Die drei Szenarien im Überblick
Die Zahlen unten fallen hoch aus, und das hat einen rechnerischen Grund, der im nächsten Abschnitt offen dasteht. Kein Kursziel auf dieser Seite ist geschätzt: Alle drei folgen derselben Rechnung aus zwei Grössen, und beide kannst du anschliessend selbst verstellen.
Klicke auf ein Szenario, um es im Chart hervorzuheben und deine eigene Einschätzung festzuhalten. Unter jedem Szenario steht aufgeklappt, was dafür passieren müsste.
Die senkrechte Achse ist logarithmisch: Jede Marke ist ein Vielfaches der vorherigen, nicht ein gleicher Euro-Abstand. Nur so bleiben alle drei Szenarien zugleich lesbar, wenn zwischen dem tiefsten und dem höchsten Kursziel der Faktor 56 liegt.
Wie diese Zahlen entstanden sind
Die Rechnung lautet: Kurs = Netzwerkwert geteilt durch frei handelbare Menge. Beide Grössen setzen wir je Szenario unterschiedlich an, und beide lassen sich nachrechnen. Damit steht am Ende keine Zahl, die man glauben muss, sondern eine, die man prüfen kann.
Beim Angebot gilt: Ausgegeben sind 14.612.493 QNT, und diese Zahl ist seit Jahren unverändert. Im Vertrag auf Ethereum stehen allerdings 45.467.000, der Rest wurde nach dem Token-Verkauf 2018 stillgelegt. Frei handelbar ist noch einmal weniger: Ein Teil liegt in Unternehmensbeständen, ein Teil ist über Lizenzen gebunden, ein Teil steckt in börsengehandelten Produkten und in Wallets, auf die niemand mehr zugreifen kann. Dazu käme das Staking, bei dem Betreiber eigener Knoten QNT hinterlegen. Angekündigt hat Quant es im Juni 2026, nutzbar ist es bis heute nicht. Wie viel genau gebunden ist, veröffentlicht Quant nicht. Deshalb rechnen wir mit Bandbreiten.
Beim Netzwerkwert nutzen wir echte Vergleichswerte als Massstab. Quant selbst kommt aktuell auf rund 3,4 Milliarden Euro. Zum Vergleich, alle drei am 30.09.2026 gemessen: Chainlink lag bei rund 9,5 Milliarden, XRP bei rund 83 Milliarden und Ethereum bei rund 290 Milliarden. Das moderate Szenario entspricht damit etwa dem Doppelten des damaligen Chainlink-Niveaus, das bullische rund neun Zehnteln des damaligen XRP-Niveaus und einem guten Viertel dessen, was Ethereum zu diesem Zeitpunkt wert war. Das klingt nach viel, ist aber immer noch weniger, als XRP zu diesem Zeitpunkt allein für sein Bank-Narrativ bezahlt bekam, während Quant einen unterschriebenen Kunden im US-Zahlungsverkehr hatte. Die drei Vergleichswerte sind bewusst auf einen Stichtag festgehalten: Sie dienen als Massstab, nicht als Live-Vergleich, und bleiben als Massstab auch dann gültig, wenn die Kurse weiterlaufen.
Ob Quant dort landet, entscheidet auch der Wettbewerb. Chainlink mit CCIP, Swift mit einem eigenen Ledger und von Banken selbst gegründete Netzwerke wie Fnality und Partior zielen auf denselben Markt, teils ganz ohne Token. Genau diese Frage trennt das bärische vom bullischen Szenario.
Wie stark dieser Hebel wirkt, hat der September 2026 gezeigt, und das ist der Grund, warum vorsichtige Kursziele hier in die Irre führen. Am 19. August stand QNT bei 48 Euro. Am 24. September, dem Tag der Meldung von The Clearing House, bei 62 Euro. Vier Tage später bei 252 Euro. Das sind über 300 Prozent in vier Tagen, ausgelöst von einer einzigen Nachricht. Wer bei dieser Ausgangslage für fünf Jahre ein Plus von 300 Prozent als bullisches Szenario ausgibt, hat die Mechanik nicht verstanden. Umgekehrt gilt dasselbe: Ein Kurs, der so schnell steigt, kann genauso schnell wieder fallen.
