Dies ist die Geschichte, wie sie noch nie über Krypto erzählt wurde. Denn es geht um die Zukunft, die noch nirgends geschrieben steht.
"Bitcoin entwickelt sich dabei zum digitalen Rohstoff einer überschuldeten Welt. Ausgewählte Altcoins werden gleichzeitig zu digitalen Schienen für Zahlungen, Tokenisierung, Daten, Identität und KI-Agenten. Nach der Retail-Ära (2009 bis 2023) und der institutionellen Ära (2024 bis heute) wird der nächste große Krypto-Zyklus stärker durch echte Nutzung (Utility) geprägt sein." (Steffi aka MissCrypto 🫶)
Teil 3: Der Machtkampf um KI und die digitalen Schienen
Dieser Artikel ist Teil meiner Endgame-Reihe.
In Teil 3 geht es um die Machtfrage von KI, Krypto und digitaler Infrastruktur. Wer wird dieses Spiel gewinnen und die neuen digitalen Schienen kontrollieren?
Digitale Geografie kennt keine Ländergrenzen
Wie in Teil 2 erwähnt, hat der Kampf um die digitale Vorherrschaft innerhalb des traditionellen Zahlungsverkehrs längst begonnen. Angeführt wird er vom Dollar.
Über Blockchains und Wallets wandert die amerikanische Währung in sämtliche Erdteile und setzt lokale Währungen unter Druck.
Doch jetzt zu glauben, dass die USA die neue digitale Wirtschaft kontrollieren, nur weil sie den Dollar haben, wäre in einer Welt von vor 20 Jahren stecken geblieben. In einer Welt, in der nationaler Handel, Vertrauen in bewährte Allianzen und Diplomatie noch großgeschrieben wurden.
KI, Stablecoins, Wallets und Krypto-Infrastruktur entstehen nicht einfach nebeneinander. Sie verschmelzen zu einem neuen System, weil digitale Geografie keine Ländergrenzen kennt.
Ein KI-Agent wird keinen Patriotismus entwickeln.
Ob amerikanisch-privat, chinesisch-staatlich oder europäisch-reguliert: Die neue digitale Wirtschaft wird auf Schienen laufen, die an kein einzelnes Land gebunden sind. Wir Menschen führen nur den Machtkampf mit unterschiedlichen Schwertern.
Um diese neue Ära zu kontrollieren, geht es letztlich um Zugang zu den Schienen. Der Tech-Markt hatte schon in den 2000ern verstanden, dass der gewinnt, der das Internet nutzbar macht.
Die erste Schienenära des Internets
Suchmaschinen wie Google helfen uns, im Internet zurechtzufinden. Smartphones wie das iPhone tragen über Apps das Internet an jeden Ort. Soziale Netzwerke wie Instagram oder WhatsApp werden zu ortsübergreifenden Treffpunkten. Amazon machte den Onlinehandel groß und prägte mit AWS die Cloud-Infrastruktur. Microsoft lieferte Betriebssysteme und Unternehmenssoftware, Nvidia die Chips und Rechenzentren, auf denen der KI-Boom heute aufbaut. Tesla erfand das Auto neu, indem das Unternehmen Mobilität, Software und erneuerbare Energien zusammenführte.
Aus dieser Blütezeit der Dotcom- und Smartphone-Ära sind die Magnificent 7 entstanden. Mächtige Unternehmen, weil sie zentrale Zugänge zur digitalen Welt kontrollieren. Sie dominierten jahrelang die Kapitalmärkte, weil sie die wichtigsten Tech-Trends getragen haben.
Und weil sie ihre Macht behalten wollen, kämpfen auch sie weiter. Heute treiben sie einen großen Teil der massiven KI-Investitionen an.
Microsoft ist zum Beispiel ein großer Investor von OpenAI. Das Unternehmen ist am gewinnorientierten Arm von OpenAI beteiligt. Nach der Neustrukturierung 2025 hielt Microsoft rund 27 % an der OpenAI Group PBC auf vollständig verwässerter Basis, was mit etwa 135 Milliarden US-Dollar Anteil bewertet wurde.
Oder Amazon: Anthropic nutzt AWS als wichtigen Cloud- und Trainingspartner. Amazon investierte bereits 8 Milliarden Dollar in Anthropic und kündigte 2026 zusätzlich 5 Mrd. US-Dollar sofort an, sowie bis zu weitere 20 Mrd. US-Dollar, wenn bestimmte kommerzielle Meilensteine erreicht werden.
Die Seven wollen Teil der neuen Aufsteiger im Tech-Markt bleiben, damit ihre Blütezeit nicht verwelkt. In der neuen digitalen Schienenära reicht diese alte Sicht aber nicht mehr aus. Auch diese Unternehmen werden einsehen müssen, dass sie diesen Kampf nicht allein über ihre bisherigen Produkte gewinnen.
Das Muster wiederholt sich auch in der neuen Ära, nur anders.

Die neuen Magnificent 7 sind keine 7 Aktien
Es sind sieben Kontrollschichten. Das Internet, von dem wir dachten, es sei „die Digitalisierung“, wird nur Teil eines noch größeren digitalen Kreislaufs.
Dieser neue digitale Kreislauf, in dem auch Kryptowährungen eine Rolle spielen werden, besteht aus mehreren Schichten, die der KI erst Leben einhauchen.
Kein Leben ohne Sauerstoff: Die erste Schicht ist Compute.
Ohne klassische Internet- und Informationstechnologie, Chips, Rechenzentren, Energie und Kühlung kann keine KI atmen.
Halbleiterfirmen und Infrastruktur-Anbieter spielen in dieser Schicht eine wichtige Rolle. Jeder spezialisiert sich auf einen bestimmten Teil der KI-Versorgungskette.
