schlüssel liegen dabei geschützt im sicheren Bereich des Geräts. Für größere Beträge oder die langfristige Verwahrung kann zusätzlich eine Tangem-Karte eingesetzt werden, bei der die privaten Schlüssel ausschließlich im Chip existieren.
Nutzer haben dabei zwei Möglichkeiten. Entweder wird ein bestehendes Wallet durch die Hardware abgesichert oder es wird ein neues Wallet direkt auf der Karte erstellt. Beide Varianten sind sicher. Welche sinnvoller ist, hängt vom individuellen Bedrohungsmodell und vom Einsatzzweck ab.
Wie bei jeder Self-Custody-Lösung trägt der Nutzer auch bei Tangem Verantwortung. Der Verlust der Karte oder des Smartphones ohne entsprechendes Backup kann zum Verlust des Zugangs führen. Eine bewusste Backup- und Sicherheitsstrategie bleibt daher wichtig.
Store, Grow & Spend
Tangem beschreibt sein Ökosystem mit den Begriffen Store, Grow und Spend. Entscheidend ist weniger das Schlagwort als die dahinterliegende Logik.
Store steht für klassische Selbstverwahrung. Die Coins verbleiben im eigenen Wallet.
Grow bedeutet, dass Erträge direkt aus dem eigenen Wallet heraus erzielt werden können, ohne die Assets an eine zentrale Plattform abzugeben.
Spend beschreibt die Möglichkeit, Kryptowährungen im Alltag zu nutzen, ohne die Kontrolle über die eigenen Schlüssel zu verlieren.
Tangem versucht nicht, möglichst viele Funktionen anzubieten, sondern typische Reibungspunkte im Krypto-Alltag zu reduzieren.
Dein Schnellstart-Tutorial
Egal, ob du die physische Karte schon in den Händen hältst oder erst einmal reinschnuppern willst, so startest du:
1. App laden & installieren
Lade dir die offizielle Tangem App im App Store oder Google Play Store herunter. Achte darauf, dass es die originale App von "Tangem AG" ist.
2. Bedingungen akzeptieren
Öffne die App und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Keine Sorge, Tangem ist "Non-Custodial" – das heißt, du bleibst Herr über deine Coins, die App ist nur dein Interface.
3. Wähle deinen Weg
Jetzt hast du drei Möglichkeiten, wie du startest:
Weg A: Die Hardware-Sicherheit: Wenn du schon eine Karte oder den Tangem Ring hast, wähle "Karte scannen". Halte sie einfach oben an die Rückseite deines Handys (NFC). Das Wallet wird in Sekunden generiert.
Weg B: Erstmal shoppen: Du hast noch keine Hardware? Über meinen Link [Link einfügen] kannst du dir dein Set bestellen. Tipp: Mit meinem Code MISSCRYPTO bekommst du 10% Rabatt auf deine Bestellung!
Weg C: Mobile Wallet (Neu!): Du willst sofort loslegen, ohne auf die Post zu warten? Wähle "Mobile Wallet ohne Karte anlegen". Hier wird dein Schlüssel sicher im verschlüsselten Bereich deines Handys gespeichert. Du kannst später jederzeit eine Hardware-Karte hinzufügen, um die Sicherheit auf das nächste Level zu heben
Die App-Features: Das kann dein neues Krypto-Zuhause
Sobald dein Wallet eingerichtet ist, stehen dir die neuen "Super-App" Funktionen zur Verfügung. Das sind meine persönlichen Favoriten:
Smart Gas: Eines der nervigsten Probleme bei Krypto: Du willst USDT senden, hast aber kein ETH für die Netzwerkgebühr. Tangem hat das gelöst! Mit Smart Gas kannst du die Gebühren einfach direkt mit den Token bezahlen, die du gerade verschickst.
Market Hub & Portfolio: Die App ist jetzt dein Cockpit. Im neuen Market Hub siehst du Echtzeit-Preise, Trends und Analysen, ohne die App verlassen zu müssen. Alles ist clean, übersichtlich und ohne Werbung.
Tangem Pay ( Wird schrittweise eingeführt): Du kannst deine Krypto jetzt direkt im Alltag nutzen. Mit Tangem Pay verknüpfst du dein Guthaben mit einer virtuellen Visa-Karte für Apple Pay oder Google Pay. Dein Geld bleibt in deiner Wallet, bis du tatsächlich am Terminal bezahlst.
⚠️ Steuer-Check: Denkt bitte an die Steuer! In Deutschland ist jeder Kaffee, den ihr mit Krypto bezahlt, steuerlich ein Verkauf.
Multi-Account System: Du möchtest Ordnung halten? Erstelle dir verschiedene Konten innerhalb einer Wallet (z.B. "Sparen", "Trading" oder "Airdrops"). So behältst du immer den Überblick über deine verschiedenen Strategien.
Einfacher Tausch: Über die integrierte Swap-Funktion wechselst du deine Coins in Sekunden und das oft zu extrem günstigen Konditionen (achtet im Februar 2026 auf die 0% Gebühren-Aktionen für Stables!).
Für wen ist Tangem geeignet und für wen nicht?
Tangem eignet sich besonders für Einsteiger, langfristige Investoren und Nutzer, die Selbstverwahrung nutzen möchten, ohne sich tief mit Technik beschäftigen zu müssen.
Weniger geeignet ist Tangem für sehr aktive DeFi-Nutzer mit hochkomplexen Setups oder für Personen, die bewusst auf zentrale Verwahrung setzen und keine Selbstverantwortung übernehmen möchten.
Fazit
Tangem ist keine Wallet für kurzfristige Trends oder Experimente. Es richtet sich an Menschen, die Kryptowährungen langfristig selbst verwahren und gleichzeitig alltagstauglich nutzen möchten. Die Mobile Wallet ist dabei eine konsequente Weiterentwicklung, weil sie den Einstieg erleichtert, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen.
Damit verbindet Tangem einfache Nutzung mit echter Selbstverwahrung und ist qualitativ so ausgelegt, dass es auch für eine langfristige Nutzung geeignet ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Preis. Mit rund 54,90 US-Dollar (je nach Wechselkurs ca. 45–50 €) liegt das Tangem Wallet im unteren bis mittleren Preissegment für Hardware-Wallets. Gemessen an Sicherheitsarchitektur, Verarbeitungsqualität und einfacher Nutzung ist das aus meiner Sicht ein sehr fairer Preis.
Für mich ist das Tangem Wallet nach wie vor eines der Spitzen-Wallets auf dem Markt, das ich gerne empfehle oder auch verschenke. Die Erweiterung um die Mobile Wallet ist ein sinnvoller Schritt, um Krypto noch leichter zugänglich zu machen.
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Wenn du dir das Tangem Wallet selbst anschauen möchtest, erhältst du über meinen Link 10 % Rabatt auf die Hardware-Wallet. So kannst du Tangem direkt ausprobieren und dir in Ruhe ein eigenes Bild machen.

