Ripple kurz erklärt: die Firma, nicht der Coin
Ripple ist ein Unternehmen mit Sitz in San Francisco, gegründet im September 2012. Es baut Zahlungsinfrastruktur für Banken und Finanzdienstleister, gibt seit Dezember 2024 den Stablecoin RLUSD heraus und verwahrt digitale Vermögenswerte für institutionelle Kunden.
XRP ist eine Kryptowährung und läuft auf dem XRP Ledger, einem offenen Netzwerk. Und hier liegt der Punkt, den fast alle verwechseln: Das Ledger startete im Juni 2012 und war damit vor der Firma da. Ripple ist sein grösster Förderer und hält einen erheblichen Teil aller XRP, aber das Netzwerk gehört dem Unternehmen nicht.
Ripple im Video erklärt
Steffi erklärt den Unterschied zwischen dem Unternehmen Ripple und der Kryptowährung XRP, und warum die beiden ständig verwechselt werden.
Gibt es eine Ripple-Aktie?
Nein. Ripple ist ein privates Unternehmen und nicht börsennotiert. Es gibt kein Wertpapier mit dem Namen Ripple, keine ISIN und kein Kürzel, das man bei einem Broker eingeben könnte. Wer bei seiner Bank nach einer Ripple-Aktie sucht, findet bestenfalls Zertifikate auf den XRP-Kurs, und das ist etwas völlig anderes.
Der einzige halbwegs direkte Weg führt über die japanische SBI Holdings, die nach Presseangaben rund neun Prozent an Ripple hält und selbst in Tokio notiert ist. Ehrlich dazu gehört: Ripple ist nur ein kleiner Teil dieses Konzerns. Wer SBI kauft, kauft überwiegend japanisches Finanzgeschäft und bekommt Ripple als Beimischung.
Die Ripple-Historie von 2012 bis heute
Vierzehn Jahre in fünf Abschnitten. Wer verstehen will, warum Ripple heute so aufgestellt ist, kommt an diesen Stationen nicht vorbei, besonders nicht an der Escrow-Entscheidung von 2017 und am Ausgang des SEC-Verfahrens.
2011 bis 2013: Entstehung
Am Anfang stand nicht das Unternehmen, sondern das Netzwerk. Das ist der Grund, warum Ripple und XRP bis heute zwei verschiedene Dinge sind.
- Anfang 2011Drei Entwickler beginnen
David Schwartz, Jed McCaleb und Arthur Britto arbeiten an einem Zahlungsnetzwerk ohne Mining. Ihr Ausgangspunkt: Bitcoin funktioniert, verbraucht dafür aber enorm viel Energie.
- Juni 2012Der XRP Ledger geht live
Alle 100 Milliarden XRP entstehen in einem Zug beim Start des Netzwerks. Es gibt kein Mining und keine Ausgabe im Zeitverlauf. Das Ledger läuft, bevor es die Firma gibt.
- September 2012Die Firma wird gegründet
Chris Larsen stösst dazu, gemeinsam gründen sie NewCoin. Larsen wird Chef, Schwartz verantwortet die Kryptografie. Im Oktober folgt die Umbenennung in OpenCoin.
- 2012 / 201380 Milliarden XRP gehen an die Firma
Die Gründer übertragen dem Unternehmen 80 der 100 Milliarden XRP. Aus dieser Entscheidung folgt alles, was später über Ripples Bestände und den Escrow diskutiert wird.
- Juni 2013McCaleb geht im Streit
Mitgründer Jed McCaleb verlässt das Unternehmen nach Meinungsverschiedenheiten über die Ausrichtung. Später gründet er Stellar, ein direktes Konkurrenzprojekt.
- 26. September 2013Aus OpenCoin wird Ripple Labs
Die Umbenennung markiert den Wechsel vom Entwicklerprojekt zum Unternehmen. Drei Finanzierungsrunden bringen 2013 zusammen rund 9 Millionen Dollar.
2014 bis 2016: Aufbau und Altlasten
Ripple wächst, arbeitet aber gleichzeitig die Folgen der Gründungsjahre ab: den Streit mit McCaleb und die erste Begegnung mit US-Aufsichtsbehörden.
