Anthropic hat am 4. Juni 2026 mit dem Report „When AI builds itself“ interne Daten enthüllt, in der KI zunehmend sich selbst entwickelt. Stand Mai 2026 stammen laut Anthropic mehr als 80 % des produktiv gemergten Codes von Claude.
Im zweiten Quartal 2026 merged der typische Anthropic-Entwickler rund 8x so viel Code pro Tag wie 2024. 🤯
Auch beim „Vorausschauen“ wird KI besser: Claude Mythos Preview traf in Tests bei Research-Entscheidungen in 64 % der Fälle den besseren nächsten Schritt als der Mensch.
Heute mag es noch um KI-Forschung gehen, doch morgen entwirft KI unsere Strategien vielleicht besser als wir selbst.
Wenn KI ihren eigenen Nachfolger entwirft und besser für uns entscheidet als wir, was passiert dann mit uns als Anleger und wie verändert sich der Markt, wenn solche Systeme wirtschaftlich handeln?
Wenn KI zum Marktteilnehmer wird
Sehr viel Handel ist heute schon automatisiert und kommt von Market Makern, Arbitrage-Bots oder High-Frequency-Systemen.
In den USA sollen grob 60 bis 75 % des Aktienhandelsvolumens algorithmisch abgewickelt werden, wobei solche Zahlen je nach Zeitraum und Definition schwanken.
Auch bei großen Vermögensverwaltern arbeitet die KI fleißig mit:
BlackRock setzt mit Aladdin Copilot generative KI in seiner Aladdin-Plattform ein. Investmentprofis kommen dadurch schneller an Daten, Antworten und relevante Informationen. Die KI-Plattform Asimov wird zudem als virtueller Investmentanalyst beschrieben. Sie durchsucht Researcher-Unterlagen, Unternehmensberichte und E-Mails und liefert daraus Portfolio-Insights.
Auch Krypto eignet sich für Automatisierung besonders gut. Die Märkte laufen rund um die Uhr, Börsen sind über APIs erreichbar und On-Chain-Daten liegen offen.
Viele heutige Bots sind schnell und spezialisiert, aber keineswegs "intelligent" im menschlichen Sinne.
"Wenn Bitcoin unter den 50-Tage-Durchschnitt fällt, verkaufe 20 %. "
Das ist automatisiert, aber starr.
Der nächste Schritt geht in Richtung smarterer Systeme, die selbst traden, Risiken prüfen, Strategien vergleichen und konkrete Handlungen vorbereiten.
Erste Testläufe im Massenmarkt gibt es bereits.
Bitget kündigte im Januar 2026 sogenanntes Bot Copy Trading an. Nutzer können dabei automatisierte Strategien anderer Anbieter übernehmen. Das geht eine Nuance weiter als klassisches Copy Trading, bei dem Menschen anderen Menschen oder Bots folgen.
Trotzdem sitzt der Mensch weiter am längeren Hebel und gibt nicht alles vollautonom an einen Agenten ab.
Ähnlich ist es bei Interactive Brokers. Dort können Kunden Claude oder ChatGPT mit dem eigenen Konto verbinden, ihr Portfolio analysieren und Handelsanweisungen erstellen lassen. Die Order muss aber noch vom Nutzer geprüft und genehmigt werden. Auch hier sehen wir noch keinen vollautonomen Agenten und kein eigenständiges wirtschaftliches Subjekt.
Die nächste Stufe wäre ein persönlicher Agent oder sogar ein Team aus Agenten. Du delegierst dann eine kleine digitale Investmentabteilung, die prüft, ob ein Trade zum Portfolio passt, ob der Hebel zu hoch ist oder ob ein Coin liquide genug ist.
Ein Beispiel:
„Lead Trader kauft SOL mit 10x Hebel. Ich kopiere diesen Trade nicht oder nur mit 20 % der üblichen Größe.“
Fazit: Ki wird Co-Pilot für Menschen. Oder andersrum?
Zugegeben: Über das, worüber wir hier gerade reden, also vollautonome Trading-Agenten, sind wir noch einen Schritt vom Massenmarkt entfernt.
Erste Forschungen sind vielversprechend, die Studien sind aber noch nicht "evident" genug, um abzuschätzen, wie zuverlässig ein Trading-Agent seine Erfolge reproduzieren und sich selbst verbessern kann.
Außerdem ist KI noch kein "anerkanntes vollwertiges Wirtschaftssubjekt", um es mal diplomatisch auszudrücken. Nur weil ein System viel kann, heißt das noch nicht, dass Rechte und eine nachvollziehbare Schnittstelle zu uns Menschen sauber geregelt sind. Wer zum handelnden Subjekt wird, muss auch Verantwortung tragen können.
Wenn ein Agent den Trade versemmelt, wer haftet dann?
Die Bank of England warnte vor den Risiken von KI in Finanzmärkten: KI kann Herdenverhalten verstärken. Wenn viele Systeme ähnliche Daten und Risikosignale nutzen, könnten sie in Stressphasen gleichzeitig verkaufen, Liquidität abziehen oder Risiken reduzieren.
Und wir wissen: In einem Spiel gibt es nicht unendlich viele Gewinner.
Der wahrscheinlichste Zwischenschritt ist begrenzte Autonomie, also „bounded autonomy“. KI-Agenten arbeiten als überwachte Co-Piloten, Monitoring-Systeme und kontrollierte Ausführungsmodule innerhalb menschlicher Entscheidungsprozesse.
Bis zu dem Punkt, an dem KI uns vielleicht als Werkzeug benutzt, sollten wir KI als Werkzeug nutzen und Verantwortung nicht blind an Systeme abgeben, die wir selbst kaum noch verstehen. Wenn du bis dahin als menschlicher Teilnehmer am Markt teilnehmen möchtest, kannst du Kryptowährungen einfach und kostengünstig bei Bitvavo* kaufen.
Und bei alledem wird Krypto eine zunehmende Rolle spielen: Blockchain kann KI-Agenten helfen, den technischen Fortschritt zu beschleunigen. Ich habe dieses Thema in einem separaten Ratgeber aufgegriffen.
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