Ledger integriert den nativen ADI-Token der in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässigen ADI Chain in seine Hardware-Wallets. Die Integration erfolgt vor dem Hintergrund eines massiven Ausbaus der Infrastruktur für regulierte Stablecoins im Golfraum. Ein zentrales Beispiel ist der DDSC-Stablecoin, der in Zusammenarbeit mit der First Abu Dhabi Bank entwickelt wurde.
Institutionelle Infrastruktur in Abu Dhabi
Die ADI Chain fungiert als Layer-2-Netzwerk für institutionelle Anwendungsfälle. Das Projekt wird von der Sirius International Holding unterstützt. Diese Firma ist eine Tochtergesellschaft der International Holding Company. Der Fokus liegt auf grenzüberschreitenden Zahlungen, Treasury-Operationen und der Abwicklung von Handelsgeschäften über die Blockchain.
Der ADI-Token dient dabei als native Gas-Einheit für das Netzwerk. Nutzer können die Assets nun über Ledger-Geräte in Eigenverwahrung halten. Dies erhöht die Sicherheit für institutionelle Akteure, die regulierte Stablecoins und tokenisierte Real-World Assets nutzen. Die Infrastruktur zielt auf eine nahtlose Integration in bestehende Finanzsysteme ab.
Ein konkreter Beleg für die Nutzung ist ein Transfer von 110 Millionen Dirham. Die International Holding Company führte diese Transaktion mit dem DDSC-Stablecoin durch. Der Betrag entspricht etwa 30 Millionen USD. Das Unternehmen bezeichnete diesen Vorgang als eine der größten öffentlich bekannt gemachten Stablecoin-Transaktionen innerhalb der Vereinigten Arabischen Emirate.
Die ADI Chain positioniert sich damit als Brücke zwischen traditionellen Finanzmärkten und DeFi. Während Bitcoin bei 77.393 USD notiert, suchen Institutionen verstärkt nach volatilitätsarmen Alternativen. Die Kombination aus staatlicher Nähe in den UAE und Hardware-Sicherheit durch Ledger schafft eine Basis für weitere kommerzielle Adaptionen im arabischen Raum.
Wettbewerb zwischen Dollar- und Euro-Stablecoins
Parallel zu den Entwicklungen im Golfraum wächst der Markt für Nicht-Dollar-Stablecoins. Laut einem Bericht von Dune Analytics, den Visa in Auftrag gab, machen Euro-Token über 80 Prozent dieses Sektors aus. Das Gesamtvolumen der Nicht-Dollar-Stablecoins wird auf etwa 1,2 Milliarden USD geschätzt.
Die monatlichen Transfervolumina für Euro-Stablecoins liegen bei rund 10 Milliarden USD. Diese Token werden verstärkt für Gehaltszahlungen, Überweisungen und Treasury-Aufgaben genutzt. Die Einführung der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) in der EU schuf hierfür einen formalen rechtlichen Rahmen für Krypto-Dienstleister in der gesamten Union.
Kritische Stimmen hinterfragen jedoch die Wettbewerbsfähigkeit. "MiCA’s strict reserve and interest rules have made euro stablecoins safer but less commercially competitive", erklärte die Interessengruppe Blockchain for Europe in einem April-Bericht. Die Gruppe stützt sich dabei auf Daten von DeFiLlama, die ein geringes globales Volumen zeigen.
Trotz der Dominanz von USDT (0,999 USD) und USDC (1 USD) versuchen europäische Banken, eigene Alternativen zu schaffen. Das Konsortium Qivalis weitete seine Mitgliederzahl am 20. Mai auf 37 Institutionen aus. Dazu gehören 25 Banken aus 15 Ländern, die eine regulierte Euro-Alternative zum US-Dollar planen.
Fazit: Strategischer Shift hin zu regulierten Zonen
Für dich bedeutet diese Entwicklung, dass die Adoption von Stablecoins weg von rein spekulativen DeFi-Projekten hin zu staatlich flankierten Infrastrukturen wandert. Die Integration durch Ledger zeigt, dass die Hardware-Sicherheit nun auch für regionale, regulierte Token-Ökosysteme wie in den UAE essenziell wird.
Die Verschiebung zeigt eine klare Tendenz: Institutionen nutzen Stablecoins nicht mehr nur als Trade-Paare, sondern als echtes Settlement-Werkzeug. Wenn regionale Hubs wie Abu Dhabi und die EU ihre eigenen Standards etablieren, sinkt die Abhängigkeit vom US-Dollar-Monopol im Krypto-Sektor langfristig.
Quelle: Cointelegraph




