Drei Kurs-Szenarien bis 2030, 2035 und 2040
Kein Mensch kennt die Zukunft. Statt einer Zahl zeigen wir eine Spanne: ein bärisches, ein moderates und ein bullisches Szenario. Durchgezogen bis 2030, danach als gestrichelter Langfrist-Ausblick mit höherer Unsicherheit. Tipp deine Einschätzung auf einer Karte an, dann wird ihr Verlauf im Chart hervorgehoben. Wie wir auf die Zahlen kommen, steht direkt unter den Karten.
Wie wir diese Prognose herleiten
Kursziele ohne Begründung sind wertlos. Deshalb zeigen wir dir die Rechnung dahinter, damit du sie selbst nachvollziehen und mit eigenen Annahmen durchspielen kannst. Die Grundformel ist simpel:
Wir schätzen also nicht direkt einen Kurs, sondern überlegen pro Szenario, welche Marktkapitalisierung realistisch ist (wie viel Kapital steckt insgesamt in XLM), und teilen sie durch die Umlaufmenge (wie viele XLM es dann gibt). Zwei Anker sind dabei wichtig:
Warum genau diese Zahlen? Adoption trifft Tokenomics
Eine reine Market-Cap-Rechnung ist zu grob. Ob die Zahlen tragen, hängt an zwei Seiten: Wie stark wächst die Nachfrage (Adoption), und wie entwickelt sich das handelbare Angebot (Tokenomics)? Wir gehen beide der Reihe nach durch, ehrlich, auch wo es gegen XLM spricht.
Bleibt Stellar überhaupt bestehen?
Stellar läuft seit 2014 ohne Unterbrechung und gehört zu den rund 20 größten Kryptowährungen. Anders als die meisten Coins hat es echte, messbare Nutzung: MoneyGram wickelt Milliarden ab, bei der Tokenisierung realer Werte liegt Stellar auf Platz 4 aller Chains, betreut von einer Non-Profit-Stiftung mit langem Atem. Ein Totalausfall ist damit unwahrscheinlich. Das stützt vor allem die Untergrenze der Szenarien, XLM verschwindet nicht einfach.
Unsere Einordnung dazu: Langfristig steigen aus unserer Sicht die Netzwerke, die im Markt bleiben und echten Nutzen schaffen. Genau da ist Stellar auf einem guten Weg. Der Kryptomarkt ist heute mit tausenden Coins aufgebläht, das Kapital verteilt sich auf viel zu viele Projekte. Wir gehen davon aus, dass ein Großteil davon in den kommenden Jahren durch Regulierung verschwindet. Wenn das passiert, ist Krypto als eigene Anlageklasse endgültig angekommen, und das Kapital konzentriert sich auf die wenigen Netzwerke, die dann noch übrig sind. Von dieser Bereinigung würden die Überlebenden mit echter Nutzung profitieren, und dazu zählen wir Stellar.
Die Nachfrageseite: Adoption
Woher käme die Nachfrage nach XLM? Nicht aus dem Nichts, sondern direkt aus der Nutzung des Netzwerks, über drei konkrete Kanäle:
- Konten-Reserven: Jedes aktive Konto muss dauerhaft mindestens 1 XLM halten. Aktuell gibt es rund 9,9 Millionen Konten. Wächst Stellar über Broker-Apps und Wallets weiter, bindet jedes neue Konto zusätzliches XLM.
- Transaktionsgebühren: Jede Transaktion zahlt eine Gebühr in XLM. Das Zahlungsvolumen lag zuletzt bei rund 5,5 Mrd. USD pro Quartal, plus etwa 72 Prozent im Jahr.
- RWA-Abwicklung: Als Settlement-Schicht für tokenisierte Werte (rund 3 Mrd. USD, Platz 4) läuft jede dieser Transaktionen über XLM-Konten mit Reserve und Gebühr.
Wächst all das, wächst die strukturelle Grundnachfrage nach XLM, unabhängig vom kurzfristigen Hype. Das ist die Demand-Seite der höheren Szenarien.
