Zum Hauptinhalt springen

Bernstein sieht Bodenbildung bei Coinbase und Robinhood

News4 Min. Lesezeit
Dr. Stephanie MorgenrothDr. Stephanie Morgenroth
Bernstein sieht Bodenbildung bei Coinbase und Robinhood

Das renommierte Analystenhaus Bernstein sieht Anzeichen für eine Bodenbildung bei Krypto-Aktien. Die Papiere von Coinbase, Robinhood und Figure notieren nach einem markanten Kursrückgang auf Niveaus, die Analysten als potenziellen Wendepunkt einstufen.

Q1 2026
Quartalsbilanz im Fokus
3
Analysierte Unternehmen
Steep Discount
Aktuelle Bewertung

Krypto-Aktien unter der Lupe: Was Bernstein analysiert

Du beobachtest den Markt und fragst dich, wann die Talsohle erreicht ist. Bernstein Research hat genau diese Frage für eine spezifische Gruppe von Werten untersucht. Das Analystenhaus identifiziert eine potenzielle Bodenbildung bei Aktien, die direkt vom Krypto-Ökosystem abhängen und zuletzt unter massivem Verkaufsdruck standen.

Im Fokus stehen drei Unternehmen mit unterschiedlichen, aber komplementären Geschäftsmodellen. Coinbase betreibt als zentralisierte Börse die primäre Infrastruktur für den Handel mit digitalen Assets in den USA und verfügt über ein etabliertes Custody-Geschäft für institutionelle Investoren. Robinhood hat sich von einer reinen Neobroker-Plattform zu einem wichtigen On-Ramp für Krypto-Nutzer entwickelt und generiert mittlerweile erhebliche Teile seiner Umsätze durch Krypto-Transaktionen. Figure wiederum operiert im Bereich Blockchain-basierte Finanzdienstleistungen und nutzt DeFi-Mechanismen sowie tokenisierte Kreditprotokolle für die Effizienzsteigerung in traditionellen Kapitalmarktstrukturen.

Coinbase fungiert dabei als Indikator für institutionelle Akzeptanz, da das Unternehmen zunehmend Verwahrdienstleistungen für ETF-Emittenten und Grossinvestoren bereitstellt. Robinhood spiegelt dagegen die Retail-Nachfrage wider, während Figure die Integration von Distributed-Ledger-Technologie in traditionelle Finanzprodukte repräsentiert. Die Kombination dieser drei Werte erlaubt Bernstein einen breiten Blick auf das gesamte Ökosystem.

Alle drei Titel haben einen scharfen Drawdown hinter sich, der ihre Bewertungen deutlich unter die fundamentalen Kennzahlen der vergangenen Quartale gedrückt hat. Der Markt bewertet diese Unternehmen aktuell mit Abschlägen, die Bernstein als atypisch hoch einstuft. Ein steep discount bedeutet in diesem Kontext, dass die Aktienkurse einen größeren Abschlag zum inneren Wert aufweisen, als es bei traditionellen Finanzwerten üblich wäre. Diese Überkorrektur ergibt sich aus der Volatilität des zugrundeliegenden Krypto-Marktes.

Das Research-Haus interpretiert diese Discounts jedoch nicht nur als Risiko, sondern als technisches Setup für eine Wendemarke. Die Analyse konzentriert sich dabei weniger auf kurzfristige Kursziele und mehr auf die makroökonomische Einordnung der Infrastrukturanbieter. Wenn institutionelle Anleger Krypto-Assets als separate Anlageklasse akzeptieren, profitieren diese Vermittler überproportional von Nettozuflüssen.

Warum die Q1-Ergebnisse den Wendepunkt markieren könnten

Die aktuelle Relevanz ergibt sich aus der unmittelbar bevorstehenden Quartalsberichtssaison. Die Zahlen für das erste Quartal 2026 stehen an und liefern den ersten konkreten Test für die Hypothese einer Bodenbildung. Investoren erwarten detaillierte Einblicke, ob die Geschäftsmodelle auch in Phasen niedriger Volatilität und reduzierten Retail-Handels tragfähig bleiben.

