Anthropic hat seine Ausgaben für Lobbyarbeit in Washington im ersten Halbjahr 2026 auf 3,53 Millionen USD gesteigert. Damit übertrifft das Unternehmen den Konkurrenten OpenAI um mehr als 1 Million USD. Die neuen Bundesangaben belegen eine massive Intensivierung der politischen Einflussnahme.
Strategische Expansion der KI-Lobby
Anthropic verdreifachte seine Lobby-Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr. Laut Berichten der Financial Times nahm das Unternehmen in diesem Quartal erstmals das US-Finanzministerium in seine Liste der Zielbehörden auf. Diese Erweiterung erfolgt parallel zu einem Marktumfeld, in dem Solana bei 75,58 USD und Ethereum bei 1.933,38 USD notieren.
Die Organisation Issue One registrierte insgesamt 41 Millionen USD an Ausgaben von elf führenden Technologie- und KI-Unternehmen zwischen Januar und Juni 2026. Diese Summe entspricht täglichen Kosten von über 226.000 USD. Im gleichen Zeitraum 2025 lagen die Gesamtausgaben bei 38 Millionen USD, was einem Anstieg von 8 Prozent entspricht.
Sechs Unternehmen, darunter Alphabet, Meta, Microsoft, Nvidia, OpenAI und Anthropic, beschäftigten im zweiten Quartal 324 Lobbyisten. Das entspricht einem Verhältnis von etwa einem Lobbyisten für alle 1,5 Kongressmitglieder. Meta führte die Liste mit Ausgaben von knapp 6 Millionen USD an, gefolgt von Alphabet mit 5,3 Millionen USD.
„Die Lobbyoffensive zielt ebenso darauf, Regulierung abzuwenden, wie auch darauf, Argumente für eine positive industriepolitische Unterstützung durch die Regierung zu liefern"
Die Branche fokussiert sich dabei insbesondere auf neue Vorschriften für Modellveröffentlichungen sowie den Bau von Rechenzentren.
Einfluss auf Prognosemärkte und Regulierung
Neben den KI-Giganten investieren auch Prognosemarkt-Unternehmen in politische Kontakte. Kalshi gab laut den Bundesangaben 990.000 USD für Lobbyarbeit aus. Polymarket beauftragte eine entsprechende Firma für 180.000 USD. Diese Aktivitäten finden vor dem Hintergrund einer stabilen Marktlage statt, in der Bitcoin 64.691 USD erreicht.
Die Ausgaben von Anthropic im zweiten Quartal beliefen sich auf 1,97 Millionen USD. Dies ist der höchste Betrag seit Beginn der Lobbyaktivitäten im März 2024. OpenAI investierte im selben Zeitraum 1,2 Millionen USD. Beide Firmen verfügten vor vier Jahren noch über keinerlei registrierte Bundes-Lobbyisten in den USA.
Fazit: Regulatorischer Wettlauf der KI-Player
Die aggressive Ausweitung der Lobby-Budgets zeigt, dass die regulatorische Gestaltung von KI-Modellen und Infrastruktur derzeit wichtiger ist als rein technische Fortschritte. Wer in KI-nahe Altcoins investiert, sollte die engen Verflechtungen zwischen den Entwicklern und der US-Regierung beobachten.
Die Verschiebung der Prioritäten hin zum Finanzministerium deutet auf eine engere Verzahnung von KI und Finanzmarktregulierung hin. Diese Entwicklung könnte die rechtlichen Rahmenbedingungen für KI-Agenten im Krypto-Sektor maßgeblich beeinflussen.
Quelle: BeInCrypto DE