- 2014Vergleich mit McCaleb
McCaleb gibt seinen Firmenanteil ab und behält 5,3 Milliarden XRP für sich und seine Kinder, gebunden an wöchentliche Verkaufsgrenzen. 2016 wird die Vereinbarung nachgeschärft.
- 5. Mai 2015Erste Strafe einer US-Behörde
FinCEN verhängt 700.000 Dollar wegen Verstössen gegen den Bank Secrecy Act. Es ist der erste Hinweis darauf, dass Regulierung für Ripple zum Dauerthema wird.
- 6. Oktober 2015Rebranding zu Ripple
Aus Ripple Labs wird schlicht Ripple. Im selben Jahr fliessen 32 Millionen Dollar aus der Series A zu.
- 13. Juni 2016BitLicense in New York
Ripple erhält die BitLicense der New Yorker Finanzaufsicht NYDFS. Genau diese Lizenzstrategie wird zehn Jahre später zum Fundament für RLUSD und die Trust-Bank.
- 2016SBI Ripple Asia
Gemeinschaftsunternehmen mit der japanischen SBI Holdings. SBI hält nach Presseangaben bis heute rund neun Prozent an Ripple und ist damit der wichtigste externe Anteilseigner.
2017 bis 2019: Banken und der Escrow
Ripple verkauft sich als Zahlungsinfrastruktur für Banken. Und trifft die Entscheidung, die den Umgang mit den eigenen XRP-Beständen bis heute prägt.
- Dezember 201755 Milliarden XRP wandern in den Escrow
Ripple sperrt 55 Milliarden XRP in 55 Verträge auf dem XRP Ledger, je einer läuft am Ersten eines Monats aus. Ziel ist ein berechenbares Angebot statt unkalkulierbarer Verkäufe.
- 2017 bis 2018Rechtsstreit mit R3
Auseinandersetzung mit dem Bankenkonsortium R3 um eine Option auf 5 Milliarden XRP. Im September 2018 einigen sich beide Seiten.
- März 2018MoneyTap mit 61 japanischen Banken
Gemeinsam mit dem japanischen Bankenkonsortium startet eine App für Echtzeit-Überweisungen. Es ist der erste breite Praxiseinsatz.
- Mai 2018Santander One Pay FX
Die spanische Grossbank bringt Auslandsüberweisungen auf Ripple-Technik. Im selben Jahr folgen Kotak Mahindra, Axis Bank und IndusInd in Indien.
- 17. Juni 2019MoneyGram-Partnerschaft
Ripple investiert 30 Millionen Dollar in MoneyGram, das XRP als Brückenwährung für Devisen nutzt. Die Partnerschaft endet 2021 unter dem Druck der SEC-Klage.
2020 bis 2025: Der SEC-Fall
Fünf Jahre, in denen die Existenzfrage über dem Unternehmen hing. Der Ausgang ist der Grund, warum ab 2025 überhaupt alles andere möglich wurde.
- 22. Dezember 2020Die SEC klagt
Vorwurf: ein unregistriertes Wertpapierangebot über 1,3 Milliarden Dollar. Beklagt sind das Unternehmen sowie Brad Garlinghouse und Chris Larsen persönlich.
- März 202140 Prozent an Tranglo
Beteiligung am asiatischen Zahlungsdienstleister Tranglo. Trotz laufendem Verfahren baut Ripple das Geschäft ausserhalb der USA weiter aus.
- 13. Juli 2023Das Torres-Urteil
Richterin Analisa Torres entscheidet: XRP ist beim Verkauf über Börsen kein Wertpapier, bei Direktverkäufen an institutionelle Investoren dagegen schon. Ein Teilerfolg für beide Seiten.
- August 2024125 Millionen Dollar Strafe
Deutlich weniger als die zwei Milliarden, welche die SEC gefordert hatte. Dazu eine Auflage für künftige Verkäufe.
- 7. August 2025Der Fall endet
Ripple und die SEC ziehen ihre Berufungen zurück. Nach knapp fünf Jahren ist das Verfahren beendet, und Ripple kann ohne diese Last planen.
2024 bis 2026: Bank werden
Mit dem Rechtsstreit im Rücken baut Ripple in zwei Jahren um, wofür Banken Jahrzehnte gebraucht haben. Und zwar überwiegend durch Zukäufe.
