Michael Saylor hat neue Treasury-Metriken für MicroStrategy vorgestellt, um die Hebelwirkung der Bitcoin-Strategie besser darzustellen. Die Einführung erfolgt zeitgleich mit einem Kursrückgang der MSTR-Aktie, die derzeit unter dem bereinigten Netto-Asset-Wert der gehaltenen Bitcoin handelt.
Analyse der neuen Treasury-Metriken
Die neuen Kennzahlen CEBE BPS und Amplification ergänzen die bisherigen vier KPIs wie den BTC Yield. CEBE BPS misst den Bitcoin-Bestand pro Aktie nach Abzug vorrangiger Forderungen. Amplification beschreibt die Differenz zwischen diesen beiden Werten, die durch den Einsatz von Fremdkapital entsteht.
Michael Saylor rechtfertigt die neuen Tools mit der unterschiedlichen Natur von Verbindlichkeiten. "Langfristige, kostengünstige Verbindlichkeiten können die Amplifikation in einen Upside für das Eigenkapital verwandeln", erklärte der MicroStrategy-Vorsitzende. Er nutzt diese Methode, um die Outperformance gegenüber dem Bitcoin-Spotpreis zu messen.
Die offiziellen SEC-Filings enthalten diese Begriffe jedoch nicht. MicroStrategy berichtet dort weiterhin klassische Kennzahlen. Die Strategie basiert auf einem Kaufprogramm seit August 2020, wodurch das Unternehmen 845.256 BTC akkumulierte. Der durchschnittliche Einstiegspreis liegt laut Unterlagen bei circa 75.700 USD.
Aktuell steht der Bitcoin-Kurs bei 65.543 USD laut CoinGecko. Damit liegt der Gesamtwert des Bestands bei etwa 54 Milliarden USD. Da die Kostenbasis über 61 Milliarden USD liegt, verzeichnet das Unternehmen derzeit massive Buchverluste auf seine Positionen.
Kritik an der Hebelstrategie
Analyst Nic Pucrin warnt vor der aktuellen Bewertung der MSTR-Aktie. Er gibt an, dass das Papier bei etwa 84 Prozent des Bruttowerts der gehaltenen Bitcoins gehandelt wird. Jede weitere Emission von Optionen verschlechtere laut Pucrin die Situation für die bestehenden Aktionäre.
Die Verbindlichkeiten des Unternehmens übersteigen bereits 13,5 Milliarden USD. Kritiker sehen in den neuen Metriken einen Versuch, die Zielpfosten zu verschieben, da die Aktie unter den mNAV-Wert gefallen ist. Ein Verkauf von Bitcoin würde laut Pucrin zudem Panik am Markt auslösen.
Fazit: Risiko durch Hebelwirkung
Die neuen Kennzahlen verschleiern nicht, dass MicroStrategy mit einem Nettoverlust von 12,5 Milliarden USD im ersten Quartal kämpft. Wer MSTR-Aktien hält, setzt primär auf die Fähigkeit von Saylor, billiges Kapital effizienter als den Bitcoin-Spotpreis zu steigern.
Die Divergenz zwischen den SEC-Filings und den Social-Media-Metriken erfordert von dir eine genaue Prüfung der tatsächlichen Verbindlichkeiten. Die Abhängigkeit vom BTC-Kurs bleibt bei einem Durchschnittseinstieg von 75.700 USD extrem hoch.
Quelle: Google News EN (Crypto)






