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Stellar LogoWas ist Stellar (XLM)? Der Leitfaden für Einsteiger

Stellar ist ein offenes Zahlungsnetzwerk, das echtes Geld in Sekunden um die Welt bewegt. Dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, welches Problem Stellar löst, was der Coin XLM wirklich tut, wer dahintersteckt und den ehrlichen Haken, den die meisten verschweigen.

Aktuell 0,1666 €Seit 2014~5 Sek pro ZahlungGebühr unter 1 CentNon-Profit-Stiftung
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Stellar kurz erklärt

Stellar ist ein offenes Zahlungsnetzwerk, das echte Währungen wie Euro, Dollar oder philippinische Peso in etwa fünf Sekunden um die Welt bewegt, für den Bruchteil eines Cents. Der Coin des Netzwerks heißt XLM (kurz für "Lumens"). Anders als Bitcoin, das digitales Bargeld sein will, oder Ethereum, das ein Weltcomputer sein will, hat Stellar bewusst nur eine Aufgabe: Geld schnell und günstig zwischen Menschen und Instituten bewegen.

Gegründet 2014 von Jed McCaleb, betreut von der Non-Profit-Stiftung SDF, steht Stellar heute auf Rang 17 der größten Kryptowährungen. Der größte reale Anwendungsfall: Überweisungen über den Zahlungsdienst MoneyGram und tokenisierte Geldmarktfonds von Franklin Templeton.

In einem SatzStellar ist wie E-Mail für Geld: Jeder kann sich anschließen, das Geld ist in Sekunden da, und niemandem gehört das System.

Stellar einfach erklärt, Steffi im Video

Das Problem, das Stellar löst

Fang nicht bei der Technik an, sondern bei einem Problem, das Millionen Menschen jeden Monat haben. Stell dir vor, deine Cousine arbeitet in Deutschland und schickt jeden Monat 200 Euro zu ihrer Familie auf die Philippinen. Über einen klassischen Anbieter dauert das oft zwei bis drei Tage und kostet 15 bis 20 Euro Gebühren.

Rechnung ohne StellarVon 200 Euro kommen vielleicht 182 Euro an, und die Familie wartet Tage darauf. Bei einem weltweiten Überweisungsmarkt von rund 879 Mrd. USD pro Jahr gehen so enorme Summen allein für Gebühren verloren.

Das Grundproblem: Das klassische Finanzsystem hat kein gemeinsames Netz für Zahlungen über Grenzen. Jede Bank muss mit jeder anderen Bank Verträge und Konten unterhalten, das Geld hüpft über mehrere Zwischenstationen, und jede kassiert mit. Genau diese Lücke will Stellar schließen, indem es allen Beteiligten ein gemeinsames, offenes Netz gibt.

Wie Stellar funktioniert

Die beste Analogie ist E-Mail. Es ist egal, ob du Gmail nutzt und dein Freund Outlook, die Nachricht kommt in Sekunden an, und niemandem gehört das E-Mail-System. Stellar will das für Geld sein. Eine Bank in Manila und eine Fintech in Berlin können sich über Stellar verbinden, ohne vorher einen Vertrag miteinander abzuschließen.

Die Rolle der "Anchors"

Der Schlüssel sind sogenannte Anchors. Das sind Banken, Fintechs oder Zahlungsdienstleister, die echtes Geld entgegennehmen und dafür einen digitalen Gutschein auf Stellar ausgeben, zum Beispiel einen tokenisierten Dollar oder Euro. Diese Gutscheine wandern in Sekunden durch das Netz. Am Ziel löst ein anderer Anchor den Gutschein wieder in echtes Geld auf.

1. Einzahlen

Du gibst 200 Euro bei einem Anchor ab. Er schreibt dir einen digitalen Euro-Gutschein auf Stellar gut.

2. Senden

Der Gutschein wandert in etwa fünf Sekunden durchs Netz an die Wallet des Empfängers, für Bruchteile eines Cents.

3. Auszahlen

Ein Anchor am Zielort löst den Gutschein wieder in echtes lokales Geld auf, hier in Peso.

Kein Mining, kein Stromfresser

Stellar nutzt keinen energiehungrigen Mining-Wettlauf wie Bitcoin. Stattdessen einigen sich ausgewählte, vertrauenswürdige Server im sogenannten Stellar Consensus Protocol (SCP) in Sekunden darauf, welche Transaktionen gültig sind. Wie sparsam das ist, macht eine Zahl greifbar: Der gesamte Stromverbrauch des Netzwerks entspricht laut Stellar-Stiftung etwa dem CO2-Ausstoß von rund 34 US-Haushalten pro Jahr. Der Preis dafür: Stellar ist weniger dezentral als Bitcoin, ein Punkt, den Kritiker zu Recht anmerken.