Die Angebotsseite: Tokenomics
Beim Angebot ist Stellar zweischneidig, und das gehört ehrlich dazu. Positiv: Die Gesamtmenge ist seit dem Burn 2019 fest bei 50 Mrd. gedeckelt, keine Inflation. Danach ziehen zwei Kräfte gegeneinander:
- Verwässerung (Gegenwind): Die Stiftung gibt XLM aus ihrem Anteil frei, der Umlauf wächst von 34 auf grob 48 Mrd. bis 2040. Mehr Coins drücken den Kurs bei gleicher Marktkapitalisierung.
- Float-Schwund (Rückenwind): Was in Cold Storage, ETPs und Konten-Reserven liegt, ist nicht handelbar, dazu Coins, die für immer verloren sind (verlorene Schlüssel, Todesfälle, Fehlversände). Der effektive Float ist deutlich kleiner als der Umlauf und schrumpft über die Jahre weiter, das erzeugt einen Supply Squeeze.
Trifft wachsende Nachfrage auf einen schrumpfenden handelbaren Float, hebelt das den Preis überproportional. Genau dieses Zusammenspiel, nicht die Market-Cap allein, trägt die moderaten und bullischen Pfade.
Kann XLM wirklich so weit steigen?
Die Ziele wirken hoch, gerade der bullische Pfad. Zwei Dinge machen sie greifbarer. Erstens die eigene Geschichte: XLM hat in einem einzigen Zyklus schon einmal rund das 200-Fache gemacht, von etwa 0,003 auf sein Allzeithoch von 0,73 Euro (2018). Bei einem kleinen, schwankungsreichen Coin sind solche Bewegungen über einen Zeitraum von 15 Jahren kein Ausreißer, sondern Teil des Musters.
Zweitens der Float: Ein bullischer Kurs entspricht rechnerisch einer sehr großen Marktkapitalisierung. Aber diese Zahl überschätzt das real nötige Kapital. Ein wachsender Teil der Coins ist verloren (verlorene Schlüssel, Todesfälle, Fehlversände) oder dauerhaft gebunden (Cold Storage, ETPs, Konten-Reserven). Der tatsächlich handelbare Float ist viel dünner als die reportete Umlaufmenge, deshalb bewegt schon vergleichsweise wenig Nachfrage den Kurs stark.
Der Wildcard: Was noch auf Stellar entstehen kann
Das eigentlich Spannende an einer Blockchain: Das Protokoll kann alles wert sein, es kommt darauf an, was darauf läuft. Über die Smart-Contract-Plattform Soroban kann auf Stellar Nutzung entstehen, die es heute noch gar nicht gibt: Lending, komplexere DeFi, neue Tokenisierungs-Modelle. Vor wenigen Jahren gab es auf Stellar noch keine Smart Contracts, heute schon. Jede neue Anwendung würde zusätzliches XLM binden und neue Nachfrage schaffen.
Steffi erklärt: Wie entstehen Krypto-Preise?
Die Grundlage in einem Video: Angebot und Nachfrage, Liquidität, ETF-Inflows und Adoption-Effekte, und warum reine Punkt-Prognosen so oft danebenliegen.
Was wäre dein XLM-Investment wert?
Gib deinen Betrag ein und wähle einen Zeithorizont. Der Rechner nimmt an, dass du die heute gekaufte XLM-Menge hältst, und zeigt den Wert in allen drei Szenarien.
Modellrechnung auf Basis der drei Szenario-Kursziele, keine Renditegarantie. Annahme: gleiche XLM-Menge über die Zeit gehalten. XLM ist hochvolatil, ein Totalverlust ist möglich.
Was den Kurs treiben kann
Diese Hebel sprechen für die höheren Szenarien. Wichtig bleibt bei jedem die Frage: Kommt der Nutzen wirklich beim Coin XLM an, oder läuft er über Stablecoins am Coin vorbei?
