Über 53.000 Südkoreaner fordern die komplette Abschaffung der geplanten Kryptosteuer. Die Petition erreichte die notwendige Schwelle für eine offizielle Prüfung durch den Nationalrat. Damit wächst der öffentliche Druck auf die Regierung, die Steuerpläne für das Jahr 2027 zu revidieren.
Widerstand gegen die 22-Prozent-Abgabe
Die Petition startete am 13. Mai und sammelte innerhalb weniger Tage 53.359 Unterschriften. Damit übersprang die Initiative die Hürde von 50.000 Namen. Nun prüft der Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Nationalrats die Forderungen. Die Bürger lehnen die geplante Besteuerung von digitalen Vermögenswerten entschieden ab.
Ab dem 1. Januar 2027 will Südkorea Gewinne aus Kryptowährungen besteuern. Die Grundsteuer liegt bei 20 Prozent. Inklusive lokaler Zuschläge steigt die Gesamtbelastung auf 22 Prozent. Diese Regelung gilt für alle Gewinne, die einen Betrag von 2,5 Millionen Won überschreiten.
Die Unterzeichner kritisieren eine Ungleichbehandlung gegenüber Aktieninvestoren. Südkorea schaffte die Finanzinvestitionssteuer für Aktiengewinne bereits ab. Dass Krypto-Anleger weiterhin belastet werden, empfinden viele als ungerecht. Die Petition fordert daher eine Gleichstellung aller Anlageklassen im Steuersystem des Landes.
Besonders junge Menschen sehen in Kryptowährungen eine letzte Chance zum Vermögensaufbau. Hohe Immobilienpreise machen den Kauf eines Eigenheims für viele unmöglich. Eine zusätzliche Steuerlast würde diese Chance weiter reduzieren. Die Petition nennt dies eine Barriere für den Vermögensaufhalt der Jugend.
Die Regierung verschob die Einführung der Steuer bereits dreimal seit dem Jahr 2022. Jedes Mal gab es massiven öffentlichen Protest. Die aktuelle Bewegung zielt nicht mehr auf eine weitere Verschiebung ab. Die Bürger fordern nun die vollständige Streichung der gesetzlichen Bestimmungen.
Politische Fronten und Marktdynamik
Innerhalb der Politik gibt es Unterstützung für die Anleger. Song Eon-seok, Fraktionschef der People Power Party, reichte bereits im März einen Gesetzentwurf ein. Dieser Entwurf sieht die Eliminierung aller Bestimmungen zur Besteuerung digitaler Vermögenswerte im Einkommensteuergesetz vor. Er will die Steuerlast komplett entfernen.
Das Finanzministerium zeigt sich jedoch hartnäckig. Die Behörde bekräftigte erst diesen Monat, dass die Steuer im Januar 2027 in Kraft tritt. "Virtuelle Assets werden als letzte Investitionsmöglichkeit für junge Menschen wahrgenommen", heißt es in der Petition. Die Regierung ignoriert diesen sozialen Kontext bisher weitgehend.
Im Vergleich dazu bietet der DACH-Raum unterschiedliche Bedingungen. In Deutschland sind Krypto-Gewinne nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei. Österreich besteuert Gewinne meist mit 27,5 Prozent. Die Schweiz nutzt ein komplexes System aus Einkommens- und Vermögenssteuern. Südkoreas Plan wirkt im Vergleich sehr starr.
Die aktuelle Marktlage beeinflusst die Stimmung der Anleger. Bitcoin notiert am 22. Mai 2026 bei 77.336 USD. Ethereum steht bei 2.128,34 USD. Trotz dieser stabilen Werte befürchten Anleger, dass Steuern die Liquidität im südkoreanischen Markt massiv senken könnten.
Die Petition muss nun den parlamentarischen Prozess durchlaufen. Ob die politische Mehrheit der People Power Party den Druck der 53.000 Bürger nutzt, entscheidet über die Zukunft der Besteuerung. Das Finanzministerium bleibt vorerst die letzte Instanz, die über die Umsetzung der Steuerhoheit entscheidet.
Fazit: Druck auf die Regierung steigt
Für dich bedeutet das, dass Südkorea ein wichtiges Testfeld für die globale Krypto-Steuerpolitik bleibt. Wenn die Petition Erfolg hat, könnten andere Staaten ebenfalls über Steuerbefreiungen nachdenken. Die Dynamik zeigt, dass Nutzer Steuern als Hindernis für den Vermögensaufbau sehen.
Beobachte die Entscheidungen des südkoreanischen Nationalrats genau. Eine Absage der Steuer könnte die Handelsaktivität in Asien deutlich steigern. Das würde indirekt auch die Volatilität und Liquidität für globale Altcoins beeinflussen, die in Korea stark gehandelt werden.
Quelle: BeInCrypto DE




