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Krypto-Gewinner erkennen: Auf diese 5 Dinge kommt es an

Wie erkennst du Krypto-Gewinner – also Projekte, die eine Zukunft haben und nicht schon nach wenigen Jahren scheitern?Spoiler: Sie müssen sicher sein. Aber Sich...

Coins & Projekte
von Dr. Stephanie Morgenroth
9 Min.
Krypto-Gewinner erkennen: Auf diese 5 Dinge kommt es an

Wie erkennst du Krypto-Gewinner – also Projekte, die eine Zukunft haben und nicht schon nach wenigen Jahren scheitern?

Spoiler: Sie müssen sicher sein. Aber Sicherheit ist nur eines von fünf Dingen, auf die es wirklich ankommt.

Allein ein steigender Preis reicht nicht aus. Dadurch kann ein Projekt kurzfristig sehr erfolgreich aussehen, aber trotzdem scheitern, wenn es diese fünf Dinge nicht angeht.

Eine interessante Grundlage dafür liefert uns Alvin Roth. Er ist Wirtschaftsnobelpreisträger und untersucht, warum Märkte funktionieren oder scheitern, obwohl ihre Teilnehmer unterschiedliche Interessen verfolgen.

Roth war zuletzt bei a16z crypto zu Gast. Dort wurde versucht, seine Erkenntnisse auf Blockchain-Protokolle zu übertragen. Konkrete Coins nannten sie dabei nicht – aber genau deswegen bist du ja hier. 😉

Wir übertragen seine Gedanken jetzt auf fünf konkrete Beispiele wie Bitcoin, XRP oder Solana.

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1. Ist das Krypto-Projekt ausreichend sicher?

Roth sagt, ein funktionierender Marktplatz müsse Transaktionen sicher und zuverlässig abwickeln. Heißt für uns in Krypto:

Würdest du diesem Netzwerk dein investiertes Geld auch dann noch anvertrauen, wenn der Markt unter Druck gerät? Vertraut ein Unternehmen mit Millionenbeträgen eher dem Bitcoin-Netzwerk oder einer neuen No-Name-Chain?

Beim Übertragen digitaler Vermögenswerte müssen wir darauf vertrauen können, dass Transaktionen korrekt geprüft werden und niemand an der Historie herumpfuscht.

Beispiel: Bitcoin

Bitcoin löst das über Proof of Work. Miner investieren Rechenleistung, um neue Blöcke zu erzeugen. Full Nodes, also Computer mit einer vollständigen Kopie der Blockchain, prüfen selbstständig, ob die Blöcke den Bitcoin-Regeln entsprechen.

Das Netzwerk folgt der gültigen Blockchain mit der größten angesammelten Rechenarbeit. Wer eine ältere Transaktion manipulieren wollte, müsste eine alternative Historie erstellen und dabei mehr Rechenarbeit leisten als das restliche Netzwerk. Für einen Angreifer lohnt es sich dadurch immer weniger, das System anzugreifen.

Es hat also einen Grund, warum Bitcoin nicht das schnellste Abwicklungssystem ist und auf seiner Basisschicht nur wenige Transaktionen verarbeitet.

Das Design setzt auf hohe Berechenbarkeit und eine schwer manipulierbare Transaktionshistorie. Es strebt damit Sicherheit für alle Teilnehmer an.

stratum
https://stratumprotocol.org/blog/new-members/

Um den Einfluss weniger großer Poolbetreiber zu reduzieren, gibt es 2026 eine spannende Initiative. Im Mai traten unter anderem ANTPOOL, F2Pool, Foundry, Block und die MARA Foundation der offenen Stratum-V2-Arbeitsgruppe bei.

Stratum V2 ist ein neues Kommunikationsprotokoll für das Bitcoin-Mining. Bisher liefern einzelne Miner einem Pool meist nur ihre Rechenleistung. Der Pool übernimmt dann quasi den Rest und entscheidet zum Beispiel, welche Transaktionen verarbeitet werden. Dadurch kann es zu einer gewissen „Transaktionszensur“ kommen.

Mit Stratum V2 können Miner einen eigenen Bitcoin Node nutzen, ihre Blockvorlage selbst erstellen und die enthaltenen Transaktionen auswählen. Der Pool organisiert weiterhin die gemeinsame Rechenleistung und verteilt die Einnahmen, verliert aber einen Teil seiner Kontrolle über den Inhalt der Blöcke. Die breitere Einführung steht allerdings noch am Anfang.

Dennoch glaube ich: Für unseren Punkt Nummer 1 ist Bitcoin in Krypto wohl das beste Beispiel für ein Projekt, das Sicherheit über den neuesten Hype stellt.

2. Wie geht das Projekt mit Fehlern um?

Als Roth an guten Märkten forschte, hinterfragte er die Regeln. Denn in einem Markt verfolgen die Teilnehmer unterschiedliche Interessen. Wie gut kann ein System also Konflikte und Fehler abfangen?

