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Scalable Capital Steuern 2026

CSV-Export, Selbstmeldung & die größte Steuerfalle für Scalable-Nutzer — Krypto wird NICHT automatisch versteuert.

Deutscher NeobrokerBaFin-reguliertNur CSV-ExportKeine Krypto-Steuerbescheinigung

Scalable Capital Steuern: Der komplette Guide

Scalable Capital im Steuer-Überblick

Scalable Capital ist ein deutscher Neobroker mit Sitz in München und BaFin-Regulierung. Die Plattform ist primär bekannt für ETF-Sparpläne und Aktienhandel, bietet aber auch den Handel mit ausgewählten Kryptowährungen an. Und genau hier liegt die größte Steuerfalle für Scalable-Nutzer: Krypto wird steuerlich völlig anders behandelt als Aktien und ETFs.

Seit 2024 beträgt die Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte 1.000 EUR pro Jahr (§ 23 Abs. 3 Satz 5 EStG, angehoben durch das Wachstumschancengesetz). Nach einer Haltefrist von einem Jahr sind Spot-Gewinne komplett steuerfrei. Diese Regeln gelten NICHT für Aktien oder ETFs — dort greift die Abgeltungssteuer.

MerkmalScalable Capital
SitzMünchen, Deutschland (BaFin)
CSV-ExportJa (manuell)
Krypto-APINein (keine dedizierte API)
CoinTrackingManueller CSV-Import möglich
KoinlyManueller CSV-Import möglich
Krypto-SteuerbescheinigungNEIN! Nur für Aktien/ETFs
BesonderheitKrypto muss komplett selbst gemeldet werden

Die Scalable-Steuerfalle: Krypto ≠ Aktien

KRITISCH: Scalable erstellt KEINE Steuerbescheinigung für Krypto!

Dies ist der häufigste und teuerste Fehler bei Scalable-Nutzern: Viele gehen davon aus, dass alle Steuern automatisch abgeführt werden — so wie bei Aktien und ETFs. Das stimmt für Wertpapiere, aber NICHT für Kryptowährungen.

Scalable erstellt eine jährliche Steuerbescheinigung für Aktien, ETFs und Fonds und führt die Abgeltungssteuer automatisch ab. Für Kryptowährungen passiert nichts davon. Du musst selbst exportieren, berechnen und in der Steuererklärung angeben.

Warum ist das so? Kryptowährungen fallen in Deutschland unter private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG), nicht unter Kapitalerträge (§ 20 EStG). Die Abgeltungssteuer (25% + Soli) greift nur bei Kapitalerträgen (Aktien, ETFs, Zinsen). Bei Krypto gilt stattdessen dein persönlicher Einkommenssteuersatz (bis 45%), dafür aber mit Haltefrist-Vorteil: Nach einem Jahr sind Gewinne komplett steuerfrei.

Diese fundamentale Unterscheidung bedeutet: Scalable kann die Krypto-Steuer gar nicht automatisch abführen, selbst wenn es wollte. Das Steuerregime ist völlig anders strukturiert und erfordert individuelle FIFO-Berechnungen mit Haltefrist-Prüfung.

DAC8 & Meldepflicht bei Scalable Capital

Als deutscher Broker mit BaFin-Regulierung wird Scalable Capital voraussichtlich unter die DAC8-Meldepflicht (ab 01.01.2026) fallen. Das bedeutet: Scalable wird Krypto-Transaktionsdaten automatisch an das Finanzamt melden — auch wenn es selbst keine Steuerbescheinigung erstellt und keine Steuer abführt.

DAC8-Meldung + keine Steuerbescheinigung = Handlungsbedarf

Das Finanzamt weiß durch DAC8, dass du Krypto auf Scalable gehandelt hast. Scalable erstellt aber keine Krypto-Steuerbescheinigung und führt keine Steuer ab. Wenn du deine Krypto-Gewinne nicht selbst in der Steuererklärung angibst, wird das Finanzamt nachfragen — oder direkt schätzen.

Ab 2027 kommt zusätzlich CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) mit globalem Datenaustausch. Für Scalable als deutschen Anbieter ändert sich dadurch wenig — die Meldung läuft bereits über DAC8 direkt an die deutsche Steuerbehörde.

Steuerpflichtige Krypto-Transaktionen bei Scalable

TransaktionSteuerlich relevant?Automatisch versteuert?
Krypto-KaufNein (erst beim Verkauf)Nein
Krypto-Verkauf < 1 JahrJa, ab 1.000 EUR GewinnNein!
Krypto-Verkauf > 1 JahrNein (steuerfrei)n/a
Krypto-StakingJa, ab 256 EUR/JahrNein!
Aktien/ETF-VerkaufJa (Abgeltungssteuer)Ja, automatisch!
ETF-DividendenJa (Abgeltungssteuer)Ja, automatisch!