- 17. Dezember 2024RLUSD startet
Ripples eigener US-Dollar-Stablecoin geht auf dem XRP Ledger und auf Ethereum live, reguliert durch die NYDFS. Im September 2026 liegt er bei rund 2,43 Milliarden Dollar.
- Dezember 2025Bedingte Zulassung als Trust-Bank
Die US-Aufsicht OCC genehmigt die Ripple National Trust Bank unter Auflagen. Im April 2026 tritt die Endregel in Kraft, die Verwahrung und Stablecoin-Reserven ausdrücklich erlaubt.
- 28. Januar 2026Lending-Amendment im Voting
XLS-66d soll natives Kreditgeschäft auf den XRP Ledger bringen. Ripple unterstützt es, entscheiden müssen aber die Validatoren.
- März 2026Über 75 Lizenzen weltweit
Nach dem Zukauf in Australien gibt Ripple an, über 75 Lizenzen zu halten. Die Zulassungen sind das eigentliche Gut, nicht die Software.
- Sommer 2026MiCA-Zulassung für 30 EWR-Staaten
Ripple darf regulierte Krypto- und Stablecoin-Zahlungen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anbieten. Für den DACH-Raum ist das der bislang konkreteste Schritt.
- August 2026Kreditfonds in RLUSD
Gemeinsam mit Clearpool und Cicada Partners startet ein Fonds, der Betriebsmittelkredite in RLUSD vergibt. Der Stablecoin wird damit vom Zahlungsmittel zur Kreditwährung.
Warum Ripple 2026 plötzlich überall auftaucht
Steffi nimmt sich 25 Minuten Zeit und legt die vier Entwicklungen nebeneinander, die man gemeinsam betrachten muss, um Ripples heutige Position zu verstehen.
Die Einkaufstour: wie Ripple sich eine Bank zusammenkaufte
Das ist die vielleicht wichtigste Entwicklung der letzten Jahre, und sie läuft weitgehend unter dem Radar. Zwischen 2023 und 2026 hat Ripple für rund vier Milliarden Dollar Unternehmen gekauft, und zwar keine zufällige Sammlung: Verwahrung, Clearing, Prime Brokerage, Treasury-Software und Zahlungslizenzen. Zusammengesetzt ergibt das die Bestandteile einer Bank.
Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Schweizer Anbieter mit Kunden wie BNP Paribas, Société Générale Forge und HSBC.
Angekündigt und wenige Wochen später abgeblasen. Ripple blieb lediglich Investor.
New Yorker Trust-Charter, eine von nur neun. Die Technik stammt von Arthur Britto und David Schwartz.
Prime Brokerage, Clearing, Devisen und Derivate. Läuft heute als Ripple Prime.
Zahlungsabwicklung auf Stablecoin-Basis.
Treasury-Software für Unternehmen. Läuft heute als Ripple Treasury.
Wallet- und Verwahr-Infrastruktur.
Automatisierung von Finanzprozessen.
Zahlungslizenz für den australischen Markt.
Womit Ripple Geld verdient
Ripple verkauft keine Software an Privatkunden. Die Kunden sind Banken, Zahlungsdienstleister und zunehmend Vermögensverwalter. Vier Standbeine tragen das Geschäft:
Grenzüberschreitende Zahlungen
Das Ursprungsgeschäft. Ripple gibt an, Zugang zu über 60 Märkten zu bieten und mehr als 100 Milliarden Dollar Zahlungsvolumen abgewickelt zu haben.
RLUSD als Stablecoin
Seit Dezember 2024 live, im September 2026 bei rund 2,43 Milliarden Dollar. Verdient wird an den Erträgen der hinterlegten Reserven.
Verwahrung
Aus Metaco, Standard Custody und Palisade zusammengesetzt. Kunden sind Banken, die digitale Vermögenswerte sicher lagern müssen.
Ripple Prime
Clearing, Devisen, Derivate und Finanzierung für institutionelle Händler. Kam mit der Übernahme von Hidden Road ins Haus.
Dazu kommt eine Einnahmequelle, über die Ripple selbst weniger spricht: der Verkauf eigener XRP. Ein Teil des Geschäftsbetriebs wurde über die Jahre daraus finanziert. Wie das funktioniert und was es für den Kurs bedeutet, steht weiter unten beim Escrow.