Das Stellar Consensus Protocol, Steffi im Video

Seit 2024 auch Smart Contracts (Soroban)

Lange war Stellar ein reines Zahlungsnetz. Seit Februar 2024 gibt es mit Soroban eine eigene Smart-Contract-Plattform. Vereinfacht sind das kleine Programme, die direkt auf der Blockchain laufen und Regeln automatisch ausführen, ganz ähnlich wie bei Ethereum. Damit kann Stellar heute auch DeFi-Anwendungen und die Tokenisierung realer Werte abbilden, etwa die Geldmarktfonds von Franklin Templeton.

Wichtig für die Einordnung: Der Kern und die eigentliche Stärke von Stellar bleiben der schnelle, günstige Zahlungsverkehr. Soroban ist ein Ausbau, kein Kurswechsel, und tritt zudem gegen den etablierten Platzhirsch Ethereum an, wo es schon ein riesiges Ökosystem gibt.

Was macht der Coin XLM eigentlich?

Hier lohnt sich genaues Hinschauen, denn viele glauben, XLM sei einfach "die Währung, die man verschickt". Das stimmt so nicht. Meistens verschickt man auf Stellar tokenisierte Euro oder Dollar, nicht XLM. Der Coin XLM hat drei sehr konkrete, technische Aufgaben:

Die drei Jobs von XLM

  • Transaktionsgebühr: Jede Transaktion kostet eine winzige Gebühr in XLM (0,00001 XLM). Das ist ein Schutz gegen Spam, denn ein Angreifer könnte das Netz sonst mit Millionen Transaktionen fluten.
  • Mindestguthaben: Jede Wallet muss ein kleines Mindestguthaben in XLM halten (aktuell 1 XLM), um aktiv zu sein. Auch das hält Spam-Konten fern.
  • Brücken-Liquidität: Gibt es zwischen zwei Währungen keinen direkten Markt, etwa von norwegischen Kronen zu philippinischen Peso, kann XLM als Zwischenschritt dienen. Das ist der eigentliche Werthebel für den Coin.

Merke dir vor allem den dritten Punkt. Solange die Leute nur tokenisierte Dollar hin und her schicken, wird kaum XLM gebraucht. Erst wenn XLM zur zentralen Brücke zwischen vielen Währungen wird, entsteht echte, wachsende Nachfrage. Genau daran hängt die spannendste Frage für Anleger, die wir uns jetzt ehrlich anschauen.

Der ehrliche Haken: Verdient XLM am Erfolg mit?

Die entscheidende Frage lautet nicht "Ist das Stellar-Netzwerk erfolgreich?", sondern "Profitiert der Coin XLM, wenn das Netzwerk erfolgreich ist?". Das sind zwei verschiedene Dinge, und genau hier trennt sich oberflächliches Marketing von echter Analyse.

Beispiel MoneyGram: Der Zahlungsriese wickelt über Stellar Milliarden ab und erreicht dabei rund 60 Mio. Kunden, ~500.000 Standorte. Klingt nach einem riesigen XLM-Treiber, oder? Der Haken: MoneyGram nutzt dafür überwiegend den Stablecoin USDC und seinen eigenen Stablecoin MGUSD, nicht XLM. Das Netzwerk brummt also, ohne dass die XLM-Nachfrage im gleichen Maß steigt.

Fairerweise gehört die andere Seite dazu: Wert auf einer Blockchain entsteht nicht nur über eine Brückenwährung, sondern auch über die Tokenisierung realer Werte (kurz RWA). Hier ist Stellar keine Randnotiz, sondern gehört zu den führenden Chains, gemessen am tokenisierten Wert sogar vor größeren Namen wie Avalanche oder Polygon. Wenn echte Vermögenswerte wie Geldmarktfonds oder Anleihen zunehmend auf Stellar abgebildet werden, wird die Chain zur Abwicklungsschicht dafür, und jede dieser Transaktionen läuft weiter über Stellar-Konten, die XLM brauchen. Der Zusammenhang zum Coin-Preis ist indirekter als bei einer reinen Brückenwährung, aber er ist real und ein echtes zweites Standbein.

Wenn die Wette aufgeht

Wird XLM zur zentralen Brückenwährung oder Stellar zur wichtigen Abwicklungsschicht für tokenisierte Werte, steigt die Nachfrage mit jedem neuen Korridor und jedem neuen Asset. Dann koppelt sich der Coin-Wert an das Netzwerk-Wachstum.

Wenn nicht

Lösen Stablecoins die Zahlungen direkt untereinander, bleibt XLM nur die Rolle als Mini-Gebühr und Spam-Schutz. Dann kann das Netzwerk wachsen, während der Coin kaum profitiert.

