Was wird für uns Krypto-Anleger im September wirklich wichtig? Ich zeige dir jetzt die wenigen Termine, die du wirklich kennen solltest: Was die Notenbank in den USA plant, was es Neues zum CLARITY Act gibt, welches wichtige Stellar-Upgrade ansteht und warum wir Ende des Monats auf Quant und Hedera achten müssen.
Wie starten wir in den neuen Monat?
Bitcoin liegt vor Ende August rund 26 % im Plus. Damit wäre das der stärkste August seit 2017. Das ist ein historischer Widerspruch: Denn seit 2013 folgte auf jeden positiven Bitcoin-August ein negativer September. Gleichzeitig waren die letzten drei September 2023, 2024 und 2025 alle grün. Was gilt also dieses Mal? Das hängt jetzt von folgenden Themen ab:
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1. Was macht die FED im September?
Das Wichtigste zuerst: Im September wird sich vieles um die FED, also die US-Notenbank, drehen.
Und ja, es ist nun mal so: Krypto ist zwar eine alternative Anlageklasse, doch ob Bitcoin steigt oder fällt, hängt einfach auch stark an der traditionellen Geldpolitik.
Aktuell hält die FED ihren Leitzins bei 3,50 bis 3,75 % – wie ich euch jede Woche auf X berichte, also gerne folgen! Bei ihrer letzten Sitzung Ende Juli stimmten 9 Mitglieder dafür, die Zinsen unverändert zu lassen. 3 Mitglieder fanden diese Vorsicht allerdings nicht so toll. Sie wollten die Zinsen sogar um 0,25 Prozentpunkte erhöhen.
Warum sind die sich gerade so uneinig?
Inflation gegen Arbeitsmarkt
Auf der einen Seite haben wir die Inflation.
Die US-Verbraucherpreise lagen im Juli 3,4 % höher als ein Jahr zuvor. Ohne Energie und Lebensmittel waren es noch 2,5 %. Beide Werte kamen gegenüber Juni zwar etwas zurück, aber die Inflation ist damit weiterhin erhöht.
Die FED sagte im Juli also vereinfacht: Leute, die Preise steigen immer noch zu stark. Mit der Inflation sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen. Deshalb hat die Mehrheit erst mal die Füße stillgehalten.
Auf der anderen Seite wird gleichzeitig der Arbeitsmarkt schwächer.
Im Juli gingen in den USA außerhalb der Landwirtschaft 23.000 Stellen verloren. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 %.
Und on top kam die US-Arbeitsmarktbehörde BLS noch einmal mit schlechteren Zahlen für die Vormonate um die Ecke. Sie korrigierte die Beschäftigungszuwächse aus Mai und Juni nachträglich um insgesamt 103.000 Stellen nach unten.
In den USA schwächelt also gerade der Arbeitsmarkt, während die Inflation gleichzeitig weiterhin zu hoch ist. Und genau diese beiden Seiten treffen im September aufeinander.
Was macht die FED?
Sie schaut sich die neuen Daten an.
Am 4. September erscheint der Arbeitsmarktbericht für August. War der schwache Juli nur ein Ausreißer oder geht´s der Arbeitswelt wirklich schlechter?
Eine Woche später folgen die neuen Inflationsdaten.
Am 10. September kommen zuerst die Erzeugerpreise, also z.B. muss McDonald’s plötzlich mehr für Strom, Zutaten oder Verpackungen bezahlen?
Einen Tag später, am 11. September, kommen die Verbraucherpreise. also hat McDonald’s diese höheren Kosten inzwischen auf den Burgerpreis draufgeschlagen – oder noch nicht?
Die FED schaut sich also diesen ziemlich fiesen Cocktail aus Inflation und Arbeitsmarkt an und entscheidet am 16. September, was sie mit den Zinsen macht.
Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten:
Eine Zinserhöhung wäre für Krypto und andere risikofreudigere Anlagen wie Aktien eher Gegenwind.
Bleiben die Zinsen unverändert, wäre das zunächst das kleinere Übel.
Eine Zinssenkung wäre nach dem aktuellen Stand die überraschendste Variante.
Ende August zeigt das CME FedWatch Tool: 55,5 % Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung, 44,5 % für unveränderte Zinsen und 0 % für eine Senkung.
Vor Warshs Rede in Jackson Hole lag die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung noch bei rund 35 %. Das hat sich also innerhalb eines Tages ziemlich gedreht.
Den Arbeitsmarkt hält er nämlich weiterhin für stabil. Bei der Inflation sieht er dagegen noch Arbeit vor sich. Der Inflationswert, auf den die FED besonders schaut, lag im Juli bei 3,7 % – also weiterhin deutlich über ihrem 2-%-Ziel.
Die neuen Daten im September können diese Wahrscheinlichkeiten noch einmal komplett verschieben.
Fast genauso wichtig wie diese Zinsentscheidung ist die Frage: Was plant die FED danach?