Stellar gehört mit rund 3 Mrd USD tokenisierten Werten zu den führenden Chains (Platz 4, vor Avalanche und Polygon). Wenn echte Vermögenswerte wie Fonds und Anleihen zunehmend auf Stellar abgebildet werden, wird die Chain zur Abwicklungsschicht dafür, und jede Transaktion braucht XLM-Konten.
MoneyGram wickelt über Stellar Auszahlungen an rund 60 Mio Kunden ab, das Zahlungsvolumen wuchs zuletzt um etwa 72 Prozent im Jahr. Jeder neue Korridor und jeder Partner erhöht die Netzwerk-Aktivität und damit die strukturelle XLM-Nachfrage über Gebühren und Reserven.
Seit 2024 hat Stellar mit Soroban eine Smart-Contract-Plattform. Wächst darauf ein DeFi-Ökosystem, werden mehr XLM in Pools, Reserven und Trustlines gebunden und dem freien Umlauf entzogen. Ein bisher kleiner, aber möglicher Hebel.
Seit dem Burn 2019 ist die Gesamtmenge bei 50 Mrd XLM gedeckelt, keine Inflation mehr. Entscheidend ist aber der handelbare Float: Was in Cold Storage, ETPs und Konten-Reserven liegt, steht dem Markt nicht zur Verfügung. Je mehr davon langfristig gebunden ist, desto stärker hebt neue Nachfrage den Kurs (Supply Squeeze).
Risiken und Gegenargumente
Ehrliche Prognose heißt, die Gegenseite genauso ernst zu nehmen. Diese Punkte begrenzen das Potenzial oder sprechen für das bärische Szenario.
Das strukturelle Kernrisiko: Ein Großteil der Zahlungen läuft über USDC und MGUSD, die kein XLM benötigen. Das Netzwerk kann boomen, ohne dass die XLM-Nachfrage im gleichen Maß steigt. Genau das begrenzt das Aufwärtspotenzial in allen Szenarien.
Die SDF hält einen erheblichen Teil aller XLM und gibt sie nach und nach frei. Das erhöht den Umlauf (Verwässerung) und erzeugt möglichen Verkaufsdruck. Ein einzelner, zentraler Akteur mit so viel Einfluss ist ein Risiko, das man kennen muss.
Im Zahlungsverkehr ist XRP der direkte Rivale, im Stablecoin-Geschäft dominieren Tron und Ethereum, bei der Tokenisierung führt Ethereum. Stellar behauptet sich in Nischen, agiert aber in stark umkämpften Märkten.
XLM ist ein schwankungsreicher Coin und hängt stark am Krypto-Gesamtmarkt. In einer breiten Baisse fällt XLM mit, unabhängig von den eigenen Fundamentaldaten. Kurzfristig kann der Kurs deutlich unter den hier gezeigten Pfaden liegen.
Wird XLM steigen? Unser ehrliches Fazit
Stellar hat, anders als viele Coins, einen echten und wachsenden Markt: Zahlungen, Stablecoins und vor allem die Tokenisierung realer Werte, wo Stellar zu den führenden Chains gehört. Das ist die Basis für die moderaten und bullischen Szenarien. Die große Unbekannte bleibt, ob dieser Netzwerk-Erfolg beim Coin ankommt oder über Stablecoins an XLM vorbeiläuft.
Willst du die Grundlagen vertiefen? Dann lies Was ist Stellar? oder den Markt hinter XLM. Bereit für den ersten Schritt? Der Kauf-Guide zeigt Börsen, Gebühren und die sichere Verwahrung. Für den langfristigen Aufbau hilft der Sparplan-Rechner.
Wie entsteht diese XLM-Prognose?
▾Was ist der aktuelle Kurs und die Marktkapitalisierung von XLM?
▾Kann XLM wieder sein Allzeithoch von 0,73 Euro erreichen?
▾Was müsste passieren, damit XLM stark steigt?
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▾Woran orientieren sich eure XLM-Kursziele?
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Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 105.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.
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