Bernstein argumentiert, dass der Markt die negativen Szenarien bereits weitgehend eingepreist hat. Die steep discounts spiegeln eine Erwartungshaltung wider, die von sinkenden Nutzerzahlen, reduzierten Transaktionsgebühren und anhaltenden regulatorischen Unsicherheiten ausgeht. Sollten die Unternehmen diese pessimistischen Projektionen auch nur marginal übertreffen, könnte sich das Sentiment schnell drehen.

Besonders relevant sind dabei die sogenannten Take-Rates, also die Gebühren, die Plattformen pro Transaktion erheben, sowie die Entwicklung der verwahrten Vermögenswerte. Steigen diese Kennzahlen trotz des Bitcoin-Kursrückgangs, belegt dies eine loyalisierte Nutzerbasis und erfolgreiche Monetarisierungsstrategien. Bernstein betont, dass genau diese Resilienz der Geschäftsmodelle der Auslöser für eine nachhaltige Erholung sein könnte.

Die Q1-Berichte erscheinen zudem in einem Marktumfeld, das nach der jüngsten Korrektur nach Katalysatoren sucht. Positive Überraschungen bei den Einnahmen oder bei den aktiven Nutzerzahlen könnten daher überproportional auf die Kurse wirken, da das Negative bereits weitgehend eingepreist ist.

Für Dich als Beobachter bedeutet das: Die Berichte von Coinbase, Robinhood und Figure dienen als Gradmesser für die Gesundheit des gesamten Krypto-Sektors. Stabile Einnahmen aus wiederkehrenden Abonnementmodellen, Custody-Dienstleistungen für institutionelle Kunden oder Zinsdifferenzgeschäfte könnten die Abhängigkeit von reinen Handelsvolumina reduzieren. Diese Diversifikation wäre ein positives Signal für die nachhaltige Entwicklung des Sektors jenseits spekulativer Rallyes.

Kritiker sehen das anders. Sie weisen darauf hin, dass eine echte Bodenbildung erst nach mehreren Quartalen stabiler Nutzerzahlen und nachweislicher Profitabilität bestätigt werden kann. Ein einzelner positiver Bericht könnte demnach ein technischer Dead-Cat-Bounce sein, falls die zugrundeliegenden Marktbedingungen für Krypto-Assets insgesamt weiterhin verschlechtert werden. Zudem bleibt die regulatorische Unsicherheit in den USA ein Damoklesschwert, das über allem hängt und kurzfristige Kursrückgänge trotz guter Zahlen auslösen könnte.

Fazit: Worauf es bei den Krypto-Börsen-Aktien jetzt ankommt

Die kommenden Wochen entscheiden, ob Bernsteins Einschätzung einer Bodenbildung tatsächlich zutrifft oder ob weitere Kursrückgänge folgen. Die Quartalszahlen werden zeigen, ob die Unternehmen genug Substanz für eine Eigenständigkeit jenseits des reinen Krypto-Preiszyklus entwickelt haben. Behalte die Entwicklungen bei den genannten Fundamentaldaten im Blick, aber lasse Dich nicht von kurzfristigen Schwankungen zu voreiligen Schlüssen verleiten.

Quelle: The Block

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Über die Autorin

Dr. Stephanie Morgenroth

Dr. Stephanie Morgenroth

Steffi ist promovierte Medizinerin, Krypto-Investorin seit 2021 und erreicht mit MissCrypto über 100.000 Menschen auf Social Media. Sie macht komplexe Themen wie Bitcoin, DeFi und Krypto-Steuern verständlich, ehrlich, unabhängig und ohne Hype.

Über Steffi

Risikohinweis: Meine Inhalte dienen ausschließlich zur Information und stellen keine Anlageberatung dar.

Diese Seite kann Affiliate-Links enthalten. Bei einem Kauf über diese Links erhalte ich eine Provision — du unterstützt meinen Kanal ohne Mehrkosten. Danke! ❤️