Die grünen Zeilen zeigen den Unterschied: Bei Aktien und ETFs kümmert sich Scalable automatisch. Bei Krypto bist du auf dich allein gestellt.

Aktien vs. Krypto bei Scalable: Steuerliche Unterschiede

Der fundamentale Unterschied, den jeder Scalable-Nutzer kennen muss:

KriteriumAktien / ETFsKryptowährungen
Rechtsgrundlage§ 20 EStG (Kapitalerträge)§ 23 EStG (priv. Veräußerung)
Steuersatz25% Abgeltungssteuer + SoliPersönl. ESt-Satz (bis 45%)
SteuerabführungAutomatisch durch ScalableSelbst deklarieren!
SteuerbescheinigungJa, jährlichNEIN!
HaltefristKeine (immer Abgeltungssteuer)1 Jahr → steuerfrei!
Freigrenze1.000 EUR Sparerpauschbetrag1.000 EUR Freigrenze (§ 23)
Freigrenze-TypFreibetrag (nur Überschuss besteuert)Freigrenze (alles besteuert!)

Besonders wichtig: Bei der Krypto-Freigrenze handelt es sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag. Überschreitest du 1.000 EUR Gewinn auch nur um einen Euro, wird der gesamte Gewinn besteuert — nicht nur der überschießende Betrag. Bei Aktien hingegen ist der Sparerpauschbetrag ein Freibetrag: Nur der Betrag über 1.000 EUR wird besteuert.

Scalable Capital Krypto-Daten exportieren

Da Scalable Capital keine dedizierte Krypto-API anbietet, ist der manuelle CSV-Export der einzige Weg, deine Transaktionsdaten für die Steuererklärung zu erhalten.

CSV-Export Schritt für Schritt

1
In Scalable einloggen
Öffne die Scalable Capital App oder das Web-Interface und logge dich ein.
2
Krypto-Transaktionen suchen
Navigiere zu deinem Krypto-Portfolio und öffne die Transaktionshistorie. Wähle den Zeitraum für das gesamte Steuerjahr (01.01. bis 31.12.).
3
CSV exportieren
Exportiere die Transaktionen als CSV-Datei. Achte darauf, dass alle Krypto-Käufe und -Verkäufe enthalten sind.
4
In Steuersoftware importieren
Lade die CSV in CoinTracking oder Koinly hoch. Die Spalten müssen möglicherweise manuell zugeordnet werden.
5
Staking-Rewards nicht vergessen
Falls du Staking-Rewards erhalten hast, stelle sicher, dass diese separat als sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG) erfasst werden.

Hinweis zum CSV-Export: Scalable Capital ist primär ein Aktien-Broker. Der Krypto-CSV-Export ist nicht so standardisiert wie bei reinen Krypto-Börsen. Prüfe jede exportierte Datei auf Vollständigkeit (alle Käufe, Verkäufe, Gebühren).

Steuersoftware-Integration

Da Scalable Capital keine dedizierte Krypto-API bietet, ist die Integration mit Steuersoftware nur über den manuellen CSV-Import möglich. Beide führenden Lösungen unterstützen dies:

CoinTracking

  • API-Import: Nein
  • CSV-Import: Ja (manuell)
  • Aufwand: Mittel (Spaltenzuordnung)
  • FIFO-Berechnung: Automatisch
  • 10% Rabatt über MissCrypto

Koinly

  • API-Import: Nein
  • CSV-Import: Ja (manuell)
  • Aufwand: Mittel (Spaltenzuordnung)
  • FIFO-Berechnung: Automatisch
  • 800+ Börsen unterstützt

Nach dem Import berechnen beide Lösungen automatisch die FIFO-Bewertung, Haltefristen und Freigrenzen. Der Steuerbericht kann dann als PDF oder direkt als Elster-kompatible Datei exportiert werden.