Was das für dich heißtXLM ist eine asymmetrische Wette: großes Potenzial nach oben, aber die Kopplung zwischen Netzwerk-Erfolg und Coin-Preis ist nicht garantiert. Wer das versteht, trifft eine bewusste Entscheidung, statt einem "Stellar wird von MoneyGram genutzt, also steigt XLM"-Kurzschluss aufzusitzen.

Wer steckt hinter Stellar?

Stellar wurde 2014 von Jed McCaleb & Joyce Kim gegründet. McCaleb ist eine der bekanntesten und umstrittensten Figuren der Krypto-Geschichte: Er war Mitgründer von Ripple (dem Projekt hinter XRP) und hatte davor die berüchtigte Bitcoin-Börse Mt. Gox aufgebaut, die später spektakulär zusammenbrach. Nach Meinungsverschiedenheiten bei Ripple startete er mit Stellar ein eigenes Projekt mit anderem Fokus.

Betreut wird das Netzwerk heute von der Stellar Development Foundation (SDF), einer Non-Profit-Stiftung. Das ist ein bewusster Unterschied zu vielen anderen Projekten: Hinter Stellar steht kein gewinnorientiertes Unternehmen, sondern eine Stiftung mit dem erklärten Ziel, finanziellen Zugang für Menschen ohne Bankkonto zu schaffen. Die Kehrseite: Die Stiftung hält einen großen Teil aller XLM, was ihr viel Einfluss gibt.

Der häufigste Irrtum: Kann man XLM staken?

Kurze, klare Antwort: Nein. Stellar nutzt kein Proof-of-Stake, sondern das Stellar Consensus Protocol. Es gibt daher keine nativen Staking-Belohnungen, so wie es sie bei Ethereum oder Cardano gibt. Du kannst XLM nicht ins Netzwerk "einzahlen" und dafür automatisch Zinsen bekommen.

Vorsicht bei Staking-VersprechenWenn dir eine Plattform "Stellar Staking" mit festen Renditen anbietet, ist das immer ein Drittanbieter-Produkt, meist ein Verleih deiner Coins über eine Börse. Die Rendite kommt dann nicht vom Stellar-Netzwerk, sondern von dieser Plattform, und du trägst deren Risiko (Ausfall, Insolvenz, Hack). Kein Netzwerk-Effekt, sondern ein Kredit mit Gegenparteirisiko.

Wie viele XLM gibt es? (Tokenomics)

Es gibt insgesamt 50 Milliarden XLM, und diese Zahl ist fix. Das war nicht immer so: Ursprünglich war eine jährliche Inflation von einem Prozent eingeplant. 2019 hat die Stellar Development Foundation diese Inflation abgeschaltet und in einem viel beachteten Schritt rund 55 Milliarden XLM verbrannt, um die Menge dauerhaft zu deckeln.

50 Mrd.

Gesamtmenge, fix gedeckelt seit dem Burn 2019. Keine Inflation mehr.

~34,2 Mrd.

Im Umlauf, also frei handelbar am Markt.

Rest bei der SDF

Von der Stiftung gehalten für Entwicklung und Ökosystem-Förderung.

Der wichtigste KritikpunktDer große Stiftungsanteil ist die häufigste Kritik an Stellar. Wenn ein einzelner Akteur so viele Coins hält, kann er theoretisch großen Einfluss auf Angebot und Preis nehmen. Die SDF legt ihre Verwendung offen, aber wer in XLM investiert, sollte diesen Faktor kennen.

Wie geht es weiter?

Du kennst jetzt die Grundlagen: Stellar ist ein Zahlungsnetz, XLM sein Coin mit drei Jobs, und die spannendste Frage ist, ob der Coin am Netzwerk-Erfolg mitverdient. Hier geht es weiter, je nachdem, was dich interessiert:

Du willst die Begriffe nachschlagen? Im Krypto-Lexikon erklären wir Grundbegriffe wie Stablecoin und Wallet. Für Live-Kurs, Richlist und alle Stellar-Tools im Überblick geht es zum Stellar Hub. Und wenn du wissen willst, wie sich Stellar vom großen Verwandten unterscheidet: Stellar vs. XRP.

Häufige Fragen zu Stellar und XLM

Was ist Stellar in einfachen Worten?

Was ist der Unterschied zwischen Stellar und XLM?

Wer hat Stellar gegründet?

Kann man XLM staken?

Wofür wird Stellar tatsächlich genutzt?

Profitiert der XLM-Kurs, wenn Stellar erfolgreich ist?

Wie viele XLM gibt es?

Ist Stellar dasselbe wie XRP?

Ist XLM eine gute Investition?

Wo kann ich XLM kaufen?

Dr. Stephanie Morgenroth
Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 105.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

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