Das Beste an einer offengelegten Rechnung ist, dass man sie nachrechnen kann. Stell die beiden Grössen unten selbst ein. Wer unsere Annahmen für zu mutig hält, dreht sie herunter und bekommt sein eigenes Kursziel. Wer sie für zu zaghaft hält, ebenso. Was ein konkreter Betrag in den drei Szenarien ergäbe, rechnest du weiter unten aus.
Token in Lizenzen, Knoten, börsengehandelten Produkten, Unternehmensbeständen und verlorenen Wallets. Quant veröffentlicht diese Zahl nicht.
Die Rechnung ist bewusst einfach und blendet aus, was sich nicht seriös schätzen lässt, etwa wann ein Niveau erreicht wäre. Sie zeigt, welcher Kurs zu welchen Annahmen gehört, nicht welcher davon eintritt.
Zwei Fälle liegen unter unserem bärischen Szenario, und beide gehören genannt. Der erste ist der Wegfall der Partner: Wenn Oracle, Murex und die laufenden Projekte ausfallen, beschreibt keine dieser drei Kurven mehr den Kurs. Der zweite steht im Vertrag selbst. Auf Ethereum sind 45.467.000 QNT angelegt, nicht 14,6 Millionen, und die Funktion zum Erzeugen neuer Token lässt sich nicht dauerhaft abstellen. Genutzt wurde sie seit mindestens fünf Jahren nicht. Würde Quant die Menge auf den im Vertrag stehenden Wert bringen, ergäbe schon der heutige Netzwerkwert rechnerisch rund 76 Euro. Im Baukasten oben lässt sich das nachstellen, indem man die gebundene Menge auf null setzt und den Netzwerkwert herunterdreht.
Der Weg zu fünfstelligen Kursen
Zehntausend Euro je Token klingt nach einer Zahl, die jemand gewürfelt hat. Sie ist das Ergebnis von vier Schritten, die aufeinander aufbauen. Jeder einzelne muss eintreten, sonst bricht die Kette.
Schritt 1: Vier Wirtschaftsräume, und der Rest der Welt baut dasselbe
Quant sitzt heute in vier Räumen gleichzeitig: in den USA bei The Clearing House, in Europa auf der Innovationsplattform der EZB, in Japan mit Dentsu Soken und in Grossbritannien, wo am 24. September 2026 sieben Banken die weltweit ersten Kundenzahlungen mit tokenisierten Pfund-Einlagen über Quants Plattform abgewickelt haben. Das ist der Unterschied zu den meisten Krypto-Versprechen: An einer Stelle fliesst bereits echtes Geld. Der bullische Fall setzt voraus, dass daraus in mehreren Räumen Regelbetrieb wird.Was dazukommen kann: Dieselbe Aufgabe stellt sich gerade überall. In Singapur laufen unter Project Guardian über 40 Institutionen, dazu ein Pilot für tokenisierte Staatsanleihen. In Brasilien ist Drex seit Januar 2026 im begrenzten Einsatz, mit Schwerpunkt auf tokenisierten Einlagen. Ob Quant dort zum Zug kommt, ist offen. Dass die Märkte entstehen, ist es nicht.
Schritt 2: Das Lizenzmodell wird ausgebaut
Belegt ist heute eine Jahresgebühr von 100 Pfund für den Zugang zur Live-Plattform. Was eine Bank im Produktivbetrieb zahlt, veröffentlicht Quant nicht. Der bullische Fall setzt voraus, dass die Konditionen mit der Nutzung wachsen. Sonst bleibt grosses Bankgeschäft ohne Wirkung auf den Token, egal wie viele Banken mitmachen.
Schritt 3: Staking bindet Millionen Token
Hier liegt der grösste Hebel auf der Angebotsseite. Wer einen Knoten betreibt, hinterlegt QNT, und bei institutionellem Betrieb sind das keine kleinen Beträge. Zusammen mit Lizenzen, börsengehandelten Produkten, Unternehmensbeständen und verlorenen Wallets wäre knapp die Hälfte der Gesamtmenge gebunden. Frei handelbar blieben rund 7,5 Millionen Token.Der Stand heute: Das Staking ist angekündigt, aber nicht nutzbar, und Quant veröffentlicht keine Zahlen zur gebundenen Menge. Dieser Schritt ist der unsicherste der vier.