Beispiel: Der XRP Ledger stoppt ein fehlerhaftes Update

Im Februar 2026 wurde in der geplanten Batch-Funktion, die mehrere Transaktionstypen bündeln soll, ein kritischer Fehler gefunden. Dieser Bug hätte theoretisch erlaubt, innere Transaktionen im Namen fremder Konten auszuführen.

Die Funktion befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Abstimmungsphase und war im Mainnet nicht aktiviert. Validatoren wurden aufgefordert, mit „Nein“ zu stimmen, und mehrere legten noch am selben Abend ein Veto ein.

Im Anschluss installierten die Betreiber die neueste Serversoftware rippled 3.1.1 – die quasi als „Notfallversion“ veröffentlicht wurde. Mit diesem aktualisierten Code konnte die Aktivierung verhindert werden. Laut XRPL-Bericht waren deshalb keine Nutzergelder gefährdet.

Der Fall spricht für einen funktionierenden Sicherheitsprozess auf dem XRPL.

Die Entwickler entdeckten den Fehler rechtzeitig. Durch die verschiedenen Prüf- und Abstimmungsschritte wurde eine bereits programmierte Funktion nicht automatisch für alle Nutzer freigeschaltet.

3. Belohnt das Projekt nützliches Verhalten?

Roth findet, dass ein gutes System den Eigennutzen der Teilnehmer so lenken sollte, dass der Markt funktionsfähig bleibt.

Auf Krypto übertragen heißt das: Ein dezentrales Netzwerk kann nicht davon ausgehen, dass alle Teilnehmer aus Idealismus handeln. Ehrliches Verhalten muss sich wirtschaftlich mehr lohnen als Manipulation.

Die höchste Rendite auf Staking oder DeFi-Strategien bringt einem Projekt keine Qualität, wenn sie sich größtenteils durch die starke Ausgabe neuer Coins finanziert. Dann erhätlst du vielleicht 20% Rendite, gleichzeitig verwässert sich aber der Bestand deiner Core-Investments.

Beispiel: Ethereum und Proof of Stake

Ethereum arbeitet mit Proof of Stake. Validatoren hinterlegen ETH als Sicherheit und erhalten Belohnungen, wenn sie Blöcke korrekt vorschlagen oder bestätigen.

Wer seine Aufgaben verpasst, verliert mögliche Erträge und muss mit kleineren Strafen rechnen. Bei nachweisbaren Regelverstößen kann Slashing greifen. Dazu gehören zum Beispiel widersprüchliche Abstimmungen oder das Signieren zweier verschiedener Blöcke für denselben Zeitpunkt. Der Validator verliert dann einen Teil seines hinterlegten ETH und wird aus dem aktiven Validator-Set entfernt.

Die Staking-Rendite ist also eine Vergütung für eine nützliche Leistung: die Absicherung des Netzwerks.

Bei Ethereum stammt diese „Rendite“ aus neu ausgegebenen ETH sowie aus Einnahmen, die ein Validator beim Vorschlagen eines Blocks erhalten kann. Je mehr ETH insgesamt gestakt werden, desto geringer fällt die Belohnung für den einzelnen Validator aus.

Seit dem Wechsel von Proof of Work zu Proof of Stake kann Ethereum seine Sicherheit mit deutlich weniger neu ausgegebenen ETH finanzieren. Validatoren haben geringere laufende Betriebskosten als die Miner zuvor. Im Zuge dessen sank die ETH-Emission deutlich.

Das Netzwerk versucht, nur so viele neue ETH auszugeben, wie es zur Absicherung benötigt. Gleichzeitig wird die Basisgebühr jeder Transaktion verbrannt. Je nach Netzwerknutzung kann dadurch ein Teil der neuen Ausgabe wieder ausgeglichen werden.

Ethereum bietet deshalb keine besonders hohe Staking-Rendite. Die Rendite soll in erster Linie genügend Validatoren zu zuverlässigem Verhalten bewegen und nicht mit hohen Gewinnversprechen Investoren anziehen. Erst in zweiter Reihe können wir Anleger damit Erträge erwirtschaften.

4. Funktioniert das Projekt auch unter hoher Belastung?

Wie verhält sich eine Plattform oder sogar ein ganzes dezentrales Netzwerk, wenn es plötzlich wirklich gebraucht wird?

Roth bezeichnet solche Engpässe als Congestion, also Überlastung. Auf Krypto übertragen kann eine Blockchain pro Block nur eine begrenzte Zahl an Berechnungen und Marktaktionen verarbeiten.

Beispiel: Solana baut mehrere technische Motoren

Solana wird bis heute dafür belächelt, dass das Netzwerk in der Vergangenheit unter hoher Belastung ausgefallen ist. Eine Hochgeschwindigkeits-Blockchain musste 2024 nach fast fünf Stunden Betriebsstopp neu gestartet werden, weil ein Softwarefehler den Konsens angehalten hatte.

Der Vorfall zeigte, wie problematisch es sein kann, wenn große Teile des Netzwerks von einer ähnlichen Softwarebasis abhängen. Aus solchen früheren Störungen versucht Solana seitdem zu lernen.