Im September steht wieder eine neue Runde der Wirtschaftsprojektionen an. Bisher gehörte dazu auch der sogenannte Dot Plot. Die FED-Mitglieder zeigen darin, wo sie den Leitzins in den kommenden Jahren sehen.
Im Juni sahen sie die Zinsen erst 2027 wieder etwas niedriger.
Vor einem Jahr dachten wir noch, 2026 kommen Zinssenkungen. Davon sind wir momentan ziemlich weit entfernt.
Unter Kevin Warsh könnte sich allerdings sogar am Dot Plot selbst etwas ändern. Warsh hat im Juni keinen eigenen Dot mehr abgegeben. Und er hat in Jackson Hole noch einmal klargemacht, dass er diese ständige Forward Guidance der FED deutlich zurückfahren will. Die Märkte sollen nicht dauernd darauf warten, dass die FED ihnen verrät, was sie als Nächstes macht.
Falls der Dot Plot im September noch wie gewohnt kommt, schauen wir deshalb darauf, ob die Mitglieder 2027 inzwischen wieder niedrigere Zinsen erwarten. Falls Warsh das Format zurückfährt, wäre auch das eine wichtige Veränderung für die Märkte.
Für Kryptowährungen zusammengefasst:
Die Zinsentscheidung im September kann den Bitcoin-Kurs kurzfristig bewegen. Fast wichtiger ist aber der Blick auf die Zeit danach: Sieht die FED für 2027 wieder niedrigere Zinsen und damit ein freundlicheres Umfeld für Krypto – oder müssen wir uns noch länger mit diesem hohen Zinsniveau anfreunden?
2. Der CLARITY Act erreicht eine wichtige Hürde
Geschieht im September endlich etwas Magisches in Washington?
Der nächste Schritt für den CLARITY Act, das wohl am meisten diskutierte Krypto-Gesetz dieses Jahr, ist offiziell auf die Schiene gesetzt.
John Thune ist der republikanische Mehrheitsführer im Senat und damit der "Typ, der vor allem steuert, was dort auf die Tagesordnung kommt.
Und Thune hat im August noch vor der Sommerpause einen Cloture-Antrag auf die Motion to Proceed zum CLARITY Act eingereicht. Am 15. September wird dieser Antrag laut aktuellem Senatskalender verfahrensreif. Was bedeutet das konkret?
Im Grunde stößt er damit ein Verfahren an, das sagt:
Leute, wir haben hier jetzt genug diskutiert. Begrenzen wir die Debatte und kommen zur Sache!
Denn im US-Senat können Senatoren durch lange Debatten oder schon die Aussicht darauf Abstimmungen hinauszögern. Das nennt man Filibuster. Mit Cloture kann diese Debatte begrenzt und das Gesetz parlamentarisch weiter vorangebracht werden. Dafür braucht es bei Gesetzen normalerweise 60 Stimmen.
Final über den CLARITY Act abgestimmt wird am 15. September aber noch nicht!
Ich hoffe also, die Republikaner hatten während der Sommerpause Zeit, sich mit den Demokraten bei den strittigen Punkten wie Stablecoin-Rewards und Ethikregeln weiter anzunähern. Sind bis zum 15. September die nötigen 60 Stimmen organisiert, kann der Senat mit der weiteren Behandlung des Gesetzes loslegen.
Nur viel Zeit bleibt ihnen nicht: Rund drei Wochen später geht der Senat in die Wahlpause vor den Midterms im November.

MiCA-Termin in Europa
Europa hat im September ebenfalls einen regulatorischen Termin. Denn kaum ist MiCA in Kraft, merkt die EU, dass sich die Technologie schneller verändert als die Gesetzgebung.
Die EU denkt aktuell über eine Art „MiCA 2.0“ nach, die Stablecoins, DeFi und Tokenisierung stärker mit einbeziehen könnte.
Ein Knackpunkt sind zum Beispiel Stablecoins, die über mehrere Emittenten und Jurisdiktionen laufen und regulatorisch bisher nicht ganz sauber erfasst sind. Das könnte auch für Unternehmen wie Circle oder Ripple relevant werden, wenn deren Stablecoins künftig stärker über europäische Strukturen angeboten werden.
Die EU-Kommission lässt ihre Konsultation zur Überprüfung von MiCA noch bis zum 30. September laufen.
Ich bin echt gespannt, was dabei herauskommt und ob sich später konkrete Änderungsvorschläge ergeben. Die Zeit läuft, und ich finde, wir müssen lernen, in Europa schneller auf Veränderungen zu reagieren.
Krypto wartet nicht, übrigens auch nicht auf die USA. Ich sehe jeden Tag, an dem ich im Space unterwegs bin, wie neue Anwendungsfälle entstehen. Gleichzeitig kann regulatorische Unklarheit viel Innovationskraft ausbremsen.
