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Krypto-Steuern in der DACH-Region: Welches Land ist besser für dein Portfolio?

Wer in der DACH Region in Bitcoin, XRP oder andere Kryptowährungen investiert, schaut oft zuerst auf den Kurs. Mindestens genauso wichtig ist aber die Frage: Wa...

Steuern
von Dr. Stephanie Morgenroth
9 Min.
Krypto-Steuern in der DACH-Region: Welches Land ist besser für dein Portfolio?

Wer in der DACH Region in Bitcoin, XRP oder andere Kryptowährungen investiert, schaut oft zuerst auf den Kurs. Mindestens genauso wichtig ist aber die Frage: Was bleibt nach Steuern übrig?

Deutschland, Österreich und die Schweiz behandeln Krypto Gewinne sehr unterschiedlich. Daher machen wir jetzt ein Krypto Steuer Länderduell. Wer gewinnt am Ende bei welchem Anlegertyp?

DISCLAIMER: Keine Steuerberatung ❗Angaben ohne Gewähr ‼️

Runde 1: Wer gewinnt beim schnellen Verkauf?

Stellen wir uns vor, du machst mit Krypto 10.000 € Gewinn und verkaufst nach 8 Monaten.

In Deutschland schaut man bei so einem Gewinn auf deinen persönlichen Steuersatz. Der kann zwischen 0 und 45 % liegen. Für unser Beispiel rechnen wir mit 42 %. Weil du innerhalb eines Jahres verkaufst, musst du die 10.000 € Gewinn mit 42 % versteuern. Das sind 4.200 € Steuer.

In Österreich kannst du besser planen. Dort greift grundsätzlich der fixe Sondersteuersatz von 27,5 %. Bei 10.000 € Gewinn sind das 2.750 € Steuer.

Die Schweiz hat eine Besonderheit: Wenn du dort als Privatperson Krypto hältst und mit Gewinn verkaufst, ist dieser Kursgewinn grundsätzlich steuerfrei. Aber: Wenn die 10.000 € Gewinn am Jahresende noch da sind, zählen sie zu deinem Vermögen dazu.

Sagen wir, du hast vorher schon 40.000 € in Aktien, ETFs, Bankguthaben oder anderen Vermögenswerten liegen. Mit den 10.000 € Krypto Gewinn hättest du am Jahresende ein Vermögen von 50.000 €. Je nach Kanton können darauf eine Vermögenssteuer von grob 50 bis 500 € pro Jahr fällig werden.

Selbst mit dieser Vermögenssteuer bleibt die Schweiz in unserem Beispiel vorne. Gegenüber Deutschland liegt der Vorteil nach grober Vermögenssteuer immer noch bei etwa 3.700 bis 4.150 €. Gegenüber Österreich bleibt ein Vorteil von etwa 2.250 bis 2.700 €.

Die Schweiz gewinnt diese Runde. Private Kursgewinne bleiben steuerfrei, solange du als privater Anleger giltst und nicht als gewerbsmäßiger Händler eingestuft wirst.

Runde 2: Wer gewinnt beim langfristigen Halten?

Jetzt ändern wir das Beispiel. Du bist geduldig und hast Kryptowährungen gekauft, von denen du überzeugt bist, dass sie über einen längeren Anlagehorizont im Wert steigen. Und ja, genau so kommt es.

Du verkaufst einen Teil deiner Bestände mit 10.000 € Gewinn, diesmal aber erst nach mehr als einem Jahr.

In Deutschland wird aus dem teuersten Fall plötzlich dein Vorteil. Nach einem Jahr Haltefrist können private Krypto Gewinne steuerfrei verkauft werden. Aus 4.200 € Steuer werden 0 €.

Österreich? Dem Land ist deine Ausdauer egal.

Ob du zwei Monate oder fünf Jahre hältst, der Gewinn wird grundsätzlich mit 27,5 % besteuert. Bei 10.000 € Gewinn sind das weiterhin 2.750 € Steuer.

Die Schweiz bleibt ebenfalls stark, weil private Kursgewinne grundsätzlich steuerfrei sind. Aber auch hier gilt: Was am Jahresende noch in deinem Vermögen steckt, kann je nach Kanton in die Vermögenssteuer fallen.

Runde 3: Wer gewinnt beim aktiven Trading?

Du hältst nichts von Sparplänen, sondern jagst gerne aktuellen Narrativen hinterher. Mal ist es ein KI Coin wie Near, dann ein neuer Memecoin auf Base oder ein DeFi Coin wie Hyperliquid.