Nvidia und AMD liefern zum Beispiel Hochleistungschips für KI-Rechenzentren.
TSMC aus Taiwan produziert viele dieser Chips als Auftragsfertiger.
ASML aus den Niederlanden liefert Lithografie-Maschinen, mit denen Chip-Produzenten wie TSMC winzige Muster auf Silizium drucken können.
Die großen Cloud-Anbieter stellen schließlich die Rechenzentren bereit, in denen diese Leistung genutzt wird.
Da diese Grundversorgung immer stärker skalieren muss, werden sich innerhalb dieser Schicht neue Felder und Machtkämpfe austragen.
Das Produkt: Die zweite Schicht sind KI-Modelle
Ob GPT-Modelle von OpenAI, die Claude-Modellfamilie von Anthropic, Gemini von Google oder Qwen von Alibaba: KI-Modelle sind das Herzstück dieser neuen Schicht.
So wie wir früher jedes Jahr einem neuen Smartphone hinterhergejagt sind, stehen KI-Modelle heute in einem ständigen Wettbewerb. Dabei zählen vielerlei Kriterien wie:
Reasoning (wie gut ein Modell komplexe Aufgaben löst),
Zuverlässigkeit (wie selten es falsche Antworten liefert)
Multimodalität (Umgang mit Text, Bild, Audio oder Video)
Integration (wo dieses Modell eingebaut wird)
Ein Modell von Meta kann punkten, wenn es direkt über WhatsApp, Instagram oder Facebook Alltagszugang bekommt. Meta wird weniger Interesse daran haben, Gemini von Google einzubauen, während Google vermutlich kein Llama in YouTube oder Gmail integriert.
Plattformunabhängigere Modelle wie Claude von Anthropic können dort punkten, wo Tech-Konzerne nicht ausschließlich ihre eigenen Produkte bauen wollen. Das ist ein bisschen wie bei Tokens, die bestehende Blockchains nutzen, um Anwendungen zu starten. Microsoft integriert zum Beispiel OpenAI-Technologie in Azure, also die Cloud-Plattform von Microsoft, in Copilot und in Entwickler-Tools.

Die nächsten Schichten sind Tech-Versorger
In der dritten Schicht tummeln sich die Cloud-Anbieter: AWS, Azure, Google Cloud, Oracle, Alibaba Cloud oder Tencent Cloud liefern die Umgebung, in der Modelle, Agenten und Datenströme laufen.
In Schicht 4 liefern sich Gateways und APIs ihren eigenen Machtkampf.
API-Plattformen routen Prompts wie eine Art Google Maps zu den passenden Modellen. Auch Agenten-Marktplätze wie zum Beispiel von Near AI werden wichtiger. Sie könnten eine Art eBay für digitale Spezialisten werden: ein Ort, an dem Menschen oder andere Agenten passende Agenten für ihre Steuer oder eine Reise finden.
Die fünfte Schicht sind Wallets und Zahlungen.
Dort treffen wir auf unterschiedliche Machtzentren wie Coinbase, Stripe, MetaMask, Tether, Visa, Mastercard oder Banken. Auch digitales Zentralbankengeld würde in diese Ebene fallen, weshalb hier, wie erwähnt, der Kampf um digitales Geld läuft. Diese Anbieter bauen ihre Kontrolle darüber aus, wie wir künftig Geld und Vermögenswerte bewegen.
Wallet-Anbieter würde ich nicht unterschätzen. Eine Bank oder ein Unternehmen, das in Zukunft keine Wallet-Infrastruktur hat, könnte abgehängt werden.
Die sechste Schicht ist digitale Identität.
Wir werden schon bald nicht mehr sicher unterscheiden können, ob gerade ein Mensch mit uns spricht oder ein Bot. Wie in einem meiner letzten Videos zum Thema KI im Finanzmarkt: Agenten werden erst dann als "echte Wirtschaftssubjekte" für uns handeln können, wenn wir ihnen eine Identität geben und Rechte, mit unseren Wallets vollwertig zu handeln.
Hier könnten kryptografische Nachweis-Produkte oder Plattformen profitieren z.b.: Near AI mit Attestation oder die Digital-Evidence-Plattform von Constellation.
Damit kommen wir zur siebten Schicht: den offenen Protokollen und der Krypto-Industrie.
Offene Netzwerke wie Bitcoin, Ethereum, Solana, XRPL, Internet Computer, Near oder TAO, Oracles wie Chainlink, DeFi-Plattformen wie Hyperliquid oder Interoperabilitätslösungen wie Quant stehen für die Frage, wie offen diese neue Wirtschaft bleibt oder ob sie in neuen Plattform-Silos endet, in denen am Ende nicht die Nutzer profitieren, sondern die Kontrolleure der jeweiligen Schichten.
Kryptowährungen sind der dezentrale Gegenspieler zentraler Tech-und KI-Akteure. Sie bieten die Chance, die Machtfrage zu verteilen, weil Nutzer diese Technologie selbst nutzen und in sie investieren können.
Ausblick: Und so geht es weiter...
Im nächsten Teil geht es darum, was diese Machtfrage für uns als Individuen bedeutet.
Es entsteht eine neue digitale Souveränität, die zum Freiheitsnarrativ wird und neue Formen der Selbstbestimmung schafft.
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Ob du an diese Zukunft von Krypto glaubst oder nicht? Das Beste, was du tun kannst, ist, dich mit der Technologie und digitalen Vermögenswerten zu beschäftigen.
Kryptowährungen im Portfolio zu halten, kann eine Gelegenheit sein, auf diese Zukunft zu wetten. Noch wichtiger ist aber, zu verstehen, warum diese Infrastruktur entsteht und welche Rolle sie in einer zunehmend digitalen Wirtschaft spielen könnte.






