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QNT Tokenomics: verdient der Token mit?

Die Gesamtmenge von QNT ist mit 14,6 Millionen Stück aussergewöhnlich klein und wächst nicht. Die spannendere Frage liegt aber auf der Nachfrageseite: Kommt der Erfolg im Bankgeschäft tatsächlich beim Token an? Hier die Antwort ohne Schönfärberei.

14.612.493 GesamtmengeKeine neuen TokenLizenz: 100 Pfund im JahrERC-20 auf Ethereum
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Die Zahlen auf einen Blick

Gesamtmenge
14,61 Mio. QNT
seit über fünf Jahren unverändert
Umlaufmenge laut CoinGecko
14,54 Mio. QNT
andere Quellen nennen weniger
Marktkapitalisierung
3,00 Mrd. €
Umlaufmenge mal Kurs

Die Gesamtmenge ist der eindeutigste Teil der Quant-Tokenomics: Es gibt genau 14.612.493 QNT, und diese Zahl ändert sich nicht. Es gibt kein Mining, keine laufende Ausgabe neuer Token und damit keine Verwässerung durch Emission. Zum Vergleich: Von Bitcoin wird es einmal 21 Millionen Stück geben, von Chainlink 1 Milliarde. QNT liegt also um Grössenordnungen darunter.

Feste Gesamtmengen im Vergleich
Bitcoin21 Mio.
Quant14,61 Mio.
Chainlink ist hier nicht abgebildet: Mit 1 Milliarde Token wäre der Balken rund 48-mal so lang wie der von Bitcoin, die beiden anderen wären dann nicht mehr zu erkennen.

Woher die Token kommen

Die Token wurden im Sommer 2018 über einen Verkauf ausgegeben. Ein Teil ging an Investoren, ein weiterer Teil blieb beim Unternehmen, unter anderem für den laufenden Betrieb, für Gründer und für Berater. Die genaue Aufteilung wird in verschiedenen Aufstellungen unterschiedlich angegeben, und Quant selbst dokumentiert sie nicht an prominenter Stelle.

Deshalb nennen wir hier keine exakte Aufteilung: Die im Netz kursierenden Prozentangaben zur Verteilung lassen sich nicht sauber auf eine Primärquelle zurückführen. Wir schreiben lieber, was belegt ist, als eine schöne Grafik mit ungeprüften Zahlen zu bauen.

Das Lizenzmodell: hier entsteht die Nachfrage

QNT ist kein Treibstoff für ein Netzwerk, sondern eine Zugangsberechtigung zur Software. Wer Overledger produktiv nutzen will, braucht eine Overledger-Lizenz. Der Preis ist in Pfund festgelegt, bezahlt wird aber in QNT, und die eingesetzten Token werden für die Laufzeit gesperrt.

Ablauf einer Overledger-Lizenz: Links ein Bankgebäude, von dem QNT-Token zu einem Tresor fliessen. Um den Tresor läuft ein Ring aus Zeitmarken, im Inneren stapeln sich die gesperrten Token. Rechts kehren sie zurück in den Handel, dargestellt durch Kurscharts.

Die Lizenz kostet 100 Pfund im Jahr

Quant erhebt sie seit 15.12.2021 für den Zugang zur Live-Plattform, bezahlt wird in QNT. Die Testumgebung bleibt kostenfrei.Was offen bleibt: Das ist die veröffentlichte Gebühr für Kunden und Entwickler. Was eine Bank im Produktivbetrieb zahlt und wie viele Token dadurch gebunden sind, nennt Quant nicht.

Der Preis ist in Pfund bemessen

Nicht die Zahl der Token ist fest, sondern der Gegenwert in Pfund. Steigt der Kurs, braucht man für dieselbe Lizenz weniger Token.Was das heißt: Jede laufende Lizenz nimmt Token vom Markt, solange sie läuft. Eine solche Bindung an die tatsächliche Nutzung haben die wenigsten Kryptowährungen überhaupt. Weil der Preis in Pfund bemessen ist, wächst die gebundene Menge allerdings nicht mit dem Kurs mit.

Die Value-Capture-Frage

Value Capture beschreibt, ob der wirtschaftliche Erfolg eines Projekts beim Token ankommt. Bei Quant ist das der meistdiskutierte Punkt, und er wird häufig zu eng gestellt. Quant selbst beschreibt QNT als Zugangs-Asset, ohne das sich Overledger nicht produktiv nutzen lässt. Wer daraus allein mit der Lizenzgebühr rechnet, misst aber nur einen von mehreren Bausteinen, und zwar den einzigen, der heute schon existiert.

