Die Gerüchte um einen beschleunigten Cardano Spot ETF haben in der Krypto-Community für Aufsehen gesorgt. Wir analysieren, ob die Behauptung einer '75-Tage-Abkürzung' durch die SEC realistisch ist oder ob es sich um Wunschdenken handelt.
Die 75-Tage-Behauptung: Ein genauer Blick auf die Gerüchteküche
Die Behauptung, die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC hätte Cardano einen „75-Tage-Shortcut“ für einen Spot ETF gewährt, der Bitcoin 240 Tage kostete, verbreitete sich schnell. Diese Annahme basiert auf der Idee, dass der Genehmigungsprozess für Ethereum Spot ETFs, der tatsächlich beschleunigt wurde, direkt auf andere Kryptowährungen wie Cardano übertragbar sei.
Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die Beschleunigung bei Ethereum nach einer gerichtlichen Entscheidung und einer veränderten Haltung der SEC erfolgte. Diese spezifischen Umstände sind nicht automatisch auf Cardano oder andere digitale Assets übertragbar, schon gar nicht im Jahr 2026.
Die SEC prüft jeden Antrag individuell und bewertet dabei Faktoren wie Marktreife, Liquidität und vor allem die Dezentralisierung des jeweiligen Netzwerks. Für Cardano müsste ein Emittent zunächst einen Antrag einreichen, der dann einem strengen Prüfverfahren unterzogen wird.
Der lange Weg zum Spot ETF: Bitcoin und Ethereum als Präzedenzfälle
Der Weg für Bitcoin und Ethereum zu einem Spot ETF in den USA war lang und von regulatorischen Hürden geprägt. Bitcoin benötigte nach dem ersten ernsthaften Antrag über ein Jahrzehnt, bis schließlich im Januar 2024 die ersten Spot Bitcoin ETFs genehmigt wurden.
Bei Ethereum ging es deutlich schneller: Nachdem die SEC im Mai 2024 die Genehmigung für Spot Ethereum ETFs erteilte, schien der Markt aufzuatmen. Dieser Fortschritt wurde maßgeblich durch ein Gerichtsurteil zugunsten von Grayscale gegen die SEC im August 2023 beeinflusst, das den Weg für Bitcoin ebnete und somit einen Präzedenzfall schuf.
Diese Präzedenzfälle zeigen, dass die SEC ihre Haltung gegenüber Krypto-ETFs ändern kann, oft unter rechtlichem Druck oder aufgrund einer reiferen Marktentwicklung. Für einen Cardano Spot ETF bedeutet dies, dass ein ähnlicher Druck oder eine umfassende Akzeptanz des Assets nötig wäre.
Die SEC hat in der Vergangenheit Bedenken hinsichtlich Marktmanipulation und Anlegerschutz geäußert. Diese Bedenken müssen für jeden einzelnen Krypto-Asset, der einen Spot ETF anstrebt, ausgeräumt werden.
Was ist ein Spot ETF?
Ein Spot ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung eines Assets, in diesem Fall einer Kryptowährung, direkt abbildet. Im Gegensatz zu Futures ETFs, die Terminkontrakte auf die Kryptowährung halten, hält ein Spot ETF die tatsächliche Kryptowährung.
Das macht ihn für Anlegerinnen attraktiv, da sie direkt am Kursverlauf teilhaben können, ohne die Kryptowährungen selbst kaufen und in einer Wallet verwahren zu müssen. Die Genehmigung eines Spot ETFs gilt oft als Reifeprüfung für eine Asset-Klasse.
Regulatorische Hürden und internationale Perspektiven für Cardano
Die Regulierung von Kryptowährungen und Krypto-ETFs variiert stark von Land zu Land. Während die USA zögerlich waren, haben andere Länder bereits Krypto-ETPs (Exchange Traded Products) auf den Markt gebracht.
In Deutschland und Österreich gibt es keine spezifischen Regelungen für Spot Cardano ETFs, da diese in der EU noch nicht existieren. Der Handel mit Krypto-ETPs, die an regulierten Börsen gelistet sind, ist jedoch möglich und bietet Anlegerinnen eine regulierte Möglichkeit, in Kryptowährungen zu investieren.
Die Schweiz beispielsweise ist deutlich offener für Krypto-ETPs und hat bereits diverse ETPs auf Cardano gelistet. Ein direkter Spot ETF im US-Sinne existiert jedoch auch hier nicht, da die Regulatorien unterschiedlich sind.