Solana arbeitet inzwischen mit verschiedenen Validator-Programmen wie Agave und Firedancer, die unabhängig voneinander entwickelt werden und das Netzwerk widerstandsfähiger machen sollen.

Fällt Agave beispielsweise wegen eines bestimmten Fehlers aus, könnten Firedancer-Validatoren theoretisch weiterarbeiten. Firedancer wurde außerdem für die parallele Verarbeitung großer Datenmengen entwickelt.

Im Juli 2026 erschienen neue Versionen von Agave und Firedancer. Parallel wird an weiteren Clients und daran gearbeitet, dass ihre Ergebnisse zuverlässig übereinstimmen.

So soll das Risiko bei künftigen Softwarefehlern weiter verteilt werden.

solana clienten
https://solana.com/de/news/network-health-report-june-2025

5. Wie groß und tief ist der Markt rund um das Projekt?

Wie wichtig ein ausreichend großer Markt ist, zeigt uns 2026 die Konsolidierung der Kryptobörsen. Ein Markt wird attraktiver, wenn viele Teilnehmer und Angebote an einem Ort zusammenkommen. Roth nennt diesen Effekt „thick market“.

Übertragen wir das auf Krypto, genauer gesagt auf einen der weltweit größten Handelsplätze: Binance.

Beispiel: Warum sich Bitcoin auf Binance konzentriert

Die Bitcoin-Reserven auf Binance haben sich nach dem Rückgang zu Jahresbeginn im Sommer 2026 wieder erholt.

Warum konzentrieren sich wieder mehr Bitcoin auf Binance, obwohl wir uns mitten im Bärenmarkt befinden? Woher kommen diese Bestände, obwohl dadurch nicht automatisch frisches Kapital in den Markt fließt?

Mutmaßlich lässt sich das so interpretieren: So wie nicht alle Coins überleben werden, beginnt auch bei den Kryptobörsen die Konsolidierung.

CoinMarketCap listet aktuell rund 239 zentrale Spotbörsen. Das sind schon viele an der Zahl!

Während BitMEX und BitMart im Juli ihren Rückzug angekündigt haben, scheinen Marktteilnehmer wie Trader, Market Maker und andere Profis ihre Bestände und Aktivitäten wieder stärker auf den großen Handelsplätzen zu bündeln.

In unsicheren Zeiten suchen sich die Teilnehmer tiefe Orderbücher und genügend Gegenparteien, damit auch größere Positionen möglichst zuverlässig gehandelt oder abgesichert werden können.

Die eingezahlten Bitcoin können dort gehandelt, als Sicherheit für Derivate eingesetzt oder für Arbitrage und Market Making genutzt werden.

Binance profitiert in diesem Fall als Liquiditätszentrum unter den Kryptobörsen – ungeachtet der jüngsten Entwicklung, dass sich die Börse wegen der noch fehlenden MiCA-Lizenz vorübergehend aus Teilen des EU-Marktes zurückziehen musste.

bnb
https://www.binance.com/en/bnb

Auch wenn die tiefe Liquidität und die hohen Volumina zunächst auf der Börse die Musik spielen, profitiert der BNB Coin indirekt davon.

BNB ist der native Coin der BNB Chain und weiterhin eng mit der zentralen Börse Binance verbunden.

Auf Binance können Nutzer BNB einsetzen, um Handelsgebühren zu bezahlen. Binance gewährt aktuell bis zu 25 % Rabatt auf Spot- und Margin-Gebühren sowie bis zu 10 % bei bestimmten Futures-Gebühren. BNB-Bestände können außerdem Vorteile im VIP-Programm sowie den Zugang zu bestimmten Launchpool-Angeboten und Airdrops ermöglichen.

Je mehr Menschen diese Leistungen nutzen, desto mehr Gründe gibt es, BNB zu halten. Trotzdem dürfen wir den „thick market“ namens Binance nicht eins zu eins mit der Nachfrage nach BNB gleichsetzen.

Fazit

Egal ob Bitcoin, XRP und Co.: Sie setzen alle unterschiedliche Prioritäten. Die aktuellen Beispiele zeigen außerdem, dass starke Projekte nicht einfach fertig sind. Sie erkennen Schwächen, verbessern ihre Regeln und reagieren auf neue Anforderungen.

Was wir aus Roths Forschung mitnehmen können, sind eine Reihe von Gründen, warum einige Systeme mit ihrer Nutzung wachsen können, während andere an Machtkonzentration, falschen Anreizen oder Überlastung scheitern.

Was ich euch damit sagen will:

Ein gutes Projekt macht seinen Coin noch nicht automatisch zu einem günstigen Investment oder sicheren Kursgewinner. Aber ein Coin kann langfristig nur dann überzeugen, wenn das System darunter belastbar ist.

Ohne ein belastbares System fehlt dem Coin die wichtigste Grundlage für langfristigen Erfolg.

Falls dir solche Analysen Mehrwert liefern, abonnier mich gern auf YouTube.

Wie kaufst du Bitcoin und XRP richtig?

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth

Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 105.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

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