Schritt 4: Daraus ergibt sich der Kurs
Ein Netzwerk, über das ein relevanter Teil des Zahlungsverkehrs von vier Wirtschaftsräumen läuft, mit 75 Milliarden Euro zu bewerten, heisst: knapp neun Zehntel dessen, was XRP im September 2026 für sein Bank-Narrativ bekam. Geteilt durch 7,5 Millionen frei handelbare Token ergibt das rund 10.000 Euro je Stück.Warum die Zahl so gross wirkt: Nicht weil die Bewertung extrem wäre, sondern weil es so wenige Token gibt. Dieselben 75 Milliarden auf eine Milliarde Stück verteilt ergäben 75 Euro je Stück.
Was aus deinem Einsatz würde
Der Baukasten weiter oben rechnet Annahmen in Kurse um. Hier geht es um die andere Richtung: Du gibst einen Betrag ein und siehst, was in den drei Szenarien daraus würde.
Was würde aus meinem Einsatz?
Die Werte folgen den Szenarien auf dieser Seite. Sie sind Rechenbeispiele, keine Zusage und keine Anlageempfehlung.
Unser Fazit zu Quant
Quant hat erreicht, worauf viele Krypto-Projekte seit Jahren hinarbeiten: echte Kunden im Kern des Finanzsystems. In Grossbritannien fliesst seit dem 24. September 2026 echtes Geld über die Plattform, dort haben sieben Banken die ersten Kundenzahlungen mit tokenisierten Pfund-Einlagen abgewickelt. The Clearing House ist der sichtbarste, aber nicht der einzige Kunde. Oracle hat Overledger für seine Blockchain-Plattform zertifiziert, Murex baut es in die Handels- und Abwicklungssoftware ein, die in vielen grossen Banken läuft, die EZB hat Quant auf ihre Innovationsplattform zum digitalen Euro geholt, im Projekt Rosalind der Bank of England lieferte Quant die Testplattform, und seit Januar 2026 kommt Japan über Dentsu Soken dazu. Das ist keine Liste von Absichtserklärungen, sondern Einsatz auf drei Kontinenten.
Bemerkenswert ist vor allem die Kombination. Eine der kleinsten Gesamtmengen im ganzen Markt trifft auf eine Software, die bei Kunden bereits im Einsatz ist. Die meisten Projekte haben das eine oder das andere, selten beides. Wie stark sich der Geschäftserfolg am Ende im Kurs zeigt, hängt daran, wie viele Lizenzen laufen, wie viel über das angekündigte Staking gebunden wird und welche Produkte auf QNT noch entstehen. Diese Zahlen veröffentlicht Quant nicht, deshalb lässt sich der Effekt heute nicht ausrechnen. Die Grundlagen dazu stehen in den Tokenomics.
Eine Zahl zur Orientierung zum Schluss: Trotz des starken Anstiegs im September 2026 liegt QNT deutlich unter dem Allzeithoch von rund 362 Euro aus dem September 2021. Wer jetzt einsteigt, kauft also nicht auf einem Rekordniveau.
Aktuelle Entwicklungen bei Quant
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Häufige Fragen zur QNT Prognose
Wie entstehen eure QNT-Kursziele?
▾Warum fallen die Kursziele so hoch aus?
▾Was müsste passieren, damit das bullische Szenario eintritt?
▾Was spricht für das bärische Szenario?
▾Erreicht QNT noch einmal das Allzeithoch?
▾Ist QNT eine gute Geldanlage?
▾Wie verlässlich sind solche Langfrist-Prognosen?
▾Das Quant-Ökosystem

Steffi ist promovierte Medizinerin (Dr. med.) und seit 2021 selbst in Bitcoin, XRP und Ethereum investiert. Mit MissCrypto erreicht sie über 110.000 Menschen, gewann 2025 den BTC-ECHO Award als „Best Educator of Crypto“ und wurde 2026 in die Top 100 Krypto-Journalisten Europas aufgenommen. Ihr Buch „Der Krypto Kompass“ erschien 2025.
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