Diese internationalen Unterschiede zeigen, dass die SEC in den USA eine besondere Rolle spielt und ihre Entscheidungen weitreichende Auswirkungen auf den globalen Kryptomarkt haben können. Ein Cardano Spot ETF in den USA wäre ein wichtiger Meilenstein für die Akzeptanz des Assets.
Der Unterschied zwischen ETF und ETP
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist eine spezielle Art von ETP (Exchange Traded Product). Alle ETFs sind ETPs, aber nicht alle ETPs sind ETFs. ETPs ist der Überbegriff für Anlageprodukte, die an einer Börse gehandelt werden.
In Europa sind häufig ETCs (Exchange Traded Commodities) oder ETNs (Exchange Traded Notes) für Kryptowährungen verfügbar, die oft Schuldverschreibungen sind und das Risiko eines Emittentenausfalls bergen können. ETFs unterliegen strengeren Richtlinien und sind in der Regel physisch besichert.
Chancen und Risiken: Wann könnte ein Cardano Spot ETF realistisch werden?
Die Wahrscheinlichkeit eines Cardano Spot ETF hängt von mehreren Faktoren ab. Einer der wichtigsten ist die weitere Entwicklung der Regulierung in den USA. Die SEC hat durch die Genehmigung der Bitcoin- und Ethereum-ETFs einen Präzedenzfall geschaffen, der die Tür für andere Kryptowährungen öffnen könnte.
Allerdings muss Cardano die gleichen strengen Kriterien erfüllen wie Bitcoin und Ethereum. Dazu gehören eine ausreichende Dezentralisierung, Liquidität im Spot-Markt und Maßnahmen gegen Marktmanipulation. Ohne einen konkreten Antrag und eine positive Bewertung der SEC bleiben die Chancen spekulativ.
Risiken bestehen weiterhin in der Volatilität des Kryptomarktes und der Ungewissheit der regulatorischen Landschaft. Die SEC könnte ihre Haltung jederzeit ändern oder neue Anforderungen stellen.
Für Anlegerinnen, die in Cardano investieren möchten, ohne auf einen Spot ETF zu warten, bieten sich regulierte Krypto-Börsen wie Bitvavo oder Bitpanda an. Dort können Cardano (ADA) und andere Kryptowährungen direkt gehandelt werden.
Wie man Risiken minimiert
Beim Investieren in Kryptowährungen ist es entscheidend, die Risiken zu verstehen und zu minimieren. Diversifikation, also die Streuung der Anlagen auf verschiedene Assets, ist eine bewährte Strategie. Zudem ist die Nutzung von sicheren Wallets, wie Hardware-Wallets von Ledger oder BitBox02, unerlässlich.
Informieren Sie sich stets gründlich über die Projekte, in die Sie investieren möchten, und setzen Sie nur Kapital ein, dessen Verlust Sie verschmerzen könnten. Kryptowährungen sind hochvolatil und können zu erheblichen Verlusten führen. Weitere Infos: Token, BTC - Bitcoin, XRP
Gibt es aktuell einen Antrag für einen Cardano Spot ETF bei der SEC?
Nein, zum aktuellen Zeitpunkt (2026) gibt es keinen öffentlich bekannten oder aktiven Antrag für einen Spot Cardano ETF bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC.
Warum wird behauptet, dass Cardano eine '75-Tage-Abkürzung' erhalten könnte?
Diese Behauptung ist spekulativ und basiert auf der Annahme, dass die Beschleunigung des Genehmigungsprozesses für Ethereum Spot ETFs auf Cardano übertragbar ist. Die Umstände bei Ethereum waren jedoch spezifisch und nicht direkt übertragbar.
Welche Rolle spielten Gerichtsurteile bei der Genehmigung von Bitcoin und Ethereum Spot ETFs?
Ein Gerichtsurteil zugunsten von Grayscale im August 2023, das die SEC verpflichtete, ihren Antrag für einen Bitcoin Spot ETF erneut zu prüfen, war ein entscheidender Faktor. Dies schuf einen Präzedenzfall, der auch den Weg für Ethereum Spot ETFs ebnete.
Wie unterscheidet sich die Regulierung von Krypto-ETPs in Europa von US-Spot ETFs?
In Europa gibt es bereits Krypto-ETPs (Exchange Traded Products) wie ETCs oder ETNs, die jedoch unterschiedlichen regulatorischen Standards unterliegen. US-Spot ETFs halten die physische Kryptowährung und unterliegen den strengen Regeln der SEC, was sie von vielen europäischen Produkten unterscheidet.

