Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV): Berechnung, Grenzen
Wie das KBV Kurs und Buchwert ins Verhältnis setzt, wann es aussagekräftig ist und warum Krypto eigene Kennzahlen wie MVRV nutzt
Definition
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis vergleicht den Börsenwert einer Aktie mit dem bilanziellen Buchwert je Aktie.
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ist eine Bewertungskennzahl, die den Börsenkurs einer Aktie ins Verhältnis zum Buchwert je Aktie setzt. Vereinfacht zeigt es, wie teuer eine Aktie im Vergleich zum bilanziellen Eigenkapital des Unternehmens ist. Ein KBV von 1 bedeutet: Der Kurs entspricht genau dem Buchwert.
Wie das KBV berechnet wird
Die Formel lautet: Kurs je Aktie geteilt durch Buchwert je Aktie. Ein KBV unter 1 kann auf eine günstige Bewertung hindeuten, der Markt bewertet das Unternehmen dann niedriger als sein bilanzielles Eigenkapital. Ein hohes KBV signalisiert, dass Anleger viel Zukunftsfantasie einpreisen. Wie aussagekräftig das ist, hängt stark von der Branche ab.
Grenzen des KBV
Das KBV funktioniert am besten bei substanzstarken Unternehmen mit vielen materiellen Vermögenswerten, etwa Banken oder Industrie. Bei modernen Tech-Firmen, deren Wert vor allem in immateriellen Dingen wie Marken oder Software steckt, ist es weniger aussagekräftig. Es sollte daher nie allein, sondern zusammen mit anderen Kennzahlen wie dem KGV betrachtet werden.
Gibt es ein KBV für Krypto?
Kryptowährungen haben keinen klassischen Buchwert, deshalb gibt es kein direktes KBV. In der Krypto-Analyse nutzt man stattdessen eigene Kennzahlen wie das MVRV-Verhältnis (Marktwert zu realisiertem Wert), das eine ähnliche Idee verfolgt: einzuschätzen, ob ein Coin im Verhältnis zu einem „fairen“ Wert teuer oder günstig ist.
Das KBV ist ein nützlicher Schnellcheck für Substanzwerte, aber kein Allheilmittel. Ein niedriges KBV kann ein Schnäppchen bedeuten, oder ein Warnsignal, dass der Markt Probleme erwartet. Nutze es nie isoliert, sondern als einen Baustein neben Gewinn, Schulden und Geschäftsmodell. Bei Krypto greift man ohnehin zu eigenen Kennzahlen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis?
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) setzt den Börsenkurs einer Aktie ins Verhältnis zum Buchwert je Aktie. Es zeigt, wie teuer eine Aktie im Vergleich zum bilanziellen Eigenkapital ist. Ein KBV von 1 bedeutet, der Kurs entspricht dem Buchwert, unter 1 gilt als potenziell günstig, ein hohes KBV preist Zukunftsfantasie ein.
Wann ist das KBV aussagekräftig?
Am besten bei substanzstarken Unternehmen mit vielen materiellen Vermögenswerten wie Banken oder Industrie. Bei Tech-Firmen, deren Wert vor allem in Marken oder Software steckt, ist es weniger aussagekräftig. Das KBV sollte nie allein, sondern zusammen mit anderen Kennzahlen wie dem KGV betrachtet werden.
Gibt es ein KBV für Kryptowährungen?
Nein, Kryptowährungen haben keinen klassischen Buchwert. In der Krypto-Analyse nutzt man stattdessen eigene Kennzahlen wie das MVRV-Verhältnis (Marktwert zu realisiertem Wert). Die Idee ist ähnlich: einzuschätzen, ob ein Coin im Verhältnis zu einem fairen Wert teuer oder günstig ist.
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Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth
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