Warum Ripple XRP überhaupt braucht
Die Frage, an der sich die Geister scheiden: Welche Rolle spielt XRP im Geschäftsmodell von Ripple wirklich? Steffi ordnet es ein.
Lizenzen und Regulierung
Lizenzen sind bei Ripple kein Beiwerk, sondern das eigentliche Gut. Software lässt sich nachbauen, eine Zulassung nicht. Ripple gibt an, über 75 Lizenzen weltweit zu halten. Drei davon sind für Anleger im DACH-Raum besonders relevant:
Die drei wichtigsten Zulassungen
- NYDFS-BitLicense seit Juni 2016, dazu die Trust-Charter, über die RLUSD herausgegeben wird.
- Bedingte OCC-Zulassung für die Ripple National Trust Bank seit Dezember 2025. Das ist keine Vollbanklizenz mit Einlagengeschäft, sondern deckt Verwahrung und die Verwaltung von Stablecoin-Reserven ab. Seit April 2026 erlaubt die Endregel diese Tätigkeiten ausdrücklich.
- MiCA-Zulassung im Sommer 2026 für regulierte Zahlungen in allen 30 Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums. Damit ist Ripple erstmals flächendeckend in Europa zugelassen.
Was die MiCA-Lizenz verändert
Mit der MiCA-Zulassung darf Ripple Zahlungsdienste im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anbieten. Was das praktisch bedeutet.
Der SEC-Fall und wie er ausging
Knapp fünf Jahre hing die Existenzfrage über dem Unternehmen. Die US-Börsenaufsicht SEC warf Ripple im Dezember 2020 vor, mit dem Verkauf von XRP ein unregistriertes Wertpapierangebot über 1,3 Milliarden Dollar betrieben zu haben. Beklagt waren auch Brad Garlinghouse und Chris Larsen persönlich.
Im Juli 2023 fiel das Urteil, das bis heute zitiert wird: Richterin Analisa Torres entschied, dass XRP beim Verkauf über Börsen kein Wertpapier ist, bei Direktverkäufen an institutionelle Investoren dagegen schon. Beide Seiten konnten sich als Sieger fühlen, beide gingen in Berufung. Im August 2024 wurden 125 Millionen Dollar Strafe verhängt, die SEC hatte zwei Milliarden gefordert.
Am 7. August 2025 zogen beide Seiten ihre Berufungen zurück. Damit ist das Verfahren beendet. Erst danach war der Umbau möglich, der seit Ende 2025 zu beobachten ist.
Ripples XRP-Bestände und der Escrow
Das ist die Frage, an der jede ernsthafte Auseinandersetzung mit XRP hängt, und sie ist kein Geheimnis. Die Gründer übertrugen dem Unternehmen 2012 80 der insgesamt 100 Milliarden XRP. Ripple hält damit bis heute einen Anteil, den es bei Bitcoin oder Ethereum so nicht gibt.
Im Dezember 2017 sperrte Ripple 55 Milliarden XRP in Escrow-Verträge direkt auf dem Ledger. Der Mechanismus ist simpel: 55 Verträge über je eine Milliarde, einer läuft am Ersten jedes Monats aus. Was Ripple nicht verwendet, wird neu gesperrt. Der Zweck war, das Angebot berechenbar zu machen, statt den Markt im Ungewissen zu lassen.
Was die Zahlen für dich bedeuten
Aktuell liegen rund 32,0 Milliarden XRP im Escrow, und im Schnitt gehen etwa 70 Prozent der monatlichen Freigabe wieder zurück in neue Verträge. Es kommt also nicht eine Milliarde XRP pro Monat auf den Markt, sondern eher ein Bruchteil davon.
Drei Dinge, die man dabei auseinanderhalten muss
- Gesperrt ist nicht verkauft. Was aus dem Escrow läuft und zurückgesperrt wird, hat den Markt nie erreicht.
- Freigegeben ist nicht automatisch verkauft. Ein Teil dient Partnerschaften, Liquiditätsbereitstellung und dem Betrieb, nicht dem direkten Verkauf über Börsen.
- Der handelbare Anteil ist kleiner, als die Umlaufmenge vermuten lässt. Neben Ripples Beständen liegen weitere grosse Mengen bei Börsen, Fonds und langfristigen Haltern.