Für den Kurs zählt am Ende nicht, wie viele Token es gibt, sondern wie viele davon tatsächlich angeboten werden. Gebunden wird QNT an mehreren Stellen zugleich: durch Lizenzen, durch das angekündigte Staking über eigene Knoten, durch Bestände in börsengehandelten Produkten, durch Token in institutioneller Verwahrung und durch den Teil, der über die Jahre in verlorenen Wallets liegt. Keine dieser Grössen veröffentlicht jemand vollständig, und mehrere davon entstehen gerade erst.

Dazu kommt, was einer Technologie folgt, der Institutionen erst einmal vertrauen. Ein Asset, das als etabliert gilt, wird handelbar gemacht: in Fonds, als Sicherheit für Kredite, in Produkten, die es heute noch nicht gibt. Bei Bitcoin und Ethereum war das 2018 ebenfalls nicht absehbar, inzwischen gibt es für beide börsengehandelte Fonds und Kreditprodukte. Ob Quant diesen Weg geht, ist offen. Wer den Token bewertet, sollte die Frage aber so stellen und nicht auf den heutigen Stand einer einzelnen Gebühr verkürzen.

Was für den Token spricht

  • Die Gesamtmenge: Bei 14,6 Millionen Token wirkt schon moderate Nachfrage stark auf den Kurs.
  • Der Emissionsdruck: Die Menge ist seit über fünf Jahren unverändert, es gab keine Freischaltungen aus Vesting-Plänen.
  • Die Lizenzen: Jede produktive Nutzung bindet QNT für 12 Monate. Eine Bindung an die tatsächliche Nutzung haben die wenigsten Kryptowährungen.
  • Das angekündigte Staking: Knotenbetreiber sollen QNT hinterlegen. Kommt das Modell, verkleinert es die frei handelbare Menge zusätzlich.
  • Die übrigen Bindungen: Börsengehandelte Produkte, institutionelle Verwahrung und verlorene Wallets nehmen ebenfalls Token aus dem Angebot, ohne dass jemand die Summe kennt.

Was dagegen spricht

  • Die Konditionen: Belegt sind 100 Pfund im Jahr für den Zugang zur Live-Plattform. Was eine Bank im Produktivbetrieb zahlt, nennt Quant nicht.
  • Die Bemessung: Der Lizenzpreis steht in Pfund fest, nicht in Token. Bei höherem Kurs werden für dieselbe Lizenz entsprechend weniger Token gebraucht.
  • Die Regeln: Lizenzpreis und Sperrfristen kann Quant ändern. Die Nachfrage hängt an Entscheidungen, nicht an einem Protokoll.
  • Umsatz und Token: Ein Softwarevertrag über mehrere Millionen bedeutet nicht, dass entsprechend viele Token gekauft werden.
Was die Knappheit im Kurs bewirkt: Bei 14,6 Millionen Token und überschaubarer Liquidität bewegt schon vergleichsweise wenig Kapital den Kurs deutlich. Dieser Hebel wirkt in beide Richtungen, nach oben wie nach unten.

Das Transparenzproblem

Bei den meisten Kryptowährungen lässt sich das Angebot bis auf die Stelle nachrechnen. Bei Quant ist das nicht so, und zwar nicht aus technischen Gründen, sondern weil das Unternehmen entscheidende Angaben nicht veröffentlicht.

Was Quant nicht offenlegt

  • Wie viele Token gegen Lizenzen gesperrt sind. Ohne diese Zahl lässt sich nicht sagen, wie gross die tatsächlich handelbare Menge ist.
  • Umsätze und wiederkehrende Erlöse. Es gibt keine belastbare Grundlage, um das Geschäft zu bewerten.
  • Transaktionsvolumen über Overledger. Damit fehlt der Nachweis, wie intensiv die Software tatsächlich genutzt wird.
  • Zahl der Kunden im Produktivbetrieb. Pilotprojekt und Regelbetrieb sind zwei verschiedene Dinge, unterscheiden lässt sich das von aussen nicht.
Was viele nicht wissen: Der Vertrag auf Ethereum weist nicht 14,6 Millionen Token aus, sondern 45.467.000. Nach dem schwachen Token-Verkauf 2018 wurde der Grossteil zwar aus dem Verkehr gezogen, aber nie aus dem Vertrag gelöscht. Börsen und Kursportale rechnen deshalb mit der kleineren Zahl, die Blockchain selbst kennt die grössere. Dazu kommt: Der Vertrag enthält eine aufrufbare Funktion zum Erzeugen neuer Token, und einen Schalter, der das dauerhaft abstellt, gibt es nicht. Genutzt wurde sie seit mindestens fünf Jahren nicht, die Menge ist unverändert. Der Unterschied zu Bitcoin bleibt trotzdem: Dort steht die Obergrenze im Protokoll, hier beruht sie darauf, dass das Unternehmen die Funktion nicht nutzt.