Häufige Fehler bei der Scalable-Steuererklärung

Fehler 1: Annehmen, dass Krypto automatisch versteuert wird
Der mit Abstand häufigste Fehler. Scalable versteuert Aktien und ETFs automatisch, aber NICHT Krypto. Viele Nutzer merken erst bei der Steuerprüfung, dass sie Krypto-Gewinne hätten melden müssen.
Fehler 2: Krypto-Gewinne nicht in der Steuererklärung angeben
Da Scalable keine Krypto-Steuerbescheinigung erstellt und ab 2026 DAC8-Daten meldet, kann das Finanzamt sehen, dass Krypto-Transaktionen stattgefunden haben.
Fehler 3: Falsche Freigrenze oder Freibetrag verwechseln
Die 1.000 EUR bei Krypto ist eine Freigrenze: Bei Überschreitung wird ALLES besteuert. Der 1.000 EUR Sparerpauschbetrag bei Aktien ist ein Freibetrag: Nur der Überschuss wird besteuert.
Fehler 4: Staking-Rewards ignorieren
Falls du Krypto-Staking bei Scalable nutzt, sind die Rewards sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG, 256 EUR Freigrenze). Scalable führt auch hier keine Steuer ab.
Fehler 5: CSV-Export nicht prüfen
Der Krypto-Export bei Scalable ist nicht so etabliert wie bei reinen Krypto-Börsen. Immer die Vollständigkeit der CSV-Datei gegen die In-App-Historie prüfen.

Steueroptimierung für Scalable-Krypto-Nutzer

Auch wenn Scalable mehr Handarbeit bei Krypto-Steuern erfordert, gibt es klare Optimierungsmöglichkeiten:

Haltefrist von einem Jahr nutzen
Der größte Vorteil von Krypto gegenüber Aktien: Nach einem Jahr Haltedauer sind Gewinne komplett steuerfrei. Bei Aktien zahlst du IMMER 25% + Soli.
Freigrenze von 1.000 EUR nicht überschreiten
Plane Verkäufe innerhalb eines Jahres so, dass der Gesamtgewinn unter 1.000 EUR bleibt. Schon 1 EUR darüber macht den gesamten Gewinn steuerpflichtig.
Verluste strategisch realisieren
Realisiere Verluste vor dem 31.12. und verrechne sie mit Gewinnen. In Deutschland gibt es kein Wash-Sale-Verbot für Krypto.
Steuersoftware von Anfang an nutzen
Auch wenn der CSV-Import bei Scalable manuell ist: Je früher du dokumentierst, desto einfacher wird die Steuererklärung.
Krypto und Aktien separat betrachten
Krypto-Gewinne und Aktien-Gewinne werden völlig unterschiedlich besteuert. Mische nicht die Freigrenzen und Freibeträge.

Fazit: Scalable Capital Krypto-Steuern richtig machen

Scalable Capital ist ein hervorragender Broker für Aktien und ETFs — bei Krypto-Steuern müssen Nutzer aber selbst aktiv werden. Die drei wichtigsten Punkte:

  1. Keine Krypto-Steuerbescheinigung — Scalable erstellt Steuerbescheinigungen nur für Aktien/ETFs. Krypto musst du komplett selbst melden.
  2. Manueller CSV-Export nötig — Es gibt keine Krypto-API. Exportiere deine Daten als CSV und importiere sie in CoinTracking oder Koinly.
  3. DAC8 meldet trotzdem — Ab 2026 weiß das Finanzamt über deine Krypto-Trades Bescheid. Nicht-Erklärung wird zum echten Risiko.

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Gewinn / Verlust

+0.00 EUR

Geschaetzte Steuer

Steuerfrei

Status

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Häufige Fragen: Scalable Capital Krypto-Steuern

Erstellt Scalable Capital eine Steuerbescheinigung für Krypto?

Warum werden Krypto-Gewinne nicht automatisch versteuert?

Wie exportiere ich meine Scalable-Krypto-Daten?

Meldet Scalable Capital Krypto-Daten (DAC8)?

Kann ich Scalable mit CoinTracking verbinden?

Funktioniert Koinly mit Scalable Capital?

Was ist die Freigrenze für Krypto-Gewinne 2026?

Werden Scalable Staking-Rewards automatisch versteuert?

Wie unterscheidet sich Scalable steuerlich von reinen Krypto-Börsen?

Welches Bewertungsverfahren gilt?

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Dr. Stephanie Morgenroth
Dr. Stephanie Morgenroth

Promovierte Medizinerin und Krypto-Edukatorin mit über 100.000 Followern auf Social Media. Stephanie erklärt komplexe Krypto-Themen verständlich und hilft Einsteigern, sicher in die Welt der Kryptowährungen einzusteigen.

Dr. med.Autorin seit 2021100K+ Follower

Haftungsausschluss (Stand: 2026): Dieser Artikel dient ausschließlich zur unverbindlichen Erstorientierung und stellt keine Steuerberatung i.S.d. § 2 StBerG dar. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Gewähr übernommen. Für verbindliche Auskünfte wende dich an einen Steuerberater.