Wer Ripple führt
An der Spitze steht seit Jahren Brad Garlinghouse als Chief Executive Officer. Ihm zur Seite stehen Monica Long als President, Jon Bilich als Chief Financial Officer und Stuart Alderoty als Chief Legal Officer, der das Unternehmen durch das SEC-Verfahren geführt hat. Mitgründer Chris Larsen sitzt im Board.
Der Gründer, den niemand kennt
Arthur Britto ist der dritte Architekt des XRP Ledgers und gleichzeitig der grosse Unbekannte. Er tritt praktisch nicht öffentlich auf, es gibt kaum Fotos, und selbst bei Wikidata existiert kein Eintrag zu ihm. Dass jemand ein Netzwerk dieser Grössenordnung mitentwickelt und dabei seit 2012 anonym bleibt, ist in der Kryptowelt bemerkenswert selten.
Brad Garlinghouse über Ripple
Knapp 19 Minuten über den Ripple-Chef: was das Unternehmen antreibt und welche Rolle XRP dabei spielt.
Was Ripple am XRP Ledger entscheidet und was nicht
„XRP ist zentralisiert, Ripple kontrolliert alles“ ist der häufigste Vorwurf gegen das Projekt. Er verdient eine genaue Antwort statt einer pauschalen.
Ripple betreibt genau einen Validator
Im XRP Ledger sind über 150 Validatoren aktiv. Für den Konsens zählt davon die Standard-Liste, die Unique Node List, und die umfasst rund 35 Einträge. Ripple betreibt davon genau einen. Damit das Netzwerk einen Block als gültig ansieht, müssen sich aktuell 28 dieser Validatoren einig sein, diesen Wert haben wir am 8. September 2026 direkt beim Ledger abgefragt.
Protokolländerungen laufen über sogenannte Amendments. Ein Amendment wird nur aktiv, wenn mindestens 80 Prozent der Validatoren zwei Wochen lang zustimmen. Mit einer einzigen Stimme kann Ripple eine Änderung weder durchsetzen noch verhindern.
Ripple kann keine neuen XRP erzeugen
Das ist der zweite Punkt, den viele nicht wissen: Alle 100 Milliarden XRP entstanden im Juni 2012 beim Start des Ledgers. Es gibt keinen Mechanismus, um weitere zu schaffen, weder für Ripple noch für sonst jemanden. Es gibt kein Mining, keine Inflation und keine Ausgabefunktion im Protokoll.
Das Gegenteil ist der Fall: Bei jeder Transaktion wird eine winzige Gebühr vernichtet, sie geht an niemanden. Die Menge kann also nur sinken. Ein Blick in den validierten Ledger am 8. September 2026 zeigt eine Gesamtmenge von 99.985.618.934 XRP. Das sind rund 14,38 Millionen XRP weniger als zum Start, genau so viel wurde in dreizehn Jahren verbrannt.
Drei Dinge, die Ripple technisch nicht kann
Der Vorwurf lautet oft, Ripple könne mit XRP machen was es will. Diese drei Grenzen stehen im Protokoll und lassen sich von jedem nachprüfen:
Vom Protokoll ausgeschlossen
- Neue XRP erzeugen. Es gibt keine Ausgabefunktion. Die Menge stand 2012 fest und sinkt seitdem durch verbrannte Gebühren.
- Fremde XRP einfrieren oder zurückholen. Die Einfrier-Funktion des Ledgers gilt ausdrücklich nur für selbst ausgegebene Token, nicht für XRP. Die offizielle Dokumentation ist eindeutig: Niemand kann XRP im XRP Ledger einfrieren. Nur Börsen können sperren, was sie selbst verwahren.
- XRP vorzeitig aus dem Escrow holen. Die Freigabefrist ist im Vertrag festgeschrieben und wird vom Protokoll durchgesetzt, auch gegen den Absender.
Ehrlich bleibt trotzdem: Ripple hat erheblichen Einfluss. Das Unternehmen entwickelt einen Grossteil der Software und schlägt Amendments vor. Und die Standard-Liste setzt sich aus zwei veröffentlichten Listen zusammen, von denen eine von Ripple stammt und die andere von der XRP Ledger Foundation. Wer Validatoren vorschlägt, hat Gewicht, auch wenn ihm nur eine Stimme gehört. Dazu kommen die grossen XRP-Bestände aus dem Escrow.