Genau deshalb gehen auch die Angaben zur Umlaufmenge zwischen den Quellen auseinander. CoinGecko weist fast die gesamte Menge als umlaufend aus, andere Aufstellungen rechnen Unternehmensbestände heraus und kommen auf deutlich niedrigere Werte. Beide Sichtweisen lassen sich vertreten, weil die belastbare Grundlage fehlt.

Warum der Kurs so heftig ausschlägt

Wer den QNT-Kurs beobachtet, merkt schnell: Die Bewegungen sind grösser als bei den meisten grossen Kryptowährungen. Das liegt weniger an der Nachrichtenlage als an der Struktur. Wenige Token, überschaubare Liquidität, und daraus folgt ein starker Hebel.

Das erklärt auch den Sprung im September 2026. Es brauchte keine Bank, die Token kauft. Es reichte, dass viele Anleger gleichzeitig zu dem Schluss kamen, dass die Nachricht wichtig ist. Umgekehrt gilt dasselbe: Wenn diese Aufmerksamkeit nachlässt, fehlt dem Kurs genauso schnell der Boden.

Wochenchart von QNT gegen US-Dollar. Nach monatelanger Seitwärtsbewegung um 60 bis 80 Dollar springt der Kurs ab September 2026 auf über 370 Dollar, ein Plus von rund 500 Prozent in 21 Wochen.

Unser Fazit zu den QNT-Tokenomics

Die QNT-Tokenomics gehören für uns zu den spannendsten im Markt. Eine sehr kleine und begrenzte Tokenmenge trifft auf eine Infrastruktur, die für Banken, Zahlungsanbieter und andere Finanzinstitutionen entwickelt wurde.

Dabei ist QNT innerhalb des Quant-Ökosystems mehr als ein frei handelbarer Token. QNT ist der Zugangsschlüssel zu Overledger. Lizenzen und die Nutzung der Infrastruktur sind mit dem Tokenmodell verbunden. Werden QNT dafür gebunden, stehen diese Token für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr frei am Markt zur Verfügung.

Genau hier liegt die Besonderheit der Tokenomics: Wächst die Nutzung von Quant, kann gleichzeitig die Nachfrage nach QNT steigen und die frei verfügbare Menge sinken. Bei einer ohnehin sehr kleinen Gesamtmenge kann dieser Mechanismus relevant werden.

Hinzu kommen weitere mögliche Nachfragequellen wie Staking, institutionelle Verwahrung, börsengehandelte Produkte und langfristige Treasury-Bestände. Sie können zusätzlich QNT aus dem liquiden Markt nehmen.

Der entscheidende Punkt bleibt jedoch die tatsächliche Adoption. Wie viele Unternehmen Overledger produktiv nutzen, wie viel QNT dadurch gebunden wird und wie stark die Transaktions- und Lizenzmechanik langfristig greift, muss sich mit zunehmendem Produktivbetrieb zeigen.

Die Investmentthese hinter QNT ist deshalb vergleichsweise klar: Wenn Quant zu einer relevanten Infrastruktur für die globale Finanz- und Zahlungswelt wird, trifft wachsende Nutzung auf ein extrem knappes Tokenangebot. Genau diese Kombination macht die QNT-Tokenomics so interessant.

Wachsende Infrastruktur-Nutzung trifft bei QNT auf ein extrem knappes Tokenangebot. Genau darin liegt die Stärke der Tokenomics.

Häufige Fragen zu den QNT-Tokenomics

Wie viele QNT gibt es insgesamt?

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Wie viele QNT sind im Umlauf?

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Wofür braucht man QNT konkret?

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Was bedeutet Value Capture bei Quant?

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Ist QNT deflationär?

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Können technisch neue QNT erzeugt werden?

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Warum reagiert der QNT-Kurs so stark auf Nachrichten?

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Kann Quant die Regeln nachträglich ändern?

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Wie viel verdient Quant eigentlich?

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Das Quant-Ökosystem

Dr. Stephanie Morgenroth
Dr. Stephanie Morgenroth
Gründerin & Chefredakteurin
Dr. med.BTC-ECHO Award 2025Buch-Autorin110K+ Community

Steffi ist promovierte Medizinerin (Dr. med.) und seit 2021 selbst in Bitcoin, XRP und Ethereum investiert. Mit MissCrypto erreicht sie über 110.000 Menschen, gewann 2025 den BTC-ECHO Award als „Best Educator of Crypto“ und wurde 2026 in die Top 100 Krypto-Journalisten Europas aufgenommen. Ihr Buch „Der Krypto Kompass“ erschien 2025.

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