3. Stellar stimmt über Protocol 28 „Adapter“ ab
Also, diese eine September-Woche hat es echt in sich. Denn ausgerechnet eine Stunde vor der Fed-Entscheidung passiert bei Stellar etwas ziemlich Technisches:
Am 16. September soll das Upgrade namens "Adapter" im Stellar-Mainnet aktiviert werden. Dafür müssen sich die Validatoren im Netzwerk auf Protocol 28 einigen. Technisch vorbereitet wird das Upgrade schon seit August.
Adapter bündelt wie ein großes Paket gleich mehrere technische Verbesserungen. Ehrlicherweise ist das jetzt kein Termin, der den XLM-Kurs automatisch nach oben schiebt. Aber das Upgrade hilft vor allem Entwicklern und Unternehmen, die auf Stellar bauen.
Und ich finde solche Ansätze viel nachhaltiger und deswegen genauso wichtig.
Kennt ihr das, wenn ihr mit dem Fahrrad unterwegs seid und ständig über diese Huckelstraßen fahrt? Ein einziges Schlagloch zuzuspachteln geht schneller und kostet weniger. Aber wir sind doch viel dankbarer, wenn irgendwann mal der komplette Weg wieder begradigt wird.
Wenn Adapter durchgeht, soll das Stellar-Netzwerk seine Ledger schneller und gleichmäßiger schließen können.
Ein Ledger ist bei Stellar vereinfacht eine abgeschlossene Runde, in der neue Transaktionen bestätigt und zum gemeinsamen Datenbestand hinzugefügt werden.
Dafür müssen die Validatoren künftig ihre Systemuhren sauber synchronisieren. Stellar wird also damit technisch berechenbarer und leichter wartbar.
Auch spannend: Es kommen neue Smart Contract-Funktionen dazu, mit denen Entwickler ganze Gruppen von Verträgen einfacher aktualisieren können.
Ist auch für den Bereich Tokenisierung interessant wie für den riesigen Infrastrukturanbieter DTCC: Die will ab 2027 u.a. US-Staatsanleihen über Stellar verfügbar machen (= tokenisieren). Wenn sie wegen der vielen tokenisierten Produkte viele Smart Contracts betreibt, muss sie nicht mehr jeden Vertrag einzeln behandeln.
Ich empfehle euch auch noch mal mein letztes XLM-Video aus dem August. Darin geht es darum, warum der Tokenpreis nicht steigt, obwohl das Projekt gute Fortschritte macht und auch über Partnerschaften wie die DTCC.
Sucht auf YouTube einfach nach „MissCrypto Stellar XLM“ oder abonniert doch gleich den Kanal, noch besser, oder? Denn ihr bekommt dort ständig neue Videos!

4. Warum es für Quant und Hedera Ende September besonders interessant wird
Bevor der September endet und damit auch dieser Artikel, startet noch eine der größten Konferenzen der Welt für den Finanzsektor. Und Quant, Hedera und Ripple sind dabei.
Die Sibos 2026 beginnt am 28. September in Miami.
Dieses jährliche Spektakel wird von Swift organisiert und steht diesmal unter dem Hauptthema „Digital Finance for AI-driven Economies“.
Über 10.000 Menschen aus mehr als 160 Ländern treffen sich dort an vier Tagen, um über Zahlungsverkehr, Wertpapierabwicklung, künstliche Intelligenz, Regulierung und digitale Assets zu sprechen.
Und jetzt mal Tacheles: Die Kryptobranche ist dort inzwischen eine Schlüsselbranche, bei der alte Finanzriesen wie Citi, JPMorgan und Co. wissen wollen, wie sie Blockchain am besten in ihre Welt bringen.
Am ersten Tag der Sibos sprechen Martin Hargreaves, Leiter der Produktentwicklung, und Lenna Russ, Leiterin des kommerziellen Bereichs bei Quant. Einen Tag später gibt es eine Session von Hedera. Auch Ripple hat sich dort unter „Ripple Treasury“ einen Stand gebucht.
In den letzten Jahren wurden auf der Sibos immer wieder spannende Neuigkeiten enthüllt. Wer weiß also, was diesmal vorgestellt wird.
Ach ja, und auch kurstechnisch lohnt sich Ende September ein Blick auf die jeweiligen Coins. Rund um solche großen Events bekommen die immer ein bisschen Aufmerksamkeit ;)

Fazit
Krypto im September 2026: Ich hoffe, du weißt jetzt, welche Termine du im Auge behalten solltest. Ob eines dieser Events Bitcoin oder die Altcoins bewegt? Das finden wir gemeinsam heraus.
Hat dir ein Highlight gefehlt? Dann schreib es gerne in die Kommentare!
Auf X halte ich euch dazu jede Woche auf dem Laufenden. Folgt mir gerne, wenn ihr möchtet.
Natürlich war das noch längst nicht alles, was Krypto zu bieten hat. Wer weiß, was der September noch für uns bereithält.
Bleibt wie ich von Krypto fasziniert und habt einen guten Start in den September! :)