Einfluss ist aber nicht dasselbe wie Kontrolle. Jeder Betreiber kann seine Liste selbst zusammenstellen und Ripple daraus entfernen. Und wie real die Hürde ist, zeigt XLS-66d: Ripple will dieses Amendment, seit Januar 2026 ist es trotzdem nicht aktiv.
Chancen und Risiken
Was für Ripple spricht
- Der SEC-Fall ist beendet. Die grösste rechtliche Unsicherheit ist seit August 2025 weg.
- Über 75 Lizenzen weltweit, dazu MiCA für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum. Zulassungen sind der Burggraben.
- Die Zukäufe ergeben ein zusammenhängendes Bild: Verwahrung, Clearing, Treasury und Stablecoin unter einem Dach.
- RLUSD wächst schnell und wird inzwischen als Kreditsicherheit eingesetzt, nicht nur als Zahlungsmittel.
Was dagegen spricht
- Ripple hält weiterhin einen sehr grossen XRP-Bestand und finanziert daraus den Betrieb.
- Das Zahlungsgeschäft steht im Wettbewerb mit etablierten Netzwerken und mit Stablecoins anderer Anbieter.
- Ein Grossteil der Zukäufe wurde in kurzer Zeit getätigt. Ob die Integration gelingt, muss sich erst zeigen.
- Der Zusammenhang zwischen dem Erfolg der Firma und dem XRP-Kurs ist weniger direkt, als viele annehmen.
Glossar: die wichtigsten Begriffe
Unternehmen mit Sitz in San Francisco, gegründet 2012. Entwickelt Zahlungsinfrastruktur für Finanzinstitute.
Kryptowährung des XRP Ledgers. Alle 100 Milliarden Einheiten entstanden 2012 beim Start des Netzwerks.
Zeitgesteuerter Sperrvertrag auf dem XRP Ledger. Ripple sperrte damit 2017 55 Milliarden XRP.
Ripples US-Dollar-Stablecoin, seit Dezember 2024 live, reguliert durch die NYDFS.
Prime-Brokerage-Sparte, entstanden aus der Übernahme von Hidden Road.
Protokolländerung am XRP Ledger. Braucht 80 Prozent Zustimmung der Validatoren über zwei Wochen.
On-Demand Liquidity. Verfahren, XRP als Brückenwährung für Auslandszahlungen zu nutzen.
US-Zulassung für Verwahrung und Treuhandgeschäfte, keine klassische Vollbanklizenz.
Aktuelle Entwicklungen bei Ripple
Die neuesten Nachrichten und Entwicklungen rund um Ripple, kuratiert von MissCrypto.
Häufige Fragen zu Ripple
Sind Ripple und XRP dasselbe?
▾Gibt es eine Ripple-Aktie?
▾Wie viel XRP besitzt Ripple?
▾Wie ging der SEC-Fall gegen Ripple aus?
▾Kontrolliert Ripple den XRP Ledger?
▾Kann Ripple neue XRP erzeugen oder XRP manipulieren?
▾Womit verdient Ripple Geld?
▾Hat Ripple eine Banklizenz?
▾Wer führt Ripple heute?
▾Das XRP-Ökosystem

Steffi ist promovierte Medizinerin (Dr. med.), führte eine eigene Praxis für Schmerztherapie und ist seit 2021 selbst in Bitcoin, XRP und Ethereum investiert. Mit MissCrypto erreicht sie über 110.000 Menschen, gewann 2025 den BTC-ECHO Award als „Best Educator of Crypto" und schrieb das Buch „Der Krypto Kompass". Sie macht komplexe Themen verständlich, ehrlich und ohne Hype.
Mehr über SteffiRisikohinweis: Meine Inhalte dienen ausschließlich zur Information und stellen keine Anlageberatung dar.
Diese Seite kann Affiliate-Links enthalten. Bei einem Kauf über diese Links erhalte ich eine Provision — du unterstützt meinen Kanal ohne Mehrkosten. Danke!
Zur Entstehung: Bei Recherche und Rohfassung unterstützen mich KI-Werkzeuge. Die Auswahl der Themen, die Einordnung und die Freigabe kommen von mir. Wie wir arbeiten