Dann hast du es mit aktivem Trading in Deutschland, naja, nicht ganz so leicht.

Denn dort ist nicht nur der Verkauf von Krypto gegen Euro steuerpflichtig. Auch ein Tausch von Krypto zu Krypto kann steuerlich relevant sein, zum Beispiel Bitcoin zu XRP. Völlig egal, welches Asset A du in Asset B tauschst.

Und genau dann kann es unangenehm werden. Du hast heute steuerlich einen Gewinn realisiert, investierst am nächsten Tag weiter, eine Woche später fällt der Markt um 20 %, und trotzdem steht die Steuerlast im Raum. Auch dann, wenn du gar kein Geld auf dein Bankkonto ausgezahlt hast.

In Österreich? Auch hier wieder gemütlicher.

Du kannst deine Bitcoin in XRP umschichten, und der Tausch ist zunächst steuerneutral. Die Steuer kommt erst beim Verkauf gegen Euro oder eine andere gesetzliche Währung, dann wieder pauschal.

Die Schweiz ist für dich als aktiver Trader ebenfalls attraktiv.

Nur hier gilt Vorsicht: Handelst du sehr häufig, mit hohem Volumen, nutzt Fremdkapital oder tradest sehr systematisch, kannst du als gewerbsmäßiger Händler gelten. Dann kippt der Vorteil. Das schätzt am Ende die Steuerbehörde in der Gesamtbetrachtung ein.

Runde 4: Wer gewinnt beim Umschichten im Portfolio?

Sagen wir, es ist Bärenmarkt und du möchtest in deinem Portfolio riskantere Assets abbauen und in Bitcoin oder teilweise in sicherere Häfen wie Stablecoins oder Cash umschichten.

In Deutschland würde wieder jeder Coin Tausch eine Steuerfrage auslösen. Beispiel: Du hast Bitcoin für 20.000 € gekauft, der Wert liegt inzwischen bei 30.000 €, und du tauschst deine Bitcoin in XRP. Dann hast du steuerlich 10.000 € Gewinn realisiert, auch wenn kein einziger Euro auf deinem Bankkonto angekommen ist.

Zusätzlich gilt bei der Gewinnermittlung FIFO, also First In, First Out. Die zuerst gekauften Coins gelten steuerlich als zuerst verkauft. Das kann für Langzeit Holder hilfreich sein, beim aktiven Umschichten "on the fly" überlegst du dir aber dreimal, ob und wie oft du dein Portfolio umbaust.

Österreich arbeitet seit 2023 mit dem gleitenden Durchschnittspreis. Die Anschaffungskosten werden pro Kryptowährung und pro Wallet gemittelt.

Beispiel: Du kaufst 1 Bitcoin für 30.000 € und später noch 1 Bitcoin für 50.000 €, liegt dein durchschnittlicher Anschaffungspreis bei 40.000 € pro Bitcoin.

Verkaufst du später 1 Bitcoin für 60.000 €, rechnet Österreich mit dem Durchschnitt: 60.000 € - 40.000 € = 20.000 € Gewinn.

Dieser Gewinn wird grundsätzlich mit 27,5 % besteuert. Krypto zu Krypto bleibt dagegen steuerneutral.

In der Schweiz ist die Gewinnermittlung für private Kursgewinne, wie du bereits kennengelernt hast, weniger entscheidend. Es gibt deshalb für private Anleger auch keine feste Methodenvorgabe wie FIFO.

3 Anlegertypen
Wo zahlt man am wenigsten Krypto-Steuern: Deutschland, Österreich oder Schweiz? Das hängt vom Anlegertyp ab

Runde 5: Wer hat den besten Steuer Puffer bei kleinen Gewinnen und Verlusten?

Nicht jeder von uns realisiert in Krypto sofort fünfstellige Gewinne. Oft verkaufen wir kleinere Positionen oder nehmen Verluste mit, weil uns ein Coin nicht mehr überzeugt.

Deutschland hat bei kleinen Gewinnen einen Vorteil, denn Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben bis zu 1.000 € pro Jahr steuerfrei.

Machst du dagegen mit einem Coin Verlust, hilft dir das steuerlich vor allem dann, wenn du auch Gewinne aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften hast, zum Beispiel aus Krypto Verkäufen innerhalb der Jahresfrist. Mit Aktiengewinnen, Dividenden oder deinem Gehalt kannst du diesen Verlust nicht so einfach verrechnen.

