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Was ist LIFO (Last In First Out)?

LIFO (Last In First Out) einfach erklärt

Grundlagen
Aktualisiert: 2026-02-28|4 Min. Lesezeit|Einsteiger

Definition

Der Nutzer möchte eine präzise Definition für "LIFO (Last In First Out)" im Krypto-Kontext für Einsteiger. Anforderungen: - Maximal 160 Zeichen - 1-2 Sätze -...

LIFO bedeutet: Zuletzt gekaufte Coins gelten steuerlich als erste verkauft. In Deutschland ist diese Methode jedoch untersagt.

Wie funktioniert LIFO (Last In First Out)?

LIFO steht für „Last In First Out“ und beschreibt eine Bewertungsmethode für den Verkauf von Kryptowährungen. Dabei werden die zuletzt erworbenen Coins als erste verkauft betrachtet. Die Abkürzung stammt ursprünglich aus der Logistik und dem Bilanzrecht. Dort beschreibt sie den physischen Fluss von Gütern.

Diese Vorgehensweise unterscheidet sich fundamental von der FIFO-Methode („First In First Out“). Während bei FIFO die ältesten Bestände zuerst fließen, werden bei LIFO die jüngsten Positionen zuerst abgezogen. Im digitalen Asset-Bereich überträgt sich das Konzept auf die virtuelle Zuordnung von Kaufdaten zu Verkaufstransaktionen.

Im Krypto-Trading könnte LIFO steuerlich vorteilhaft sein, wenn die jüngsten Einkäufe zu höheren Preisen erfolgten. Der realisierte Gewinn wäre dann niedriger als bei FIFO. Das wiederum reduziert die Steuerlast.

Wichtig: In Deutschland und Österreich ist LIFO für private Krypto-Veräußerungen gesetzlich untersagt. Hier gilt die verbindliche FIFO-Regelung nach § 23 EStG.

Unternehmen im klassischen Handel nutzen LIFO häufig, wenn Lagerbestände an Wert verlieren oder bei Inflation. Für Kryptowährungen wäre die Methode ebenfalls attraktiv, wenn Märkte über längere Phasen steigen. Die jüngsten, teureren Einkäufe würden dann die steuerpflichtigen Gewinne schmälern.

Viele Einsteiger verwechseln die Regelungen für Aktien mit denen für Kryptowährungen. Bei Wertpapieren gibt es tatsächlich verschiedene Bewertungsmethoden. Für Bitcoin, Ethereum und Altcoins gilt jedoch seit 2022 die strikte FIFO-Pflicht.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat die Vorschrift im Schreiben vom 10. Mai 2022 klar festgelegt. Private Anleger müssen sich strikt daran halten.

Praxisbeispiel: LIFO vs. FIFO im Vergleich

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Unterschiede. Stell dir vor, du kaufst im Januar 2024 einen Bitcoin für 20.000 € über Bitvavo Erfahrungen & Test. Im Juni 2024 folgt ein zweiter Bitcoin für 30.000 €, diesmal über Bitpanda Erfahrungen.

Im Dezember 2024 verkaufst du schließlich einen Bitcoin für 40.000 €. Mit der LIFO-Methode würdest du den zuletzt gekauften Coin (30.000 €) als verkauft betrachten. Dein Gewinn betrüge lediglich 10.000 €.

Nach der deutschen FIFO-Vorschrift gilt jedoch der erste Coin (20.000 €) als verkauft. Das ergibt einen Gewinn von 20.000 €. Bei einem Steuersatz von 25 % plus Solidaritätszuschlag zahlst du bei FIFO rund 5.250 € Steuern, bei LIFO nur etwa 2.625 €.

Dieser Unterschied macht sich besonders bei häufigem Trading bemerkbar. Wer monatlich Bitcoin kauft und verkauft, muss bei FIFO stets den ältesten Coin zuordnen. Das erfordert präzise Buchhaltungssoftware oder manuelle Excel-Tabellen.

Einige Software-Lösungen bieten trotzdem beide Methoden an. Das dient jedoch lediglich der Simulation. Für die tatsächliche Steuererklärung beim Finanzamt müssen Einsteiger stets die FIFO-Daten exportieren.

Die Steuerlast bei FIFO fällt somit doppelt so hoch aus. Genau deshalb wünschen sich viele Anleger eine Wahlfreiheit zwischen beiden Methoden.

Relevanz 2026: Aktuelle Regelungen im DACH-Raum

Die BMF-Verwaltungsauffassung vom 10. Mai 2022 bleibt auch 2026 unverändert gültig. Für private Veräußerungen nach § 23 EStG gilt in Deutschland ausschließlich FIFO. Eine gesetzliche Änderung hin zu LIFO ist derzeit nicht absehbar.

Österreich handhabt dies analog. Auch hier greift bei privaten Krypto-Verkäufen die FIFO-Methode. Das Finanzministerium in Wien folgt dabei einer ähnlichen Begründung wie das deutsche BMF.

Gut zu wissen: Bei Gewerbetreibenden und im Betriebsvermögen können unter bestimmten Voraussetzungen andere Bewertungsmethoden wie das gewichtete arithmetische Mittel zum Einsatz kommen.

Die Diskussion um eine Reform der Krypto-Besteuerung läuft seit Jahren. Kritiker argumentieren, dass FIFO in volatilen Märkten zu ungerechten Ergebnissen führt. Bisher hat die Politik jedoch keine Anstalten gemacht, LIFO als Alternative zuzulassen.

Schweizer Anleger haben es deutlich einfacher. Privaten Kursgewinnen fehlt dort die Steuerpflicht grundsätzlich. Die Bewertungsmethode spielt für private Anleger in der Schweiz daher kaum eine Rolle.

Die Schweiz behandelt Kryptos als privates Vermögen. Während Gewinne steuerfrei bleiben, unterliegen Mining-Erträge oder Staking-Rewards der Einkommenssteuer. Auch hier spielt die Bewertungsmethode bei Verkäufen aber keine Rolle.

Wer bei Bitpanda oder anderen Brokern handelt, sollte seine Bestände deshalb chronologisch ordnen. Nur so lässt sich die Steuerlast korrekt berechnen und das Finanzamt überzeugend dokumentieren.

Vorteile & Nachteile

Vorteile

  • +Potenziell niedrigere Steuerlast bei steigenden Kursen
  • +Bessere Abbildung aktueller Marktpreise
  • +Einfachere Handhabung bei Bestandsaufbau in Boomphasen

Nachteile

  • -In Deutschland und Österreich für Private verboten
  • -Höhere Komplexität bei der Buchführung
  • -Keine Wahlfreiheit im DACH-Raum möglich

Fun Fact

Obwohl LIFO in Deutschland verboten ist, nutzen US-Unternehmen es seit Jahrzehnten für ihre Lagerbewertung.