Die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, hat rechtliche Schritte gegen Coinbase und Gemini eingeleitet. Die Behörde wirft den Unternehmen vor, durch ihre Vorhersagemärkte illegale Glücksspieldienste angeboten zu haben. Die Klage zielt auf die Einhaltung staatlicher Glücksspielgesetze ab.
Vorwürfe illegaler Glücksspieloperationen
Letitia James sieht in den Prediction Markets von Coinbase und Gemini einfache Glücksspieloperationen. Die Plattformen erlauben Wetten auf Sportereignisse und politische Wahlen. Laut der Generalstaatsanwältin verletzen diese Angebote die Gesetze des Bundesstaates New York. Die Behörde fordert nun hohe Geldstrafen sowie die Rückzahlung illegaler Gewinne.
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft das Alter der Nutzer. In New York müssen Teilnehmer an mobilen Sportwetten mindestens 21 Jahre alt sein. Die Plattformen ließen jedoch Personen zwischen 18 und 21 Jahren teilnehmen. James kritisiert, dass junge Menschen so einem Suchtrisiko ohne ausreichende Schutzmaßnahmen ausgesetzt wurden.
„Gambling by another name is still gambling, and it is not exempt from regulation under our state laws and Constitution"
Die Generalstaatsanwältin betont damit, dass die Bezeichnung als Vorhersagemarkt die rechtliche Einordnung als Glücksspiel nicht aufhebt. Die staatlichen Gesetze bleiben bindend.
Coinbase führte das Produkt im Januar 2026 über eine Partnerschaft mit Kalshi ein. Gemini bot mit Gemini Titan eine ähnliche Plattform an. Beide Unternehmen stützten sich auf Lizenzen der Commodity Futures Trading Commission. Diese Bundesbehörde sieht Vorhersagemärkte jedoch in ihrer exklusiven Zuständigkeit und nicht unter staatlichem Recht.
Die Marktdaten zeigen eine ruhige Reaktion der Kurse auf die Nachricht. Bitcoin notiert bei 75.345 USD, während Ethereum bei 2.295,96 USD liegt. Solana verzeichnet einen Rückgang von 1,08 % auf 84,95 USD. Die Anleger scheinen die rechtlichen Auseinandersetzungen derzeit als bekanntes Risiko einzupreisen.
Juristischer Konflikt zwischen Bund und Staaten
Der Streit markiert eine Eskalation zwischen US-Bundesbehörden und einzelnen Bundesstaaten. Die CFTC vertritt die Ansicht, dass staatliche Glücksspielgesetze für diese Märkte nicht gelten. Bereits am 3. April klagte die CFTC gegen Illinois, Arizona und Connecticut. Diese Staaten versuchten, die regulierten Märkte eigenständig zu schließen.
Ein Bundesberufungsgericht entschied am 7. April zugunsten von Kalshi. Das Gericht urteilte, dass New Jersey seine Glücksspielstatuten nicht gegen den Anbieter durchsetzen kann. New York ignoriert diese Tendenz jedoch und setzt auf eine eigene Klage. Dies deutet auf einen bevorstehenden Konflikt vor dem Supreme Court hin.
In Deutschland, Österreich und Schweiz gelten strengere Regeln für Glücksspiele. Anbieter benötigen hier spezifische Lizenzen der nationalen Aufsichtsbehörden. Die Nutzung solcher US-Plattformen kann für Nutzer in der DACH-Region rechtliche Risiken bergen. Die lokale Gesetzgebung unterscheidet strikt zwischen Finanzderivaten und Wetten.
Die rechtliche Unsicherheit betrifft vor allem Altcoins, die als Kollateralsicherheit in diesen Märkten dienen. XRP notiert aktuell bei 1,42 USD und BNB bei 628,6 USD. Sollten die Plattformen ihre Dienste in New York einstellen müssen, könnte dies die Liquidität in bestimmten Vorhersagemärkten kurzfristig reduzieren.
Analysten beobachten nun, ob weitere Bundesstaaten ähnliche Klagen einreichen. Die Entscheidung New Yorks könnte einen Präzedenzfall für andere Regionen schaffen. Die Industrie wartet auf eine endgültige Klärung durch die höchste Gerichtsbarkeit der USA, um Planungssicherheit für zukünftige Produkte zu erhalten.
Fazit: Rechtliche Risiken bei Vorhersagemärkten
Für dich bedeutet das, dass Prediction Markets rechtlich auf extrem wackeligem Boden stehen. Wenn du solche Dienste nutzt, achte auf die regulatorische Herkunft der Plattform. Die Klagen zeigen, dass Bundeslizenzen in den USA keinen vollständigen Schutz vor staatlichen Gesetzen bieten.
Beobachte die kommenden Urteile des Supreme Court genau. Diese werden entscheiden, ob Vorhersagemärkte als Finanzinstrumente oder als Glücksspiel gelten. Bis dahin bleibt die Nutzung dieser Produkte mit einem erhöhten regulatorischen Risiko verbunden, besonders bei der Altersprüfung.
Quelle: The Block