Machst du mit Ethereum 2.000 € Verlust und mit Bitcoin 3.000 € Gewinn, beide innerhalb der Jahresfrist, kannst du das miteinander verrechnen - es bleiben 1.000 € Gewinn übrig.

Österreich ist hier flexibler: Krypto Verluste können mit bestimmten Kapitaleinkünften verrechnet werden.

In der Schweiz spielt die Verlustverrechnung kaum eine Rolle. Private Gewinne sind steuerfrei, dann bringen private Verluste steuerlich meist auch keinen großen Vorteil.

Runde 6: Wer gewinnt beim Staking?

Gerade große Altcoins wie Solana, Cardano, Hedera oder Avalanche lassen sich staken. Sagen wir, du machst 600 € an Staking Erträgen im Jahr.

In Deutschland können diese Rewards schon im Moment des Zuflusses steuerpflichtig sein, sobald sie die Freigrenze von 256 € übersteigen. Bei 600 € Rewards und einem persönlichen Steuersatz von 30 % wären das rund 180 € Steuer im Jahr.

Besonders bitter: Versteuert wird der Kurs bei Erhalt. Verlieren die Coins danach an Wert, bleibst du trotzdem auf der Steuer sitzen (auch wenn du nichts verkauft hast). Wenn die Ausschüttung jeden Tag auf dein Wallet läuft, wird das ohne vernünftiges Steuertool schnell lästig.

Österreich ist beim echten Staking oft freundlicher. Hier zahlst du erst beim späteren Verkauf der Rewards 27,5 %. Reines Lending wird dagegen sofort besteuert.

Die Schweiz ist hier eher neutral: Deine 600 € Rewards versteuerst du beim Erhalt als Einkommen.

Wenn diese Coins am 31. Dezember noch in deinem Wallet liegen und dann 700 € wert sind, zählen diese 700 € zusätzlich zu deinem Vermögen. Sind sie nur noch 400 € wert, zählen auch nur diese 400 € zum Vermögen.

Steigen die Rewards später weiter im Wert und du verkaufst sie als privater Anleger, kann der zusätzliche Kursgewinn steuerfrei bleiben.

Runde 7: Wer gewinnt bei großen Krypto Beständen?

Hier wiederholen wir: Anders als Deutschland oder Österreich erhebt die Schweiz eine jährliche Vermögenssteuer.

Machst du z.B. 10.000 € Gewinn durch einen smoothen XRP Trade, kommt dieser Gewinn zu deinem anderen Vermögen dazu, sofern das Geld am Jahresende noch da ist.

Bei 50.000 € Vermögen können je nach Kanton grob 50 bis 500 € pro Jahr anfallen, auch wenn du gar nichts verkaufst. Viele Kantone gewähren aber Freibeträge, kleinere Bestände bleiben deshalb oft steuerfrei. Bei 500.000 € oder 1 Million € wird dieser Punkt deutlich wichtiger.

Fazit: Welches Land passt zu welchem Anleger?

Deutschland passt besonders gut zu Langzeit Holdern. Für aktive Trader ist Deutschland dagegen oft aufwendig, weil jeder Tausch steuerlich relevant sein kann.

Österreich passt gut zu aktiven Anlegern, Portfolio Umbauern und Staking Nutzern. 27,5 % sind nicht steuerfrei, aber planbar. Der große Vorteil ist der steuerneutrale Krypto zu Krypto Tausch.

Die Schweiz passt besonders gut zu privaten Anlegern mit hohen Kursgewinnen. Der Verkauf kann steuerfrei sein, solange du nicht als gewerbsmäßiger Händler giltst. Dafür musst du die jährliche Vermögenssteuer auf den Bestand einplanen.

Das beste Land gibt es also nicht für alle. Und nur wegen der Steuern in dein persönlich bestes Land auszuwandern, sollte nicht dein einziges Kriterium für diese Entscheidung sein. In der Schweiz musst du die hohen Lebenshaltungskosten berücksichtigen und den Aufwand gegenrechnen, wenn du wirklich alles verlagerst.

Wie groß dein möglicher Vorteil wäre, zeigt dir der Länder-Rechner auf der MissCrypto Webseite: Stell deinen Anleger Typ ein und sieh sofort, wo du steuerlich am besten aufgehoben bist.

Länderrechner
https://misscrypto.de/steuer-rechner/laendervergleich
Bitvavo Review

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth

Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 105.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

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