Michael Saylor fordert Bitcoin-Entwickler auf, das BIP 110 abzulehnen. Der MicroStrategy-Chef kritisiert den sogenannten Reduced Data Temporary Softfork als gefährliche Lösung für das Datenproblem der Blockchain. Bitcoin notiert aktuell einen Kurs von 64.402 USD.
Risiken der Protokoll-Neutralität
Das Bitcoin Improvement Proposal 110 zielt darauf ab, die Datenspeicherung auf der Blockchain kurzzeitig zu verringern. Die Autoren planen eine Begrenzung der Skriptgrößen und eine Einschränkung von Taproot-Control-Blocks. Im Juni wurde der Plan unter BIP 3 als Complete eingestuft, was die technische Bereitschaft der Autoren signalisiert.
Michael Saylor lehnt die sieben Konsensbeschränkungen des Vorschlags ab. Er argumentiert, dass gebührenzahlende Transaktionen unabhängig von ihrem Inhalt gültig bleiben müssen. Der MicroStrategy-Vorsitzende sieht in dem Entwurf eine Aufgabe der Neutralität für einen symbolischen Erfolg bei der Datenreduktion, die technische Flexibilität des Netzwerks gefährde.
Die Kritik richtet sich gegen die Bestrafung von Transaktionen aufgrund unpopulärer Inhalte. "Der Vorschlag würde die Skriptgrößen begrenzen, Taproot-Control-Blocks einschränken und das Ausgeben von nicht definierten Witness-Versionen verbieten", so die Analyse von Phil Haunhorst über die Position Saylors in Bezug auf die Protokolländerungen.
Saylor bezeichnet die vorgeschlagenen Änderungen als groben Ersatz für Kosten, die bisher niemand konkret gemessen hat. Er unterstützt zwar das Ziel, Node-Betreiber vor unnötigen Kosten zu schützen, lehnt aber die gewählte Methode des Softforks ab, da diese die Grundprinzipien der Bitcoin-Blockchain untergrabe.
Auswirkungen auf Upgrade-Pfade
Die Umsetzung von BIP 110 könnte zukünftige technische Entwicklungen behindern. Saylor warnt konkret davor, dass Upgrade-Pfade wie das BitVM-Contracting durch die neuen Regeln geschlossen würden. Dies würde die Flexibilität des Netzwerks bei der Implementierung komplexerer Smart-Contract-ähnlicher Funktionen und programmierbarer Logik auf der Basisschicht einschränken.
Adam Back teilt die skeptische Einschätzung gegenüber dem Vorschlag. Back prognostiziert, dass der Vorstoß innerhalb weniger Wochen nach dem obligatorischen Signaling scheitern wird. Die Community muss über die Aktivierung entscheiden, da der Status Complete lediglich die Sicht der Autoren widerspiegelt und keine verbindliche Änderung darstellt.
Fazit: Keine unmittelbaren Maßnahmen für Nutzer
Die aktuelle Debatte um BIP 110 findet auf Ebene der Entwickler und Node-Betreiber statt. Da es sich um einen Vorschlag handelt, musst du derzeit keine technischen Anpassungen an deiner Wallet vornehmen. Die Entscheidung über die Aktivierung liegt bei der Community.
Sollte der Softfork dennoch implementiert werden, bleiben Outputs, die vor der Aktivierung entstanden sind, weiterhin unterstützt. Wer Bitcoin als langfristiges Wertaufbewahrungsmedium hält, bemerkt von diesen technischen Diskussionen im Alltag keine direkten Auswirkungen.
Quelle: BeInCrypto DE






