Was ist TPS?
TPS einfach erklärt
Definition
Der Nutzer möchte eine präzise Definition für "TPS" (Transactions Per Second) im Krypto-Kontext. Anforderungen: - Maximal 160 Zeichen - 1-2 Sätze - Für Einst...
TPS (Transactions Per Second) misst die Transaktionsgeschwindigkeit einer Blockchain.
Wie funktioniert TPS?
Jede Blockchain besitzt technische Grenzen durch Blockgröße und Blockzeit. Daraus errechnet sich das theoretische Maximum an Transaktionen pro Sekunde. Doch zwischen Peak-TPS unter Laborbedingungen und Sustained-TPS unter realer Last klaffen oft Welten. Validatoren müssen Transaktionen empfangen, verifizieren, im Mempool zwischenspeichern und in Blöcke packen. Jeder Schritt verbraucht Zeit und Ressourcen.
Das Blockchain-Trilemma beschreibt den Zielkonflikt zwischen Sicherheit, Dezentralisierung und Skalierbarkeit. Wer TPS maximieren will, muss häufig Kompromisse bei der Knoten-Vielfalt oder Konsensmechanismen eingehen. Validator-Knoten verifizieren jede Transaktion signaturtechnisch und führen Smart-Contract-Operationen aus. Höhere Durchsätze erfordern leistungsstarke Server, SSD-Speicher und Glasfaseranbindung. Das zentralisiert das Netzwerk zugunsten großer Rechenzentren und schließt kleine Teilnehmer aus dem Konsens aus.
Zudem bestimmt Netzwerk-Latenz die praktische Effizienz. Selbst mit hohen TPS-Werten entstehen Engpässe, wenn Nodes weltweit synchronisieren müssen. Die tatsächlich nutzbare Rate hängt von der Komplexität der Transaktionen ab. Einfache Token-Transfers beanspruchen weniger Ressourcen als komplexe DeFi-Interaktionen mit mehreren Smart-Contract-Aufrufen.
Wichtig: Höhere TPS bedeuten nicht automatisch eine bessere Blockchain. Das Blockchain-Trilemma zeigt: Wer Geschwindigkeit maximiert, riskiert oft Sicherheit oder Dezentralisierung.
TPS in der Praxis: Zahlen, die überraschen
Bitcoin verarbeitet etwa sieben TPS. Diese Limitation ist kein technisches Versagen, sondern bewusstes Design für maximale Sicherheit und Dezentralisierung. Die kleine Blockgröße von einem Megabyte garantiert, dass selbst Nutzer mit langsamer Internetverbindung und alter Hardware einen Full Node betreiben können. Ethereum erreicht auf Layer 1 etwa 15 bis 30 TPS. Das reicht für Basis-Transaktionen, stößt aber bei komplexen DeFi-Operationen schnell an Grenzen.
Das Visa-Netzwerk bewältigt realistisch etwa 1.700 TPS, während Solana theoretisch 65.000 TPS verspricht, in der Praxis jedoch bei etwa 2.000 landet und dabei wiederholt Ausfälle erlebt. Die Messmethodik täuscht oft. Viele Projekte werben mit Peak-Werten aus isolierten Testumgebungen. Unter realer Last mit verteilten Nodes, MEV-Bots und komplexen Smart Contracts sinken diese Werte drastisch. Bei Netzwerküberlastung steigen Transaktionsgebühren explosionsartig, da Nutzer um den begrenzten Blockplatz konkurrieren. NFT-Drops oder Marktcrashs offenbaren diese Schwächen brutal. Nutzer erleben dann trotz hoher theoretischer TPS Wartezeiten von Minuten oder Stunden.
Gerade für deutsche Nutzer entsteht hier ein Steuerproblem. Hohe TPS bei Layer-2-Lösungen ermöglichen tausende Transaktionen pro Tag. Jede einzelne kann steuerlich relevant sein und muss dokumentiert werden. Was technisch beeindruckend wirkt, wird schnell zum buchhalterischen Albtraum.
Gut zu wissen: TPS misst den Durchsatz, Finality die Endgültigkeit. Eine Blockchain mit hohem TPS aber langsamer Finalität kann für Zahlungen ungeeigneter sein als eine mit niedrigerem TPS aber sofortiger Bestätigung.
TPS 2026: Layer-2-Lösungen und der DACH-Markt
Seit 2026 dominieren Layer-2-Rollups das Skalierungsdenken. Ethereum verarbeitet durch Optimistic und ZK-Rollups nun Tausende TPS, ohne die Basisschicht zu überlasten. Diese Lösungen bündeln tausende Off-Chain-Transaktionen zu einem einzigen Proof auf Layer 1. Sharding-Technologien teilen die Datenbank horizontal auf, während Parallel Execution Engines wie bei Solana oder Monad Transaktionen simultan statt sequentiell abarbeiten.
Die MiCA-Verordnung der EU zwingt Anbieter zu transparenter Berichterstattung über tatsächliche Durchsatzraten. Regulierte Krypto-Dienstleister müssen nachweisen, dass ihre Infrastruktur auch bei Spitzenlast stabil bleibt. In Deutschland testen die Deutsche Börse und Commerzbank institutionelle Infrastrukturen mit fokussierten, regulatorisch konformen TPS-Raten. Statt theoretischer Höchstwerte zählt hier Stabilität und Vorhersagbarkeit für institutionelle Stromaufnahme.
Für Anleger ändert sich die Nutzung fundamental. Wer Hardware-Wallets wie die BitBox02 nutzt, interagiert zunehmend automatisch mit L2-Netzwerken, ohne die technische Komplexität zu bemerken. Die Wallet abstrahiert Bridges und Gas-Token im Hintergrund. Die Krypto-News zeigen: Der reine TPS-Wettlauf ist tot. Entscheidend sind nun Kombinationen aus Geschwindigkeit, Zensurresistenz und regulatorischer Klarheit. Institutionelle Investoren priorisieren auditierte, stabile Durchsatzraten gegenüber spekulativen Spitzenwerten, die nur unter Laborbedingungen erreicht werden.
Vorteile & Nachteile
Vorteile
- +Schnelle Transaktionsabwicklung und geringe Wartezeiten
- +Bessere Nutzererfahrung bei alltäglichen Zahlungen
- +Voraussetzung für Massentauglichkeit und breite Adoption
Nachteile
- -Hohe TPS-Werte oft nur durch Zentralisierung erreichbar
- -Theoretische Maximalwerte entsprechen selten der realen Leistung
- -Fokus auf TPS ignoriert wichtige Metriken wie Finality und Sicherheit
Fun Fact
Visa verarbeitet ~1.700 TPS, während Bitcoin nur ~7 schafft – doch Layer-2-Lösungen schließen diese Lücke mittlerweile effektiv.
